Anzeige
Anzeige
5. Februar 2014, 11:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vermittler lassen sich Provisionen in Milliardenhöhe entgehen

Versicherungsvermittler verzichten im Geschäft mit Gewerbekunden auf rund 1,5 Milliarden Euro an Provisionen, teilt die Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting mit. Der deutschen Versicherungswirtschaft entgehen dadurch demnach fünf Milliarden Euro Versicherungsprämien.

Gewerbekunden: Vermittler verzichten auf Provisionen in Milliardenhöhe

Maklern und Versicherern entgeht der Studie zufolge ein Milliardengeschäft im Firmenkundensegment.

Diese Zahlen hat die Unternehmensberatung im Rahmen der Studie “Branchenkompass 2013 Versicherungen” ermittelt. Ein Hauptgrund für die Ausfälle ist demnach, dass viele unternehmerische Risiken, die sich versichern ließen, unentdeckt bleiben, weil die Vermittler im Kundengespräch nicht danach fragen.

Zudem scheuen der Studie zufolge viele Versicherungsvertriebe und -makler den aufwändigen und haftungsträchtigen Verkauf einzelner Gewerbeprodukte. Das ungenutzte Potenzial erkennen demnach inzwischen auch die Entscheider der Finanzdienstleister.

Unentdeckte Risiken im Wachstumsmarkt Gewerbe

Das Geschäft mit Gewerbekunden sei ein Wachstumsmarkt, heißt es in der Studie. Kleine und mittlere Unternehmen investieren in neue Methoden und Technologien und lassen zudem sich und ihre Produkte zertifizieren. Die eigene Absicherung komme allerdings meist zu kurz.

Darüber hinaus gebe es viele unentdeckte Risiken, die den Assekuranzen zusätzliche Einnahmen bringen würden. Dazu zählt demnach unter anderem das Risiko einer Betriebsunterbrechung durch sogenannte Cyber-Risiken.

“Viele Unternehmen sind gegenüber einer solchen Bedrohung kaum abgesichert. Häufig ist dies die Folge einer unvollständigen Beratung. Eine massive Unterbrechung des Geschäftsbetriebs wird dann für den Gewerbetreibenden schnell zur wirtschaftlichen Überlebensfrage”, sagt Lars Matzen, Versicherungsexperte von Steria Mummert Consulting.

Industrieversicherer wollen Kundenmanagement verbessern

Um diesen Prämienschatz zu heben, planen laut Steria Mummert 92 Prozent der Industrie- und gewerblichen Versicherer, bis 2016 einen erheblichen Teil ihres Budgets in das Kundenmanagement zu investieren. Dies sei deutlich mehr als in anderen Versicherungssparten.

Die Beratungsabläufe in der Gewerbeversicherung seien derzeit noch nicht auf demselben Niveau, wie im Privatkundengeschäft, heißt es in der Studie. Die Mehrheit der Versicherungsberater ist demnach in dem sehr komplexen Feld der Gewerbeberatung nicht oder schlecht ausgebildet.

Experte empfiehlt intensive Schulungen

Zudem fehle es an technischer Ausstattung, um die Beratung im Kundengespräch sowie dessen Vor- und Nachbereitung zu unterstützen. “Mit einer schrittweisen Verbesserung der Beratungsqualität ist aus unserer Sicht deutlich mehr Geschäft mit Gewerbekunden möglich”, meint Versicherungsexperte Matzen.

Versicherer und ihre Vertriebspartner sollten eine Gruppe von Vermittlern auswählen und sie intensiv in den Gewerbethemen und Produkten schulen, empfiehlt der Versicherungsexperte. Zudem sind zusätzliche Investitionen in softwaregestützte Analysewerkzeuge der Studie zufolge von der Mehrheit der Versicherer und Makler geplant.

Für die Studie “Branchenkompass 2013 Versicherungen” hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Juli und August 2013 100 Führungskräfte der 100 größten Versicherungsgesellschaften und -makler in Deutschland zu ihren Investitionszielen und ihrer Geschäftspolitik bis 2016 befragt. (jb)

Foto: Shutterstock

Anzeige

1 Kommentar

  1. Der Grund für dieses Verhalten dürfte unter anderem in der fehlenden fachlichen Qualifikation zur Erstellung einer bedarfsgerechten Risikoanalyse für das zu versichernde Unternehmen sein. Hier sind Kenntnisse gefragt, welche nicht im Ausbildungsumfang einen Maklers und schon gar nicht eines Einfirmen-Versicherungsvertreters zu finden sind.

    Kommentar von Wolfgang Schäfer — 7. Februar 2014 @ 11:35

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...