Anzeige
30. Oktober 2012, 13:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Vertrauen in Versicherer im Keller

Das Vertrauen der Deutschen in die Lebensversicherer lässt zu wünschen übrig. Nur 25 Prozent der Bundesbürger ziehen die Branche als Informationsquelle in Betracht, wenn es um Fragen der Altersvorsorge geht. Ganz vorne stehen Tipps von Familie und Freunden, ergab eine aktuelle Accenture-Umfrage.

Lebensversicherung: Kunden misstrauen Anbieter

Im Rahmen der Studie des Beratungsunternehmens Accenture wurden mehr als 8.000 Personen in 15 Ländern befragt. Dabei zeigen die deutschen Ergebnisse laut Accenture zahlreiche Besonderheiten: Generell machen sich Menschen hierzulande weniger Sorgen um ihre finanzielle Situation im Ruhestand als der internationale Durchschnitt (66 Prozent im Vergleich zu 82 Prozent). So hat bereits knapp die Hälfte der Deutschen (49 Prozent) privat vorgesorgt, wohingegen es im weltweiten Gesamtdurchschnitt nur 29 Prozent sind. Die Bundesbürger führen hier deutlich gegenüber anderen Industrienationen wie den USA (39 Prozent), Großbritannien (32 Prozent), Frankreich (26 Prozent) oder Japan (20 Prozent).

Die Studie zeigt zudem, wie stark die Altersvorsorgeschere in Deutschland auseinanderklafft. Im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt über alle Länder hinweg haben die Bundesbürger zwar weniger Altersvorsorgeängste (72 Prozent beziehungsweise 87 Prozent). Der Anteil derjenigen, die innerhalb dieser Gruppe stark besorgt sind, ist allerdings deutlich klarer ausgeprägt (60 Prozent in Deutschland gegenüber 46 Prozent weltweit).

Bürger im Unklaren über Rentenlücke, Markenbekanntheit hilft Versicherern nicht

Zudem klagen 16 Prozent der Befragten in Deutschland darüber, dass sie über die Konsequenzen einer drohenden Rentenlücke im Unklaren sind – doppelt so viele wie im weltweiten Gesamtdurchschnitt (acht Prozent). Auch die Vorbehalte gegenüber Versicherern scheinen hierzulande wesentlich stärker als international. Nur ein Viertel der Deutschen (25 Prozent) greift auf Lebensversicherer als Informationsquelle zu, wenn es um Fragen der Altersvorsorge geht. Im internationalen Durchschnitt sind es 41 Prozent. Dagegen verlassen sich die Deutschen so intensiv auf Familie und Freunde als Ratgeber wie kaum eine andere Nation (54 Prozent; 44 Prozent). Selbst durch starke Markenauftritte von Versicherungunternehmen lassen sich die Verbraucher in Deutschland weit weniger beeindrucken. Nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent) hat sich hierzulande aufgrund der Markenbekanntheit eines Anbieters für ein Altersvorsorgeprodukt entschieden. Im internationalen Durchschnitt sind es 51 Prozent.

Deutsche setzen auf sichere, aber weniger renditestarke Produkte

Die generelle Vorsicht der Deutschen zeigt sich nicht zuletzt bei der Wahl ihrer Vorsorgeprodukte und ihrer Einstellung zum Vertriebskanal Internet: So setzen die Bundesbürger häufiger auf sichere, aber weniger renditestarke Produkte (50 Prozent; 41 Prozent) und sind auch nur zu zwei Dritteln im Vergleich zu international 74 Prozent bereit, ein Rentenprodukt online zu kaufen.

Lebensversicherer werden nicht als unvoreingenommen angesehen

„Der Beratungsbedarf war wohl niemals höher als heute. Allerdings werden die Angebote von Lebensversicherern nicht immer als glaubwürdig und unvoreingenommen angesehen“, sagt Dr. Markus Wersch, Geschäftsführer des Bereichs Versicherungswirtschaft bei Accenture. „Die massiven Unsicherheiten beim dem hochsensiblen Thema Altersvorsorge abzubauen und die Verbraucher wieder für sich zu gewinnen, wird anspruchsvoll. Erst die Verbindung aus umfangreichen, für Nicht-Finanzprofis in verdaulicher Form erfahrbaren Informationen, einfachen Interaktionsmöglichkeiten, transparenter sowie bedürfnisgerechter Beratung und maßgeschneiderten Produkten wird zum Erfolg führen. Hier bieten sich für deutsche Lebensversicherer erhebliche Chancen, sich im Markt für Altersvorsorge besser zu positionieren“, meint der Accenture-Manager.

Seite zwei: „Kunden möchten klare und individuelle Beratung“

Weiter lesen: 1 2

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Die Versicherungen haben auch nicht mehr Vertrauen verdient. Zuviel ist passiert. Aber es gibt ja genug Alternativen

    Kommentar von Jan Lanc — 31. Oktober 2012 @ 11:09

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Allianz überarbeitet Rechtsschutz-Tarife

Die Allianz startet im Oktober ihr neues Privat-Rechtsschutz-Angebot. Nach Angaben des Versicherers wurden die weltweit geltenden Versicherungssummen in allen drei Rechtsschutzvarianten angehoben.

mehr ...

Immobilien

Mietlager profitieren von höheren Wohnkosten

Die Urbanisierung und steigende Mieten treibt auch die Gebühren für Mietlager. Immer mehr Menschen suchen externe Lager, um die Miete für mehr Lagerraum in der eigenen Wohnung zu sparen. Der Markt wächst auch in Deutschland.

mehr ...

Investmentfonds

“Einführung des Euro war Europas größter Fehler”

Eine stabile europäische Währungsunion wird nie existieren. Darüber sind sich die Europa-Experten einig, die beim zweiten Feri Science-Talk über die Zukunft und Schwierigkeiten des Euro diskutiert haben. Keiner der Lösungsvorschläge scheint gut genug, um die wachsenden Probleme zu lösen.

mehr ...

Berater

Fondskonzept und DGFRP beschließen IT-Kooperation

Wie die Deutsche Gesellschaft für Ruhestandsplanung (DGFRP) und der Illerstissener Maklerpool Fondskonzept mitteilen, arbeiten sie ab dem 1. November in der Informationstechnologie zusammen. Hierzu bündeln die beiden Maklerdienstleister ihre IT-Lösungen und fassen Ressourcen in den Sparten Investment und Versicherungen zusammen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Autark Invest: Vertrieb mit abgelaufenem Prospekt?

Die Finanzaufsicht BaFin weist auf ihrer Website darauf hin, das der Verkaufsprospekt der Autark Invest GmbH, Olpe, “ungültig” ist. Er hat sein gesetzliches Haltbarkeitsdatum überschritten.

mehr ...

Recht

Immobilienverkauf: Die wichtigsten Schritte für Käufer und Verkäufer

Beim Immobilienverkauf sind unabhängig von der Preisverhandlung einige Schritte nötig, die sich bei Käufer und Verkäufer gar nicht so sehr unterscheiden. Wie sich beide Parteien auf den Notartermin vorbereiten sollten und welche Dokumente dafür wichtig sind:

mehr ...