Anzeige
21. März 2014, 09:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Psychisch Kranke vor Armutsfalle bewahren

Die Aufnahme der Lage der psychisch Kranken in den Koalitionsvertrag sollte als politisches Signal für eine Reform und einen Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung und eine Verbesserung der Lage für von Erwerbsminderung betroffene Menschen sein.

Kolumne von Prof. Dieter Weirich, DIA

Psychisch Kranke

Die erstmalige, besondere Aufnahme dieses Themas in einen Koalitionspakt zeigt, dass der steile Anstieg von psychischen Erkrankungen auch die Bundesregierung auf den Plan gerufen hat.

Die Stärkung von Prävention und betrieblicher Gesundheitsförderung will die schwarz-rote Bundesregierung in Angriff nehmen und gleichzeitig neue Initiativen für eine moderne Arbeitsmedizin unterstützen.

So jedenfalls steht es im Koalitionsvertrag, der in der drastischen Zunahme psychischer Erkrankungen die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes beim Gesundheitsschutz in der Arbeitswelt sieht.

Physische und psychische Belastungen gemeinsam betrachten

Physische und psychische Belastungen müssten vermehrt gemeinsam betrachtet werden. So sollen neue Präventionskonzepte und betriebliche Gestaltungslösungen in enger Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) vorangetrieben, die Instrumente zur Vorbeugung zielsicherer ausgerichtet, der Arbeitsschutz besser kontrolliert, das Thema der psychischen Gesundheit verstärkt in die Arbeitsschutzverordnungen aufgenommen und Belastungsfaktoren wissenschaftlich genauer bestimmt werden.

Eine verbindliche Regelung in Form einer Verordnung für das Vorgehen bei psychischen Erkrankungen gibt es zwar nicht, es wird aber für spätere Zeiten ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Noch für dieses Jahr kündigt die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD die Verabschiedung eines Präventionsgesetzes an.

Steiler Anstieg psychischer Erkrankungen

Die erstmalige, besondere Aufnahme dieses Themas in einen Koalitionspakt zeigt, dass der steile Anstieg von psychischen Erkrankungen auch die Bundesregierung auf den Plan gerufen hat.

Nahezu jede zweite Frührente ist inzwischen psychisch verursacht, rund 75 000 Versicherte haben 2012 eine Rente wegen Erwerbsminderung bezogen, die Depressionen haben sich im letzten Jahrzehnt ebenso verdoppelt wie die betrieblichen Fehltage.

Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen sowie Suchterkrankungen haben in beunruhigender Form zugenommen. Knapp 14 Prozent aller betrieblichen Fehltage gehen auf psychische Erkrankungen mit einer zumeist längeren Abwesenheitsdauer vom Arbeitsplatz zurück.

Nach Muskel-Skelett-Erkrankungen ist die Seele die zweithäufigste Ursache für eine oft frühe Arbeitsunfähigkeit, mit der oft der Weg in die persönliche Armut vorgezeichnet ist. Ein Viertel der erwerbsunfähigen Rentner lebt in Armut. Einen besonders hohen Anteil stellen dabei Langzeitarbeitslose, 37 Prozent der Hartz IV-Empfänger sind psychisch krank.

Seite zwei: Stress am Arbeitsplatz

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

230 Pflegedienste unter Betrugsverdacht

Bei den bundesweiten Betrugsermittlungen gegen ambulante Pflegedienste hat sich ein Verdacht gegen 230 russisch-eurasische Anbieter ergeben. Das gehe aus dem Abschlussbericht der Sonderermittlungsgruppe von Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hervor, berichten “Die Welt” und der Bayerische Rundfunk.

mehr ...

Immobilien

NordLB erwägt Verkauf Deutscher Hypothekenbank

 

Die NordLB prüft, ob sie die Deutsche Hypothekenbank verkauft, damit würde sie sich von ihrer Immobilientochter trennen. Das geht aus einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hervor. Die NordLB erlitt durch Geschäfte mit Schiffskrediten große Verluste.

mehr ...

Investmentfonds

“Ökonomischen Rückenwind in Europa für konsequente Reformen nutzen”

Carsten Mumm von der Privatbank Donner & Reuschel erwartet deutliches Wachstumsplus im zweiten Quartal in Europa, das nicht ungenutzt bleiben sollte.

mehr ...

Berater

Viel Rückenwind für Schwellenländer

Während die globale Konjunktur nur langsam vorankommt, lassen zahlreiche Schwellenländer die Industriestaaten hinter sich. Im Durchschnitt erwarten Karen Watkin und Morgan Harting, beide Multi-Asset Portfolio Manager bei AllianceBernstein, für die Schwellenländer 2017 ein Wachstum von 4,1 Prozent, für die Industrieländer hingegen nur knapp über zwei Prozent. Doch das ist nicht der einzige Faktor, der für Anlagen in den Emerging Markets (EM) spricht.

mehr ...

Sachwertanlagen

Prospekthaftung: BaFin gibt Entwarnung – ein wenig

Die BaFin hat gegenüber Cash. zu einem BGH-Urteil Stellung genommen, das einen von ihr geprüften Fondsprospekt mit deutlichen Worten kassiert hatte und damit auch Fragen zur Rechtssicherheit aktueller Emissionen aufwirft.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...