DKV bekräftigt Einsteigertarif-Abschied

Die DKV Deutsche Krankenversicherung aus Düsseldorf hat ihre Beitragseinnahmen in 2011 um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 4,9 Milliarden Euro gesteigert. Der Abschied von den Einsteigertarifen wirkte sich dagegen dämpfend auf das Neugeschäft aus, teilte die Ergo-Tochter mit.

Dr. Clemens Muth
Dr. Clemens Muth

Für das Beitragswachstum sorgten laut DKV der Wegfall der Drei-Jahres-Wechselsperre beim Eintritt in die private Vollversicherung sowie die Beitragsanpassungen im Bestand. Diese seien die Folge des allgemeinen Kostenanstiegs im Gesundheitswesen, erklärte die DKV. Die Zahl der Kunden wuchs um 34.000 auf nun 4,4 Millionen Menschen, allerdings sank die Zahl der Vollversicherten um 11.000 im Vergleich zu 2010 auf zuletzt 900.000. Auch beim Gewinn musste die DKV einen leichten Rückgang hinnehmen. Während 2010 noch 115 Millionen Euro Gewinn zu Buche standen, sind es im Folgejahr nur noch 113 Millionen Euro (minus 1,7 Prozent).

„Das vergangene Jahr hat die DKV vorangebracht. Wir haben eine strategische Neuausrichtung eingeleitet“, sagte DKV-Chef Clemens Muth, der im Ergo-Vorstand für die Krankenversicherung zuständig ist. „Wir konzentrieren uns auf hochwertige private Krankenversicherung. Die Einsteigertarife, von denen die Kunden im Leistungsfall oft enttäuscht sind und die zu Recht von Verbraucherschützern kritisiert werden, haben wir vom Markt genommen.“

Für das laufende Geschäftsjahr erwarte das Unternehmen eine moderat positive wirtschaftliche Entwicklung „in einer für die private Krankenversicherung politisch schwierigen Zeit“. Die private Vollversicherung werde auch zukünftig in Deutschland gebraucht, denn sie setze Maßstäbe in der medizinischen Versorgung und schütze künftige Generationen, so Muth. Um damit weiterhin überzeugen zu können, müsse die PKV sich aber auch ihren Problemen stellen. Muth plädiert daher für branchenweite Mindeststandards in der Vollversicherung und für mehr Transparenz. (lk)

Foto: DKV

DKV-Zahlen

Grafik: DKV

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