2. Januar 2014, 08:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Verbraucherschützer kritisieren neue Förder-BU

Der Bund der Versicherten (BdV) hält die zum 1. Januar 2014 eingeführte steuerlich geförderte Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) für “misslungen”. Aufgrund der gesetzlich geforderten lebenslangen Rentenzahlung sei ein solcher Vertrag für viele Menschen unbezahlbar, kritisiert BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

Axel Kleinlein, Bund der Versicherten

Axel Kleinlein, Bund der Versicherten (BdV): “Mit dem geförderten Produkt in der jetzigen Ausgestaltung erreichen wir keine flächendeckende bezahlbare Absicherung gegen Berufsunfähigkeit.”

Die richtige Idee der Bundesregierung, für einen flächendeckenden Berufsunfähigkeitsschutz zu sorgen, verpuffe damit im Nichts, sagt Kleinlein. Zwar begrüßt es der BdV, dass der Gesetzgeber die Absicherung der eigenen Arbeitskraft gegen Berufsunfähigkeit steuerlich fördern möchte. Allerdings sei es ein “Geburtsfehler” dieser Förderung, den Risikoschutz mit einer lebenslangen Rente zu verknüpfen, teilen die Verbraucherschützer mit.

BdV: Nach dem Berufsleben soll die Altersvorsorge greifen

“Das Konstrukt der BU-Versicherung mit einer lebenslangen Rente haben wir von vornherein abgelehnt”, so Kleinlein. Laut BdV sind Berufsunfähigkeitspolicen nur dann empfehlenswert, wenn sie das Risiko der Berufsunfähigkeit nur bis zum gesetzlichen Rentenbeginn abdecken. Für die Zeit nach dem Berufsleben sollte hingegen die Altersvorsorge aus gesetzlicher Rente zuzüglich privater Verträge greifen, heißt es.

Verbraucherschützer fordern Regierung zur Nachregulierung auf

“Die Regierung muss hier nachregulieren”, fordert der BdV-Chef. “Denn mit dem geförderten Produkt in der jetzigen Ausgestaltung erreichen wir keine flächendeckende bezahlbare Absicherung gegen Berufsunfähigkeit.”

Zudem fordert der BdV, dass die Kalkulationsgrundlagen für die Berufsunfähigkeitsversicherungen auf den Prüfstand gestellt werden sollten. Die Annahmepolitik der Versicherungswirtschaft sei sehr streng, so Kleinlein. “Wer älter ist oder Vorerkrankungen hat, hat oft das Nachsehen und bekommt keinen bezahlbaren Versicherungsschutz.” (lk)

Foto: Christof Rieken

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

3 Kommentare

  1. Das Thema “geförderte BU” wird m.E. in diesem Jahr noch ein zentrales Thema werden. In ähnliche Richtung geht auch die Forderung der Lokführer, die über die Gewerkschaft GDL für eine Berufsunfähigkeitsversicherung streiken wollen, die die Deutsche Bahn zahlen soll.

    Kommentar von Charlotte Herrmann — 13. Januar 2014 @ 10:36

  2. Ich frage mich manchmal, ob es nicht günstiger und einfacher wäre, BU-Versicherungen staatlich über Steuereinnahmen zu finanzieren. Dann wäre jeder abgesichert!

    Kommentar von AM — 12. Januar 2014 @ 20:00

  3. Bei einer flächendeckenden BU-Versicherung geht es der Politik wie in der gesetzl. Rentenversicherung um eine Geld-Dispositionmasse, aus der primär nach Gutdünken die eigene Klientel zu Lasten der Netto- Einzahler bedient wird. Was übrig bleibt wird “grecht” verteilt. Die lebenlange BU-Vers. ist nur ein Nebenkriegsschauplatz. Hoch lebe der Sozialstaat, der einen Rohrkrepierer nach dem anderen produziert.!!!

    Kommentar von Jack Gelfort — 3. Januar 2014 @ 10:14

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...