16. August 2013, 07:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Wir wollen Aktien und Immobilien auf bis zu 30 Prozent ausbauen”

Dr. Walter Botermann, Chef des Lebensversicherers Alte Leipziger, erklärt, warum sein Haus im Produktbereich an Bewährtem festhält und in der Kapitalanlage vergleichsweise forsch agiert.

Staatsanleihen

“Zudem werden nach Solvency II weiterhin alle EU-Staatsanleihen – unabhängig vom Rating – als risikolos angesehen.”

Cash.: Für dieses Jahr erwarten Sie unter anderem “solide Kapitalanlageergebnisse zur Sicherung der gegebenen Garantieversprechen”. Können Sie das näher erläutern und gilt dies auch über 2013 hinaus?

Botermann: Wir erreichten im Schnitt der letzten drei Jahre eine Nettoverzinsung von 4,9 Prozent, wobei das letzte Jahr aufgrund von Sondereinflüssen mit 5,4 Prozent einen besonders hohen Wert aufwies.

Auch wenn sich die Alte Leipziger dem Niedrigzinsniveau nicht entziehen kann, sind wir zuversichtlich, in den nächsten Jahren eine ausreichende Nettoverzinsung zur weiteren Sicherung der gegebenen Garantieversprechen zu erzielen. Hierzu trägt unter anderem unsere hohe laufende Verzinsung im Immobilienbestand sowie die weitere Stärkung unserer Substanzwerte bei.

Wie diversifizieren Sie Ihr Anlageportfolio und welche Anteile streben Sie in der Kapitalanlage hinsichtlich Aktien, Immobilien und Infrastruktur an?

Die Diversifikation unserer Anlagen erfolgt über die Aktien, in die wir weltweit direkt oder über ETFs investieren. Hier streben wir mittelfristig eine strategische Quote von circa 20 Prozent an, die wir seit letztem Jahr aufbauen.

Bei Immobilien sind wir nur in Deutschland vertreten, weil sich hier unsere Strategie der Investition in Einzelhandelsimmobilien und Wohnungen sehr gut umsetzen lässt und wir dafür auch eine Expertise besitzen.

In Anbetracht der Verschuldungsproblematik von Ländern und Privaten in vielen Ländern, die eine enorme Liquiditätsschwemme durch die Notenbanken zu Folge hatte, wollen wir die Substanzwerte Aktien und Immobilien auf bis zu 30 Prozent aufbauen.

Im Aktienbereich ist das – bei Tolerierung von Volatilität – einfacher und schneller möglich, aber im Immobilienbereich wird die strategische Quote von zehn Prozent abhängig von der Verfügbarkeit entsprechend hoher Objektqualität zu erreichen sein.

Die Entwicklung bei Infrastrukturanlagen verfolgen wir mit Interesse, halten den Markt aber noch für zu jung, um gleich als einer der Ersten dabei zu sein.

Die Alte Leipziger ist für ihre besonders “garantiefreundliche” Haltung bekannt. Werden Sie im Falle einer Garantiezinsabsenkung neue Vorsorgelösungen entwickeln, die von der klassischen Garantie abweichen?

Die Alte Leipziger hat sich klar positioniert. Sie wird weiterhin Garantien über die gesamte Vertragslaufzeit aussprechen und auch künftig zu den Anbietern klassischer Garantieprodukte zählen, um den Vorsorgebedarf der Kunden optimal abzudecken.

Zusätzlich beschäftigt sich die Alte Leipziger gegenwärtig intensiv mit der Weiterentwicklung ihrer Garantieprodukte und steht hierüber im engen Austausch mit den Geschäftspartnern. Eine konkrete Ausprägung und Termine stehen noch nicht fest.

Schon heute bieten wir mit Fondsprodukten Lösungen an, die dem Kunden hohe Flexibilität in den Anlagen, aber auch, bei kritischen Kapitalmarktzeiten, die notwendigen Garantien bieten.

Welche Modifikationen bedarf es aus Ihrer Sicht in Deutschland bei der Zinszusatzreserve und welche auf europäischer Ebene hinsichtlich Solvency II?

