Anzeige
15. April 2013, 14:24
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Produktinformationsblatt: Klarheit über die Gesamtkosten

Das geplante Produktinformationsblatt soll helfen, Altersvorsorgeprodukte transparenter zu machen. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat sich dabei gezielt mit der Frage der Kostentransparenz beschäftigt.

Gastbeitrag: Klaus Morgenstern, Deutsches Institut für Altervorsorge (DIA)

Klaus Morgenstern, DIA

Klaus Morgenstern, DIA

Finanzprodukte für die Altersvorsorge kranken häufig an mangelnder Transparenz und sind des­wegen für Laien kaum vergleichbar. Das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz, das derzeit im Vermittlungsausschuss des Bundesrates liegt, will die Transparenz zumindest durch bessere Vergleichbarkeit von Riester- und Basisrenten erhöhen. In einem neuen Produktinformationsblatt (PIB) sollen künftig die Chance-Risiko-Klasse genannt und klare Angaben zu den Kosten und zum Preis-Leistungs-Verhältnis des Sparproduktes gemacht werden. Für die Beschreibung des Preis-Leistungs-Verhält­nisses eignen sich die Effektivkosten.

Die Effektivkosten werden als Renditeminderung ausgewiesen, auch als “Reduction in Yield” oder Gesamtkostenquote bezeichnet. Diese Kennziffer zeigt auf einen Blick, wie sich die Kosten des jeweiligen Vertrages auf die Wertentwicklung der Altersvorsorge auswirken. Sie geht damit über das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) hinaus, das seit 2008 den Kostenausweis bei Lebensversicherungen in Euro und Cent vorschreibt. Damit können Altersvorsorgeprodukte spartenübergreifend verglichen werden.

Alle Kosten in einer Kennziffer erfasst

Die Gesamtkostenquote berücksichtigt alle Kosten in einer zentralen Kennziffer. Das sind sowohl die Abschluss- und Vertriebskosten als auch die laufenden Kosten des Altersvorsorgevertrages. Diese Quote gibt an, um wie viel sich die gesamte jährliche Wertentwicklung der Altersvorsorge unter Berücksichtigung aller Kosten bis zum Rentenbeginn reduziert. Hierfür werden die Kosten in eine jährliche Renditeminderung über den betrachteten Zeitraum umgerechnet.

Ein Beispiel: Die Klinik-Rente kommt bei Entgeltumwandlung von 100 Euro brutto pro Monat für einen Arbeitnehmer (40), der 27 Jahre lang in eine Direktversicherung einzahlt, derzeit auf eine jähr­liche Wertentwicklung von 4,41 Prozent vor Kosten, einschließlich Bewertungsreserven und Schlussüberschuss am Ende der Laufzeit. Für diesen Vertrag liegt die Gesamtkostenquote in der Anspar­phase bei 0,72 Prozent (siehe Tabelle).

Klaus Morgenstern, DIA

Leider gehen in die verwendeten Berechnungen bisher nur die Kosten in der Ansparphase von Altersvorsorgeverträgen ein, nicht jedoch die Kosten während des Rentenbezugs. Zwar könnten auch in der Auszahlungsphase Verwaltungskosten pro Jahr angegeben werden, üblich sind etwa zwei Euro pro 100 Euro gezahlte Rente pro Jahr. Die tatsächlichen Gesamtkosten hängen damit vor allem davon ab, wie lange der Kunde lebt. Somit stößt die Gesamtkostenquote in der Rentenphase an ihre Grenze.

Autor Klaus Morgenstern ist Mitglied des Sprecherkollegiums des Deutschen Instituts für Altersvorsorge in Berlin.

Foto: DIA

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. Nichts begriffen! Der Kostenvergleich interessiert doch keinen Bürger. Was nutzen Kosten, wenn der Fond einbricht und das Geld ist weg. Da wäre doch eine sichere Anlage mit höheren Kosten sogar noch besser.
    Und wenn wie oben bei der Klinikrente
    Nur die Ansparphase betrachtet wird und die Rentenphase völlig außer Acht gelassen wird ( mit Kosten, Besteuerung usw) ist das eigentlich Betrug am Kunden. Die Klinikrente über die 2 Phasen betrachtet ( Ansparphase und Rentenphase) ist in der Regel schlechter als eine ungeförderte Rentenversicherung.
    Einfach mal nachrechnen, bevor man so ein Blödsinn schreibt.

    Kommentar von Ebenhan — 17. April 2013 @ 13:16

  2. Nette (und nicht unbedingt neue) Idee, bringt aber nur dann etwas, wenn wirklich alle anfallende Kosten darin erfasst werden, d.h. z.B. bei fondsgebundenen Produkten gehören da auch die gesamten Fondskosten dazu – und die bestehen nicht nur aus der TER…

    Kommentar von Santosh Ammerseder — 16. April 2013 @ 14:16

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Sicherheitslücke in WLAN-Verschlüsselungsstandard

SicherheitsforscheSicherheitsforscher der Katholischen Universität Löwen haben eine gravierende Sicherheitslücke in dem Verschlüsselungsprotokoll WPA2 entdeckt, mit dem WLAN-Netze abgesichert werden. Ob die Lücke nur unter Laborbedingungen auftritt oder auch von Cyberkriminellen ausgenutzt werden kann, ist noch unklar.

mehr ...

Immobilien

Grundstücksrecht: Kostenfallen beim Immobilienkauf

Um im hart umkämpften Immobilienmarkt Deutschlands den Traum von den eigenen vier Wänden realisieren zu können, ignorieren Suchende immer häufiger Gefahren und Risiken. Das kann jedoch schwere Folgen auf finanzieller Ebene haben.

mehr ...

Investmentfonds

Warum der Einsteig in japanische Aktien lohnt

Japan ist noch immer bekannt für eine schwache Wirtschaft und eine niedrige Inflationsrate. Doch es gibt mehrere Gründe dafür, in den japanischen Markt einzusteigen. Investoren sollten nicht darauf warten, dass sich die Binnenkonjunktur stärkt, bevor sie investieren.

mehr ...

Berater

Mit Megatrends überzeugen

Anleger, die langfristig investieren, benötigen ein weit in die Zukunft reichendes Vertrauen in ihre Vermögensanlage.Themeninvestments, die auf stabile Megatrends setzen, können nicht nur durch ein langfristiges überdurchschnittliches Renditepotenzial überzeugen. Sie bieten Anlegern auch eine emotional nachvollziehbare Perspektive.

mehr ...

Sachwertanlagen

HTB-Zweitmarktfonds knacken Marke von 100 Millionen Euro

Die HTB Gruppe aus Bremen hat für ihre Serie von Immobilien-Zweitmarktfonds bislang insgesamt 100 Millionen Euro Eigenkapital eingeworben. Auch die Platzierung des aktuellen Fonds läuft gut.

mehr ...

Recht

LV-Standmitteilungen: Klare Standards müssen her

Die aktuelle Gesetzesnovelle zu den Standmitteilungen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Transparenz und Vollständigkeit. Doch eine Garantie für bessere Verständlichkeit ist sie nicht.

Gastbeitrag von Henning Kühl, Policen Direkt

mehr ...