Anzeige
5. November 2015, 09:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

bAV: “Gute Bestandsarbeit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor”

Schlanke Verwaltungsabläufe und geringe Kosten – so stellen sich die meisten Firmen eine moderne bAV-Lösung vor. Fünf Experten diskutieren über Gegenwart und Zukunft der Betriebsrente und über den zentralen Faktor Kommunikation.

Rt-bav in bAV: Gute Bestandsarbeit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor

Obere Reihe von links: Dr. Stefanie Alt, Geschäftsführerin der NBB und Vorstand der Nürnberger Pensionsgesellschaften; Klaus-Peter Dorn, Vertriebsdirektor Prokurist, Württembergische Vertriebsservice GmbH; Fabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender der Talanx Pensionsmanagement.
Untere Reihe von links: Dr. Henriette M. Meissner, Geschäftsführerin der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH und Martin Bockelmann, Geschäftsführer xbAV GmbH.

Cash.: Für die Unternehmen sei die Betriebsrente eine gute Möglichkeit, um Fachkräfte an sich zu binden. Diese gute Idee habe sich allerdings in Deutschland zu einem Modell mit einigen gravierenden Mängeln entwickelt, schreibt die “Süddeutsche Zeitung”. Die Bundesregierung müsste die Altersvorsorge über die Firma deshalb grundlegend reformieren. Stimmen Sie zu?

Dr. Henriette M. Meissner, Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH: In der Tat bedarf es grundlegender Veränderungen in der bAV. Aus Arbeitnehmersicht sollte vor allem die doppelte Verbeitragung in der Sozialversicherung sowie die Anrechnung auf die Grundsicherung beendet werden – schließlich sollen ja gerade die Niedriglohnsektoren stärker angesprochen werden. Für Arbeitgeber sind aus meiner Sicht überbordende Verwaltungsabläufe der größte Hemmschuh. Ich schaue mal in Richtung xbAV, die ja auch hier am Tisch vertreten ist: Bildlich gesprochen wünscht man sich in der bAV die Abkehr vom 19. Jahrhundert in Form des althergebrachten BGB-Rechts hin zu einem Recht, das es erlaubt, die Verwaltung elektronisch mit wenigen Mausklicks über ein Smartphone oder ein Tablet zu organisieren. Die Abläufe müssen schlanker werden – und da muss der Gesetzgeber ran.

Dr. Stefanie Alt, Nürnberger Pensionsgesellschaften: Da gebe ich Frau Dr. Meissner recht. Gleichwohl sind Vermittler auch im heutigen Umfeld durchaus in der Lage, die bAV für die Unternehmen effizient zu organisieren, indem sie eine Versorgungsordnung etablieren. Auf alle Fälle sollte es vermieden werden, dass in einem kleinen Unternehmen mit 30 Mitarbeitern – leicht zugespitzt formuliert – 30 verschiedene Versicherungsunternehmen platziert sind. Wenn der Vermittler das Versorgungsumfeld gemeinsam mit der Personalabteilung gestaltet, entsteht für den Arbeitgeber ein echter Mehrwert.

Klaus-Peter Dorn, Württembergische Vertriebsservice GmbH: Ich denke, man muss gar nicht allzu viel in der bAV verändern, denn die heute etablierten Systeme haben über Jahre hinweg bewiesen, dass sie tragfähig und auch innovativ sind. Wichtig ist, dass der Arbeitgeber das Gefühl bekommt, dass sich die bAV auch für ihn lohnt. Und das ist eigentlich eine vertriebliche Aufgabe. Dabei muss man, da stimme ich Frau Dr. Alt voll zu, das Gesamtversorgungskonzept betrachten. Der Makler sollte sich im Idealfall als ein Risikomanager für die Firma verstehen. Es geht hier auch um die Frage: Wie gehe ich mit einer meiner wichtigsten Ressourcen im Unternehmen – den Mitarbeitern – um? Hier ist ein Gesamtansatz erforderlich, der eben nicht nur die bAV betrifft, sondern auch das betriebliche Gesundheitsmanagement. Wenn dem Arbeitgeber beispielsweise der Nutzen von verkürzten Ausfallzeiten verständlich dargelegt wird, fühlt er sich abgeholt und wird sich womöglich für ein Gesamtversorgungssystem entscheiden.

Seite zwei: “Verwaltungsaufwand ist der große Hemmschuh”

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 5/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Europäische Aktien – Schwellenländer – digitaler Wandel – Neue Vertriebsregeln

Ab dem 27. April im Handel.

Rendite+ 1/2017 "Sachwertanlagen"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Hitliste der Produktanbieter – Top Five der Segmente – Immobilienmarkt

Versicherungen

Volkswohl Bund: Bläsing wird Nachfolger von Dr. Maas

Beim Dortmunder Versicherer Volkswohl Bund gibt es einen Wechsel in der Führungsspitze. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Maas geht Ende April 2017 nach über 37 Jahren Tätigkeit in den Ruhestand. Mit Wirkung zum 1. Mai 2017 wird Dietmar Bläsing neuer Sprecher der Vorstände der Volkswohl Bund Versicherungen. 

mehr ...

Immobilien

Investitionen in Immobilien: Die globalen Trends

Das globale Investitionsvolumen in Immobilien wird 2017 trotz Angebotsmangels weiter steigen. Dadurch werden die Preise mittelfristig stabil bleiben. Cushman & Wakefield erwarten für das kommende Jahr mehr Dynamik.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Bank holt Citigroup-Manager Moltke in den Vorstand

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat James von Moltke (48) zum neuen Finanzvorstand ernannt. Er war bisher Treasurer der amerikanischen Bank Citigroup und soll seinen Posten bei der Deutschen Bank im Juli dieses Jahres antreten.

mehr ...

Berater

Deutscher Bankenrettungsfonds schließt 2016 mit Gewinn ab

Der im Zuge der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 geschaffene Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS), der von der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) verwaltet wird, schließt das Geschäftsjahr 2016 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 98,6 Millionen Euro ab.

mehr ...

Sachwertanlagen

HTB Gruppe bringt weiteren Immobilien-Zweitmarktfonds

Die Bremer HTB Gruppe startet ab sofort mit dem Vertrieb des neuen Immobilien-Zweitmarktfonds “HTB 8. Immobilien Portfolio”. Der alternative Investmentfonds (AIF) ist bereits der siebte Publikums-AIF von HTB.

mehr ...

Recht

ZIA fordert bei Crowdinvesting stärkeren Verbraucherschutz

Der ZIA bemängelt, dass Crowdinvesting durch die bisherige Regulierung privilegiert ist, auf Kosten des Verbraucherschutzes. Der Ausschuss fordert unter anderem eine Prospektpflicht. Diese Forderungen widersprechen den Ansichten des Bundesverband Crowdfunding.

mehr ...