bAV: Unternehmen sehen großen Anpassungsbedarf

„Gerade in den Bereichen Alters- und Gesundheitsversorgung gibt es eine starke Erwartungshaltung der Arbeitnehmer. Viele fühlen sich unwohl dabei, diese komplexen Themen alleine zu verantworten und wünschen sich Unterstützung durch ihren Arbeitgeber“, sagt Jasper. „Die Unternehmen nehmen diese Verunsicherung wahr und zeigen eine große Bereitschaft, sich in diesen Bereichen stärker zu engagieren. Kollektive Lösungen treffen die Interessen beider Seiten und bieten Effizienzen, die dem Einzelnen nicht offenstehen.“

Die Mehrheit der befragten deutschen Unternehmen sieht sich der Studie zufolge bei Alters- (64 Prozent) und Gesundheitsversorgung (60 Prozent) in der Pflicht. Zugleich bestehe großer Anpassungsbedarf, da nur 32 Prozent der Unternehmen ihr Angebot an Zusatzleistungen für 2020 bereits gut aufgestellt sieht. Fast genau so viele sehen es demnach als unwahrscheinlich an, dass ihre bestehenden Angebote auf mittlere Sicht noch geeignet sein werden.

Höhere Kosten als größte Herausforderung

Die größte Herausforderung bei der bAV sehen die Unternehmen in den Kosten für die Implementierung neuer Angebote und höheren Kosten für bestehende Benefits (je 43 Prozent), so die Studie. Jedes dritte Unternehmen sehe zudem eine zu starke Regulierung als Hürde. In Deutschland rechnet demnach fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) mit steigenden Kosten für die angebotenen Benefits.

„Veränderungen bei der bAV nehmen in der Regel einige Jahre in Anspruch und entfalten ihre Wirkung im Laufe von Jahrzehnten. Eine langfristige Perspektive ist für die Ausrichtung der Maßnahmen unerlässlich“, erläutert Jasper. „Einen Änderungsbedarf zu erkennen, ist ein wichtiger Schritt, doch diese Erkenntnis muss zu konkreten Maßnahmen führen. Die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft ist ein drängendes Thema, und die Unternehmen müssen jetzt reagieren.“

Für die Studie „Is 75 the new 65? Rising to the challenge of an ageing workforce“ hat die Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von Towers Watson Führungskräfte aus 480 (56 aus Deutschland) großen mittelständischen Unternehmen und weltweit agierenden Konzernen in ganz Europa zu ihren Erwartungen hinsichtlich des demografischen Wandels und dessen Konsequenzen für die eigenen Benefit-Programme befragt. (jb)

Foto: Shutterstock

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