Sparkassen und öffentliche Versicherer: „Keine Abkehr von der Lebensversicherung“

Die deutschen Sparkassen und die öffentlichen Versicherer haben einen Pressebericht dementiert, wonach diese ihr Lebensversicherungsgeschäft abwickeln wollen. Der Bericht sei „irreführend und teilweise falsch“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Aussagen im „manager magazin“ spiegelten in keiner Weise den Stand der Diskussion wider, sagt Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl, Vorsitzender des Verwaltungsrats des Verbands öffentlicher Versicherer. „Es gibt für die öffentlichen Versicherer keinen Grund, ernsthaft über die Option eines Run-Offs ihrer Lebensversicherer nachzudenken.“

„Von einer Notlage kann keine Rede sein“

Die öffentlichen Lebensversicherer seien stabile Unternehmen, deren Bewertungsreserven sich auf dem Niveau des Marktes bewegten, ergänzt von der Sahl. Auch dem schwierigen Finanzmarktumfeld und dem vorbeugenden Aufbau einer Zinszusatzreserve seien die öffentlichen Lebensversicherer gewachsen. „Von einer Notlage, wie im manager magazin zu lesen ist“, so der Verbandsvorsitzende „kann überhaupt keine Rede sein.“

Auch beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) widerspricht man der Darstellung des Magazins: „Sparkassen und öffentliche Versicherer planen keinen Ausstieg aus dem Lebensversicherungsgeschäft“, betont DSGV-Präsident Georg Fahrenschon. Für die Absicherung der biometrischen Risiken wie Tod oder Berufsunfähigkeit sowie in der privaten und betrieblichen Altersvorsorge werde es weiterhin einen großen Bedarf geben, den man in hoher Qualität bedienen werde, so Fahrenschon.

Internes Papier soll „Run-Off“-Planspiele belegen

Das manager magazin hat in seiner aktuellen Ausgabe vom vergangenen Freitag berichtet, dass die Lebensversicherungstöchter der elf Sparkassenversicherungsgruppen zu mehreren größeren Gesellschaften fusionieren oder gar vollständig abgewickelt werden könnten. Die Reporter berufen sich auf ein internes Papier, das dem Magazin vorliegen soll. Darin hätten die Spitzen sämtlicher Sparkassenverbände die öffentlich-rechtlichen Versicherungsunternehmen aufgefordert, eine „Fokussierung des Neugeschäfts in der Lebensversicherung auf einen gemeinsamen Träger“ und eine „Verwaltung der Altbestände im Rahmen eines Run-Off“ zu prüfen. (lk)

Foto: Shutterstock

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