Talanx startet großangelegtes Sparprogramm

Deutschlands drittgrößter Versicherer, der Hannoveraner Talanx-Konzern, will seine Kosten laut Medienberichten deutlich senken. Mit Hinblick auf den geplanten Börsengang sollen demnach alleine im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft 245 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. 1.000 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe.

Dr. Heinz-Peter Roß
Dr. Heinz-Peter Roß

„Wir wollen unsere Kostenquoten deutlich reduzieren“, sagte Talanx-Vorstand Heinz-Peter Roß der „Financial Times Deutschland“ (FTD). Dem Talanx-Deutschland-Chef zufolge bleiben nur die Industrieversicherung für große Unternehmen und die Rückversicherungstochter Hannover Rück vom Sparkurs verschont.

Laut Branchenkreisen sollen 1.000 der insgesamt 6.500 Stellen im Konzern wegfallen, heißt es in dem FTD-Bericht. Roß wollte zu dieser Zahl nichts sagen. Er ließ aber durchblicken: „Natürlich geht es nicht ohne Personalabbau.“ In welchem Ausmaß es dazu komme, könne man aber nicht vor Ende 2011 benennen.

Nach der Fusion der Talanx-Versicherer HDI und Gerling im Jahr 2006 sei die Integration zwar im Großkundengeschäft besser gelaufen als erwartet. In der Lebensversicherung, dem Kern des Privatkundengeschäfts, sei der Zusammenschluss aber misslungen, schreibt die FTD. Die Ergebnisse seien „katastrophal“ gewesen.

Bei Vertriebspartnern und Privatkunden habe die HDI-Gerling Leben Jahr für Jahr an Vertrauen eingebüßt. In der Schadensversicherung hätten einige Makler und Banken die HDI-Gerling sogar von den Listen bevorzugter Anbieter genommen, weil sie den Service für mangelhaft hielten. (hb)

Foto: Talanx

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