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1. Dezember 2014, 16:12
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Stresstest: Niedrigzins macht Europas Versicherern zu schaffen

Der Stresstest der EU-Versicherungsaufsichtsbehörde Eiopa hat ergeben, dass die meisten europäischen Unternehmen die Solvency-II-Kapitalanforderungen erfüllen. Die dauerhaft niedrigen Zinsen stellen demnach jedoch viele Lebensversicherer vor große Herausforderungen.

Eiopa-Stresstest: Niedrigzins bedroht Europas Versicherungen

Laut des Stresstests der Eiopa könnten dauerhaft niedrige Zinsen rund ein Viertel der europäischen Versicherer in Bedrängnis bringen.

Der Stresstest der Eiopa (European Insurance and Occupational Pensions Authority) hatte zum Ziel, die Widerstandsfähigkeit des europäischen Versicherungssektors zu testen und die größten Schwachstellen zu identifizieren. Im getesteten Basis-Szenario würden demnach 14 Prozent der Unternehmen, die allerdings nur drei Prozent der gesamten Vermögenswerte repräsentieren, die Kapitalanforderungen gemäß Solvency II nicht erfüllen.

Niedrigzins bereitet mittelfristig Schwierigkeiten

Ein weiteres Szenario (“Japanese-like-scenario”) legte dauerhaftes Niedrigzinsumfeld zugrunde. In diesem Szenario könnten demnach 24 Prozent der untersuchten Unternehmen den Kapitalanforderungen nach den neuen EU-Vorschriften Solvency II nicht mehr gerecht werden. Beim “Inverse-scenario”, in dem sich die Zinsstrukturkurve zwischen kurz- und langlaufenden Papieren umkehrt, würden 20 Prozent der Versicherer die Vorgaben nicht erreichen.

Laut Eiopa könnte die Fortdauer des gegenwärtigen Niedrigzins-Bedingungen bei einigen Versicherern dazu führen, dass sie in acht bis elf Jahren Schwierigkeiten bekämen, die Zusagen gegenüber den Versicherten zu erfüllen. Der Stresstest zeige zudem, dass die Versicherungsbranche anfällig für ein “Doppelschlag”-Szenario  sei, das neben niedrigen Zinsen auch einen Verfall der Vermögenswerte annimmt. In diesem Fall hätten nur noch 56 Prozent der Versicherer genügend Kapital.

Empfehlungen an nationale Aufseher

Aus den Ergebnissen des Stresstests hat die Eiopa Empfehlungen für die nationalen Aufsichtsbehörden formuliert, um die identifizierten Schwachstellen zu beseitigen. Die nationalen Aufseher sollen demnach insbesondere für eine angemessene Kapitalausstattung und ein besseres Risikomanagement der Versicherer sorgen.

Die Deutsche Versicherungswirtschaft bewertet die Ergebnisse indes positiv. Laut Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), bestätige der Stresstest, was die BaFin-Vollerhebung für die deutschen Lebensversicherer bereits deutlich gemacht habe “Die Ergebnisse des Eiopa-Stresstests zeigen, dass die Versicherer in Europa über eine solide Kapitalausstattung verfügen und auch stärkeren Verwerfungen an den Finanzmärkten standhalten können”, so Erdland. (jb)

Foto: Eiopa

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