17. Juni 2014, 08:43
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sind BU-Versicherer Nein-Sager? Wahrnehmung versus Fakten

Vermehrt wurde in den Medien negativ über das Regulierungsverhalten der BU-Versicherer berichtet. Es ist unter anderem die Rede von systematischen Benachteiligungen, Hinhaltetaktiken und Vorenthaltungen berechtigter Leistungen. Die BU-Leistungspraxisstudie von Franke und Bornberg zeigt eine starke Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Fakten.

Gastbeitrag von Michael Franke, Franke & Bornberg

BU-Versicherung

“Eine Erkenntnis verblüfft: bei vielen Fällen, in denen es nicht zur Anerkennung kommt, handelt es sich nicht um Ablehnungen.”

Wir haben über viele Monate akribische Arbeit in unsere große BU-Leistungspraxisstudie investiert, um dem Phänomen der BU-Regulierung und dessen Image auf den Grund zu gehen und um Fakten für die weitere Diskussion zu schaffen.

Dabei haben wir besonders die kritisch besprochenen Themen, wie die Auswahl und Verteilung der Gutachter, die BU-Anerkennungen/Ablehnungen, die Regulierungsdauern, die Gerichtsprozesse, Verweisung/Umorganisation, Rücktritte und Anfechtungen, zeitliche Befristungen sowie Individualvereinbarungen der BU-Versicherer auf den Prüfstand gestellt.

Das Franke & Bornberg-Analyse-Team war bei Versicherungsgesellschaften vor Ort, um einen Stichprobenumfang von über 700 Leistungsfällen, davon 75 Prozent Ablehnungen, zu analysieren. Die Stichprobe steht repräsentativ für insgesamt 22.400 BU-Leistungsfälle.

Ergebnisse der BU-Leistungspraxisstudie

Unsere Untersuchungen ergaben, dass sich viele relevante Daten und Quoten in den letzten Jahren verbessert haben oder zumindest konstant geblieben sind. Die im Raum stehenden Vorwürfe des strategischen Ablehnungsmanagements durch Versicherer, um sich berechtigter Leistungsansprüche zu entledigen, konnten nicht durch Fakten bestätigt werden.

Fehlende Anerkennung bedeutet nicht zwansgweise Ablehnung

Eine Erkenntnis verblüfft dabei: bei vielen Fällen, in denen es nicht zur Anerkennung kommt, handelt es sich nicht um Ablehnungen. Vielmehr wurden vorsorglich gemachte Leistungsanmeldungen durch die Kunden selbst nicht weiter verfolgt.

Die Zeiten von der Meldung bis zur endgültigen Entscheidung (Regulierungsdauer) schwanken deutlich. Hierfür tragen eher selten die Versicherer die Verantwortung. In den meisten Fällen verzögerten die aufwendige Informationsbeschaffung, wie ärztliche Auskünfte oder Gutachten, sowie durch nicht vollständig ausgefüllte Formulare erforderliche Rückfragen den Prozess.

Gutachten ziehen sich in die Länge

Insbesondere bei der BU-Ursache Nummer 1, den psychischen Erkrankungen, ziehen sich Gutachten in die Länge. Oft spielt dabei die geringe Verfügbarkeit qualifizierter Gutachter eine Rolle. Weiter ergab unsere BU-Leistungspraxisanalyse, dass es nur in Ausnahmefällen zu einem Gerichtsverfahren kommt.

Seite zwei: Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Fakten

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Telefonica und Allianz starten Glasfaserprojekt in Deutschland

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstag in Madrid und München mit.

mehr ...

Immobilien

Karlsruhe weist Eilantrag gegen Berliner Mietendeckel ab

Kurz vor Inkrafttreten der zweiten Stufe des umstrittenen Berliner Mietendeckels hat das Bundesverfassungsgericht einen vorläufigen Stopp abgelehnt. Die Karlsruher Richter wiesen den Eilantrag einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts ab, die in Berlin 24 Wohnungen vermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Die Halver-Kolumne: US-Wahl – So viel mehr als nur eine normale Wahl

Der politische Höhepunkt 2020 steht kurz bevor und die Börsen sind nervös. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung der US-Präsidentschaftskandidaten kann man getrost von einer Richtungswahl sprechen. Besonders spannend sind die Fragen, ob bzw. wann es einen Sieger gibt, ein knappes Ergebnis überhaupt akzeptiert oder sogar als Wahlbetrug bezeichnet wird. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Zweiter Chef bei Exporo

Herman Tange verstärkt ab sofort das Management-Team der Crowdinvesting-Plattform Exporo als Co-CEO an der Seite von Simon Brunke und soll in den Vorstand der Exporo AG berufen werden, sobald die formellen Anforderungen dafür erfüllt sind.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance mit 650-Millionen-Dollar-Closing in San Francisco

Der Asset Manager Deutsche Finance und SHVO Capital haben gemeinsam für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer den Gebäudekomplex „Transamerica Pyramid“ in San Francisco erworben.

mehr ...

Recht

Das sollten private Vermieter beachten

Die meisten Wohnungen gehören in Deutschland Privatleuten. Sie vermieten meistens nur ein oder zwei Einheiten. Kleinvermieter nutzen die Immobilie häufig als Kapitalanlage oder als Finanzierungsbeitrag zum Bau des Eigenheims. Worauf es für private Vermieter ankommt.

mehr ...