Anzeige
20. Mai 2014, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Assekurata: Altersvorsorgesparen attraktiver machen

Als Reaktion auf das anhaltende Zinstief sollte die Politik Altersvorsorgesparen intensiver fördern, fordert die Ratingagentur Assekurata in ihrem aktuellen Marktreport zu Lebensversicherungen in Deutschland.

Altersvorsorge-europaeischer-Vergleich in Assekurata: Altersvorsorgesparen attraktiver machen

Das Sparen für die Altersvorsorge muss von der Politik stärker gefördert werden.

Dadurch könne sie zumindest einen Teil der Mittel, die sie durch die günstigen Finanzierungsbedingungen für den Bundeshaushalt an den Anleihemärkten einspart, wiederum den Sparern zugute kommen lassen und die Rahmenbedingungen für kapitalgedeckte Altersvorsorge attraktiv gestalten. Das niedrige Zinsniveau an den Kapitalmärkten stellt die Lebensversicherer vor immer größere Herausforderungen.

Dies zeige sich nicht zuletzt am steigenden Aufwand für die Zinszusatzreserve zur langfristigen Finanzierung bestehender Garantiezusagen. Insgesamt summierten sich die seit 2011 in diese Reserve eingestellten Mittel branchenweit auf nunmehr etwa 13,5 Milliarden Euro, was rund zwei Prozent der konventionellen Deckungsrückstellung der Lebensversicherer entspreche.

Mehr Mittel für Zinszusatzreserve

“Unter der Annahme gleichbleibender Zinskonditionen und Berechnungsmodalitäten gehen wir davon aus, dass die Unternehmen 2014 der Zinszusatzreserve weitere acht bis zehn Milliarden Euro zuführen müssen“, sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse der Rating-Agentur Assekurata und Verfasser der Untersuchung.

Dabei erziele der Hauptteil des Marktes die Mittel zumindest teilweise durch außerordentliche Verkäufe bei festverzinslichen Anlagen, die ursprünglich zur Finanzierung langfristiger Verpflichtungen bestimmt waren und bis zur Fälligkeit gehalten werden sollten. “In Anbetracht des hohen Nachreservierungsvolumens und der substanziell bestehenden Bewertungsreserven auf diesen Papieren ist das Vorgehen betriebswirtschaftlich nachvollziehbar”, stellt Lars Heermann fest.

“Im Gegenzug verringert sich hierdurch aber der laufende Zinsertrag aus den Kapitalanlageportfolios schneller, was wiederum den Anspruch an alternative Ertragsquellen erhöht.” Diese Effekte zeigten sich deutlich in der nachfolgenden Abbildung. Während die nominale Nettoverzinsung durch die Veräußerungsgewinne nach oben verzerrt werde, laufe die laufende Durchschnittsverzinsung als Indikator für den ordentlichen Kapitalanlageertrag in die andere Richtung und spiegelt den faktisch rückläufigen Durchschnittskupon in den Kapitalanlagen der Lebensversicherer wider.

Gleichlauf von Durchschnittsverzinsung und Garantiezinsanforderung

Zugleich habe sich die laufende Durchschnittsverzinsung in der jüngeren Vergangenheit weitgehend parallel zur Garantiezinsanforderung der Bestände entwickelt. “Bei dieser bilanziell vereinfachten Betrachtung besitzt die Breite der Anbieter somit noch einen Ertragspuffer von etwa 0,80 Prozentpunkten gegenüber den zu erfüllenden Mindestverpflichtungen, welcher unter Berücksichtigung der bereits gestellten Zinszusatzreserven noch gut 0,10 Prozentpunkte höher ausfällt”, erläutert Lars Heermann.

Sollte das niedrige Zinsniveau in der Neuanlage allerdings, wie von Assekurata vermutet, anhalten, erschwerten sich die Finanzierbarkeitsbedingungen weiter, was immer mehr zu einer Belastungsprobe für die Rohüberschüsse der Unternehmen würde.

Unterschiede bei Ertragskraft und Risikotragfähigkeit

“Angesichts der niedrigen Neuanlagezinsen kristallisieren sich individuelle Unterschiede bei der Ertragskraft und Risikotragfähigkeit deutlicher heraus, die in der künftigen EU-Aufsichtswelt unter Solvency II noch stärker in den Blickpunkt rücken werden“, beobachtet Heermann. Das geringe Zinsniveau und die schwächere Ertragslage drückten auf das Überschussbeteiligungsniveau der Kunden.

Weiter lesen: 1 2

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...