Goldgrube Osteuropa: Versicherer setzen auf junge Kunden

Für die deutsche Versicherungswirtschaft bestehen in Mittel- und Osteuropa gute Wachstumsaussichten, ergab eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants. Dabei sollten sich die Versicherer vor allem auf internet-affine Verbraucher konzentrieren, so die Empfehlung der Berater.

Prag in seiner ganzen Pracht: Laut Roland Berger sind Kunden in Mittel- und Osteuropa immer noch unterversichert.

Die Generationen der unter 35-Jährigen in der sogenannten CEE-Region (Central and Eastern Europe) werde bis 2025 etwa 60 Prozent der potenziellen Kunden ausmachen, prognostizieren die Berater. Die jungen Kunden zeichnet demnach aus, Produkte und Dienstleistungen „schnell und flexibel online zu kaufen“.

„Versicherer müssen Kaufverhalten ganz genau verstehen“

„Internet-affine Verbraucher sind künftig die wichtigste Zielgruppe für Versicherer in Osteuropa“, sagt Roland Berger-Partner Jörg Oliveri del Castillo-Schulz. „Sie müssen allerdings deren Kaufverhalten genau verstehen und ihre Produkte und Vertriebskanäle den Kundenbedürfnissen anpassen.“

Dabei sei es besonders wichtig, junge Kunden schon sehr früh an sich zu binden. Denn je älter Versicherungskunden werden, so die Einschätzung der Berater, desto mehr seien sie bereit, den Anbieter zu wechseln.

Laut der Studie schließen rund 90 Prozent der 18- bis 24-Jährigen Verträge über die eigenen Vertriebskanäle der Versicherer ab, während es in der Zielgruppe der 25- bis 34-Jährigen nur noch 47 Prozent sind.

Einfach, transparent, preisgünstig – die ideale Police für junge Kunden

„Um junge Kunden für sich zu gewinnen, sollten Versicherer besonders auf eine einfache Vertragsabwicklung sowie auf transparente und preisgünstige Angebote setzen – vor allem online“, rät Experte del Castillo-Schulz.

Die immer stärkere Dominanz der Online-Vertriebskanäle zwinge Versicherer zu einer besseren Transparenz in der Tarifgestaltung sowie in der Kommunikation. Denn vor allem die junge Kundschaft informierten sich heute über Social Media-Foren und dezidierte Webseiten über mögliche Versicherungsangebote.

Zudem sollte die Gestaltung der Webseiten der Versicherer nutzerfreundlich sein, heißt es bei Roland Berger – insbesondere wenn es um einfache Produkte wie Sach- oder Kfz-Versicherungen gehe.

„Trend in Richtung Digitalisierung geht weiter“

„Der Trend in Richtung Digitalisierung geht weiter“, betont Berater Wolfgang Hach. „So werden Verbraucher künftig Versicherungen in wenigen Minuten über Apps mobil abschließen können. Bei komplexen und beratungsintensiven Produkten wie Lebensversicherungen werden weiterhin der eigene Außendienst, Makler oder Banken Vorteile haben.“

Seite zwei: Policen nach Bedarf: „Usage Based Insurances“ mit Potenzial

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