Vermittler schöpfen Assistance-Potenzial nur zögerlich aus

Versicherungsvermittler nehmen das Marktpotenzial von Assistance-Leistungen wahr, setzen diese aber bislang nur zögerlich zur Neukundengewinnung ein. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Assistance Barometer 2015“ der Hochschule RheinMain im Auftrag von Europ Assistance Deutschland.

Neben der Gesundheits-Assistance kristallisiert sich aus Sicht der Studienautoren „seit Jahren die Senioren-Assistance als Assistance-Geschäftsmodell der Zukunft heraus“.

Die Mehrheit der deutschen Vermittler (57 Prozent) messen dem Assistance-Geschäft generell eine „hohe“ bis „sehr hohe“ Bedeutung zu, verlautbart Europ Assistance Deutschland nach der Befragung von 302 Versicherungsvermittlern im zweiten Halbjahr 2014. Im Vergleich zum Vorjahr habe somit die Bedeutung um neun Prozentpunkte zugenommen.

Jeder dritte Vermittler setzt Assistanceangebote als Instrument zur Neukundengewinnung ein

Weiterhin dienen für 33 Prozent (plus sechs Prozentpunkte) der Vermittler Assistanceangebote als Instrument der Neukundengewinnung. Die Experten von Europ Assistance Deutschland erwarten sich für die Zukunft deutlich mehr Resonanz: „Bedenkt man, dass der primäre Vermittlerfokus auf die Neukundengewinnung gerichtet ist, so müßte eigentlich jedes, die Neukundenansprache unterstützende Element höchst willkommen sein.“

Indem nur ein Drittel der Vermittler Assistance hier einsetzen wolle, komme „womöglich die mangelnde Kenntnis über das Potential von Assistance zum Ausdruck“, mutmaßen die Fachleute.

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Zukunftsmarkt Senioren-Assistance

Immerhin geht eine leichte Mehrheit von 53 Prozent der Vermittler davon aus, daß Assistance-Leistungen in der Zukunft eine zunehmende Bedeutung einnehmen werden. Neben der Gesundheits-Assistance kristallisiert sich aus Sicht der Studienautoren „seit Jahren die Senioren-Assistance als Assistance-Geschäftsmodell der Zukunft heraus“.

Dieses Potential werde auch seitens der Versicherungsvermittler erkannt, heißt es weiter. So bewerten 95 Prozent (im Vorjahr 92 Prozent) der Vermittler eine Pflegefallhilfe und Pflegefallberatung als sinnvolle Assistance, die Bereitstellung eines Pflegefallmanagers für Pflegebedürftige findet demnach bei 92 Prozent (im Vorjahr 88 Prozent) der Versicherungsvermittler hohe Potenzialwerte.

Professor Müller-Reichart: Branche zu innovativen Vertriebsaktionen gezwungen

Für Professor Dr. Matthias Müller-Reichart, Lehrstuhlinhaber an der Hochschule RheinMain und wissenschaftlicher Leiter der Studie, „wird die Rentabilität eines Assistance gesteuerten Geschäftsmodells von der Finanzdienstleistung zunehmend erkannt – hohe Stornoquoten in Verbindung mit einem schwierigeren Neugeschäft zwingen zu innovativen Vertriebsaktionen“.

Hierbei könne Assistance als „vertrieblicher Problemlöser“ aufwarten, so Müller-Reichart, eine deutliche Bestätigung dieser These zeige sich im Assistance Barometer 2015. (lk)

Foto: Europ Assistance Deutschland

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