Anzeige
30. November 2015, 11:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Cyber-Versicherungen: Zwischen Chance und Risiko

Je stärker sich ein Unternehmen digitalisiert, desto anfälliger wird es für mögliche Cyber-Attacken. Die Nachfrage nach entsprechenden Policen wird daher in den nächsten Jahren wachsen – eine Gelegenheit für die deutsche Versicherungsindustrie, sich in einem neuen Geschäftsfeld zu positionieren.

Cyber-Versicherungen

Einige Versicherer und Rückversicherer sind immer noch misstrauisch gegenüber Cyber-Policen.

Was sollten Versicherer, Rückversicherer und Makler beachten, wenn sie Cyber-Policen als Versicherungskategorie etablieren wollen? Anhand von acht Schritten lässt sich eine Lösung skizzieren:

1) Risikoappetit und adäquates Pricing

Pricing wird aufgrund des Fehlens von robusten, versicherungsmathematischen Daten auch weiterhin mehr Kunst denn Wissenschaft sein. Jedoch sollten neuere Smart-Analytics-Methoden verwendet werden, die es erlauben, auch kleinere oder unvollständige Datenmengen zu analysieren. Damit ist möglich, ein viel klareres Bild von möglichen Verlusten zu entwickeln und die Preise an Risikobereitschaft und Risikotoleranzen anzupassen. Dies könnte besonders bei der Einschätzung nützlich sein, auf welche Branchen sich die Versicherer konzentrieren sollten – und in welchen Industrien sie die Abdeckungen besser beschneiden. Die wesentliche Grundlage für diese Bewertung sind Worst-Case-Szenario-Analysen für das spezielle Kunden-Portfolio des Versicherungsunternehmens. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht auf Basis “plausibler, aber extremer” Szenarien, in dem eine Gruppe von Hackern das US-Stromnetz beeinträchtigte, schätzte, dass die Ansprüche gegen Versicherungen von 21 Milliarden bis zu 71 Milliarden Dollar reichen würden – abhängig von der Größe und der Umfang des Angriffes. In Deutschland summiert sich der finanzielle Schaden durch Cyber-Crime bereits auf 4,8 Milliarden Euro. Verluste drohen an vielen Stellen – von der ungünstigen Risikokonzentration im Portfolio bis hin zur mangelnden Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Schutzmaßnahmen. Darum stellt sich die Frage, welche Schritte unternommen werden können, um die Risiken zu verringern.

2) Partner aus dem Technologie- oder Kriminalbereich einbinden

Um Bedrohungen und Schwachstellen in Zukunft besser abschätzen zu können, ist es unabdingbar, Technologie- und Kriminalexperten einzubinden. Deren Erkenntnisse zum Beispiel zur Risikobewertung müssten dann mit dem Know-how klassischer Versicherungsmathematiker zusammengebracht werden. Diese Partnerschaft würde sich sowohl auf die Entschädigung und Haftung als auch auf Daten und Systeme konzentrieren. Das ist vergleichbar mit den Partnerschaften zwischen CRO- und CIO-Teams, die zur Bekämpfung von Cyber-Bedrohungen in vielen Unternehmen entwickelt werden.

Seite zwei: 3) Schwachstellen des Versicherungsnehmers aufdecken

Weiter lesen: 1 2 3 4

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Grundrente wird offensichtlich konkreter

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil plant eine Grundrente für Geringverdiener. Erste Präzisierungen wurden jetzt bekannt. 

mehr ...

Immobilien

Wüstenrot Immobilien: Vermittlungsrekord und Absage an das Bestellerprinzip

Die Wüstenrot Immobilien GmbH (WI) konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 erneut einen neuen Rekord bei den Vermittlungen verbuchen und spricht sich gegen das geplante Bestellerprinzip aus.

mehr ...

Investmentfonds

Absolute-Return: “Volatilität ist an sich nichts schlechtes”

Steigende Volatilität allein ist noch kein Grund, in Absolute-Return-Strategien zu investieren. Über die Stärken und Schwächen der Assetklasse sprach Cash. mit Claudia Röring, Leiterin Produktmanagement bei Lupus alpha.

mehr ...

Berater

Rankel: Mit Social Media Kunden gewinnen

Jeder zweite Facebook-Account eines Maklers ist inaktiv. Das zeigt: Viele Berater nehmen sich zwar vor, über Social Media Kunden zu gewinnen. Doch sie wissen nicht wie.

Die Rankel-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Solar-Emission in Schwierigkeiten

Die te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG warnt davor, dass sich gegenüber den Anlegern ihrer Nachrangdarlehen die Erfüllung der Verpflichtungen auf Zins- und Rückzahlung verschiebt. Es bestehe die Gefahr des Ausfalls von Forderungen gegenüber Projektgesellschaften.

mehr ...

Recht

Incentives – so bleiben sie steuerfrei

Viele Unternehmen sichern ihre Mitarbeiter mit sogenannten Zukunftssicherungsleistungen gegen allerlei Ungemach ab. Damit solche Gehaltsextras auch steuerfrei bleiben, kommt es auf die richtige vertragliche Gestaltung an.

mehr ...