Unisex-Tarife: Jeder zweite Deutsche liegt falsch

Laut einer aktuellen Umfrage weiß jeder zweite Deutsche (51 Prozent) nicht, dass die Versicherer Ende 2012 geschlechtsneutral kalkulierte Unisex-Tarife einführen. Insgesamt zehn Prozent der Bürger gehen sogar davon aus, dass Versicherer ihre Tarife künftig nicht mehr nach dem Alter unterscheiden.

Die 1.052 Teilnehmer an der repräsentativen Befragung, die das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag des Direktversicherers Hannoversche durchgeführt hat, mussten sich zwischen vier vorgegeben Antworten entscheiden (siehe Grafik). Während 49 Prozent die richtige Antwort gaben, konnten oder wollten sich 36 Prozent der Befragten nicht festlegen. Fünf Prozent der Deutschen vermuteten, dass ab 2013 kein Unterschied mehr zwischen Rauchern und Nichtrauchern gemacht wird und sogenannte Tabaktarife eingeführt werden.

Dass Neukunden noch bis 21. Dezember 2012 durch Sicherung alter Geschlechterkonditionen oftmals Versicherungsprämien sparen können, ist 45 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen nicht bekannt, berichten die Marktforscher. Gleiches gilt für 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Selbst in der Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen, die laut IMWF über ein sonst überdurchschnittliches Versicherungswissen verfügen, gaben nur 58 Prozent der Befragten an, sich in Sachen Unisex-Tarife auszukennen.

Die vom Europäischen Gerichtshof verfügte Verpflichtung aller Versicherungen, Unisex-Tarife einzuführen, ist dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zuzuschreiben. Männer zahlen beispielsweise ab dem Stichtag am 21. Dezember 2012 für Neuverträge in der Lebens- und Rentenversicherung dieselben Beiträge wie Frauen, obwohl sie – statistisch gesehen – bis zum Lebensende eine geringere Leistung in Anspruch nehmen werden. Ein Altersvorsorgeprodukt wie die private Rente wird demnach für das weibliche Geschlecht günstiger. Eine Risiko-Lebensversicherung, die für Frauen bisher günstiger war als für Männer, wird für das weibliche Geschlecht ab 2013 teilweise deutlich teurer. (lk)

 

 

Grafik: IMWF/Hannoversche (zum Vergrößern anklicken)

Foto: Shutterstock

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