Die Zinszusatzreserve dient der Stabilisierung der Garantieversprechen in der Niedrigzinsphase. Hierbei soll eine Absicherung der Investitionsbereiche in Staatsanleihen abgebildet werden.

In diesem Zusammenhang ist nach der Neubewertung von Frankreich der Bewertungskorb der Anleihen nicht mehr nach Ratingklassen, sondern auch nach Anleihen von erstklassigen Staatsanleihen im Investitionsportfolio zu prüfen.

Zudem werden nach Solvency II weiterhin alle EU-Staatsanleihen – unabhängig vom Rating – als risikolos angesehen. Daher wäre es folgerichtig, den Anleihekorb auf mindestens AA-Länder auszudehnen oder ganz umzustellen auf Swap-Sätze.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Frank Seifert

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Cybersicherheit: Je jünger, umso gedankenloser

Eine Umfrage von Kaspersky unter Befragten aus Deutschland und Großbritannien offenbart, dass der Schutz der Privatsphäre der Generation Z (1996 bis 2000 geboren) zumindest weniger wert ist als älteren Nutzern: So stimmen 93 Prozent der Baby-Boomer (1946 bis 1964 geboren) der Aussage zu, dass die Wahrung der Privatsphäre wichtig ist; bei der Generation Z hingegen nur 81 Prozent. Eine größere Differenz zeigt sich bei der Aussage, dass die Wahrung des Datenschutzes in der heutigen Welt wichtiger als jemals zuvor sei: die Generation Z stimmt mit 63 Prozent zu, die Baby-Boomer mit 80 Prozent.

mehr ...

Immobilien

Deutschland braucht die Wohnwende?

“Wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens darüber, was uns und dem Staat das Wohnen wert ist”, erklärte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zum Auftakt der Jahres-Pressekonferenz in Berlin. “Die aufgeheizten Debatten um Mietendeckel und Enteignungen sind ein Symptom für die Probleme in immer mehr Wohnungsmärkten.

mehr ...

Investmentfonds

China dominiert das Geschäft mit den Edelmarken

Die Chinesen haben sich als stärkste Macht im weltweiten Luxusgeschäft etabliert. Ihre enorme Kaufkraft beflügelt den Absatz von hochpreisigen Accessoires, Kosmetik, Schmuck oder Kleidung – und dies vor allem in ihrem Heimatland. Insgesamt stieg der weltweite Umsatz mit Luxuswaren 2018 um 6 Prozent auf 260 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr prognostiziert die internationale Managementberatung Bain & Company gemeinsam mit dem italienischen Luxusgüterverband Fondazione Altagamma im “Luxury Study 2019 Spring Update” ein Wachstum des globalen Luxusmarkts von 4 bis 6 Prozent. Währungsbereinigt wird der Umsatz auf 271 bis 276 Milliarden Euro zulegen.

mehr ...

Berater

Nullzinspolitik: Banken werden bei Digitalisierung ausgebremst

Nach dem Willen der EZB bleiben die Nullzinsen im Euroraum noch mindestens bis 2020 bestehen. Viele Banken stellt das vor ernsthafte Probleme. 80 Prozent der Institute sagen, dass die Zinsen steigen müssen, damit sie wieder Geld verdienen. Drei Viertel verlangen von der Politik, Banken besser zu schützen und mehr zu deregulieren. Das geht aus einer Umfrage der Software-Firma Camunda hervor. 102 Führungskräfte und Projektleiter wurden befragt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Landesgesetz zur Mietpreisdeckelung verhindern Regelungen des Bundes

Das von der Berliner Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Die Linke), vorgelegte Eckpunktepapier soll am 18. Juni 2019 vom Berliner Senat beschlossen werden und ein erster Gesetzesentwurf bereits Ende August vorliegen. Ein entsprechendes Gesetz könnte damit schon im Januar 2020 verkündet werden. Ein Gesetz in dieser Form wird einer umfassenden verfassungsrechtlichen Überprüfung nicht standhalten. Ein Kommentar von Dr. Markus Boertz, Kanzlei bethge | immobilienanwälte.steuerberater.notar.

mehr ...