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8. Januar 2013, 13:18
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“Produktinnovationen sind notwendig”

Dr. Reiner Will, Geschäftsführer der Ratingagentur Assekurata, sieht die Produktlandschaft in der Lebensversicherung infolge des Niedrigzinsumfeldes und der daraus folgenden sinkenden Überschussbeteiligung einem fundamentalen Wandel unterworfen.

Überschussbeteiligung

Reiner Will, Assekurata: „Die klassische Lebensversicherung verliert zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit.“

Cash.: Besteht die Gefahr, dass die Lebensversicherer, beispielsweise durch die vor einigen Wochen im Markt diskutierten Aussetzung der Mindest-Überschussbeteiligung, das Vertrauen ihrer Kunden verspielen?

Will: Die Gefahr, dass Kunden das Vertrauen in Lebensversicherer verlieren, besteht in der Tat. Nur sehe ich nicht, dass die Branche mit den Kunden spielt.

Fakt ist, dass die Lebensversicherer bisher sehr gut durch die Finanzmarktkrise gekommen sind und dass die Kunden im Vergleich zu anderen Sparformen eine überdurchschnittliche Verzinsung erhalten haben.

Nach unseren Beobachtungen reagieren die Versicherer zielgerichtet auf das Niedrigzinsumfeld. So steigt zum Beispiel die Duration der Kapitalanlagen und damit auch die Restlaufzeit der Anlagebestände.

Dies ist dem Umstand geschuldet, dass in der Neuanlage Langläufer eine noch etwas höhere Rendite erzielen. Dauerhaft zehrt das Niedrigzinsumfeld aber an der Substanz.

Wie wird sich das Niedrigzinsniveau auf die künftige Produktlandschaft der Lebensversicherer auswirken?

Die klassische Lebensversicherung mit langlaufenden Zinsgarantien verliert zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. Für die Anbieter wird sie unter den Gesichtspunkten Profitabilität und Kapitalbedarf unattraktiver.

Vor diesem Hintergrund sind Produktinnovationen notwendig. Diese müssen aber für Kunden und Anbieter gleichermaßen Sinn machen. Dies betrifft zum einen veränderte Garantiekonzepte, die sich am Bedarf des Kunden ausrichten, die zugleich aber mit deutlich geringerem Kapitalbedarf auf Seiten der Versicherer auskommen.

Wie könnten diese aussehen?

Stichwörter hierzu sind: Garantien, die erst zum Vertragsende fällig werden, eine zeitliche Befristung beziehungsweise Staffelung von Zusagen oder eine Realverzinsungsgarantie.

Zum anderen sind Modifikationen am Überschussbeteiligungssystem vorstellbar. Dies betrifft beispielsweise eine Konzentration auf Schlussüberschüsse, die Einführung von Wartezeiten oder eine Überschussbeteiligung, die stärker die Solvenzkapitalanforderung der Unternehmen berücksichtigt.

Größere Spielräume der Unternehmen bei Garantie und Überschussbeteiligung sollten für die Kunden mit verbesserten Renditechancen einhergehen. Eines sollte aber klar sein: die ohnehin schon nicht einfach verständliche Produktwelt wird sicherlich noch komplexer.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Assekurata

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