25. Februar 2013, 10:01
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Pensionsverpflichtungen: Schwächere Ausfinanzierung bei Dax-Konzernen

Der Ausfinanzierungsgrad der Pensionspläne von Dax- und MDax-Unternehmen ist zwischen Ende 2011 und Ende 2012 deutlich gesunken (minus 7,7 und minus 5,0 Prozentpunkte). Dies ergab eine auf Modellberechnungen basierende Studie der Unternehmensberatung Towers Watson.

ntwicklung des Ausfinanzierungsgrads von Pensionsverpflichtungen in den Musterplänen 2003 bis 2012; Quelle: Towers Watson Pension Index Germany

Dr. Thomas Jasper, Towers Watson

Die rückläufige Entwicklung gehe vor allem auf den Rechnungszins zurück, der im Betrachtungszeitraum um 140 Basispunkte auf 3,35 Prozent zum Stichtag 31. Dezember 2012 nachgab, teilte Towers Watson mit.

Zu Jahresende 2012 lag der Ausfinanzierungsgrad der Dax-Pensionspläne bei knapp 58 Prozent, im Vergleich zu 62 Prozent zur Jahresmitte 2012; bei MDax-Konzernen entsprechend bei rund 44 Prozent (Jahresmitte 2012: 47 Prozent, siehe Grafik).

Anzeichen einer Entspannung

Die Berater sehen allerdings Anzeichen für eine baldige Verbesserung der Ausfinanzierungsquote: So stieg der Rechnungszins bereits im Januar 2013 auf 3,7 Prozent, was laut Towers Watson als “erstes Anzeichen einer Zinsnormalisierung” gedeutet werden kann. Damit dürfte sich auch das – im Jahresverlauf 2012 herausfordernde – Umfeld für die Pensionswerke entspannen, heißt es.

“Die Entwicklung des Deckungsgrads in 2012 illustriert deutlich, wie stark die Bewertung der Pensionsverpflichtungen mit dem Rechnungszins schwankt”, sagt Dr. Thomas Jasper, Leiter des Beratungsbereichs “Betriebliche Altersversorgung” bei Towers Watson. Er rechnet vor: “Hätte man zum Jahresende 2012 den höheren Rechnungszins vom 31. Januar 2012 zugrunde legen können, wären die Pensionsverpflichtungen niedriger eingestuft worden und der der Ausfinanzierungsgrad der Dax-Pensionspläne läge dann bei knapp über 60 Prozent.”

Niedrigzinsumfeld fordert Pensionspläne heraus

Jasper ergänzt, dass das Niedrigzinsumfeld in 2012 zweifellos eine Herausforderung für viele Pensionspläne darstelle: “In diesem Umfeld wurde die Kapitalanlage deutlich erschwert, was die Kosten der bAV, insbesondere bei traditionellen Leistungszusagen, steigen ließ.” Jedoch hätten insbesondere große Unternehmen häufig schon auf modernere Pensionszusagen umgestellt, so der bAV-Berater, deren Ausfinanzierungsgrad auch bei Kapitalmarktschwankungen eher stabil bleibt.

Die Studie “German Pension Finance Watch” analysiert seit 2003 die aktuellen Entwicklungen der Pensionsverpflichtungen sowie die Erträge der hierfür reservierten Kapitalanlagen anhand von Musterplänen für Dax und MDax. (lk)

Zum Vergößern auf die Grafik klicken

ntwicklung des Ausfinanzierungsgrads von Pensionsverpflichtungen in den Musterplänen 2003 bis 2012; Quelle: Towers Watson Pension Index Germany

Entwicklung des Ausfinanzierungsgrads von Pensionsverpflichtungen in den Musterplänen 2003 bis 2012; Quelle: Towers Watson Pension Index Germany

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