Anzeige
21. April 2015, 11:38
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Erste Lebensversicherer rutschen in Verlustzone

Vier von zehn deutschen Lebensversicherern werden aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase bereits im laufenden Jahr rote Zahlen schreiben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der MainFirst Bank. Die Autoren prognostizieren der Branche “anhaltende Verluste und wachsenden Kapitalisierungsbedarf”.

Lebensversicherer rutschen in Verlustzone

Nach Ansicht der MainFirst-Analysten müssen sich die deutschen Lebensversicherer auf magere Jahre einstellen.

“Bleiben die Zinsen am Kapitalmarkt weiterhin so niedrig wie jetzt, wird bis zum Jahr 2025 die Branche insgesamt Verluste schreiben”, erwartet Michael Haid, Senior Analyst bei der MainFirst Bank und Hauptautor der Studie, für die die Bilanzen aller 87 deutschen Versicherer aus den Jahren 2011 bis 2013 untersucht wurden.

Lockerung der Zinszusatzreserve würde keine Abhilfe schaffen

Selbst eine mögliche Lockerung der Zinszusatzreserve, die erhebliche Mittel der Gesellschaften bindet, würde aus Sicht der Studienmacher keine Abhilfe schaffen. Zwar würde eine Lockerung der Vorschriften die Profitabilität der Versicherer in den kommenden Jahren verbessern – “allerdings zu Lasten der Gewinnsituation in späteren Jahren”, so Studienleiter Haid. Die milliardenschweren Zuführungen zu dem Reservetopf sollen sicherstellen, dass die Versicherer, die ausgesprochenen Garantien gegenüber ihren Kunden dauerhaft einhalten können.

Autoren rechnen mit milliardenschweren Mehrbedarf 

Als Folge dieser Entwicklung sehen die Analysten bei den deutschen Lebensversicherer in den kommenden Jahren einen erheblichen Kapitalisierungsbedarf. “In unserem Basisszenario, bei dem wir von einem durchschnittlichen Anlagezinssatz von zwei Prozent ausgegangen sind, benötigen die schwächeren Unternehmen bis 2035 rund vier Milliarden Euro frisches Kapital, um ihre Kapitalausstattung auf dem heutigen Stand zu halten”, erläutert Haid.

Bei einem Zinssatz von 1,75 Prozent, der Haid gemessen am aktuellen Niveau realistischer erscheint, würde der Mehrbedarf sogar bei etwa zehn Milliarden Euro liegen. Diese Summe erhöhe sich auf mehr als 25 Milliarden Euro, wenn man mit einem Anlagesatz von 1,5 Prozent rechne, ergänzt der Analyst.

Konsolidierungswelle erwartet

Weiter heißt es bei MainFirst, dass der Branche “ein Umwälzungsprozess” bevorstehe. “Wir erwarten, dass es zu einer Konsolidierungswelle und einer Reihe von Kapitalerhöhungen innerhalb des Sektors kommt”, sagt Experte Haid. “Gleichzeitig dürfte es weniger Neugeschäft geben, während Risikosenkung und Diversifikation bei den Investments eine zunehmende Rolle spielen werden.” (lk)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Da werden noch ganz viele Folgen. Es wird nicht reichen die Provisionen zu halbieren. Eine Konsolidierung wird nötig sein

    Kommentar von Jan Lanc — 25. April 2015 @ 14:14

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Blockchain: (Noch) keine Priorität bei den Versicherern

Bei 68 Prozent der deutschen Finanzdienstleister räumen dem Thema Blockchain derzeit noch keine große Priorität ein. Viele Banken, Versicherer und Asset Manager wollen erst einmal abwarten, was die Konkurrenz macht, zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter den Führungskräften von 300 Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern.

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilien: Nachfrage im im Osten so hoch wie nie

Wohneigentum ist in Ostdeutschland aktuell so gefragt wie nie zuvor. Neben klassischen Selbstnutzern bringt die Niedrigzinsphase laut der Landesbausparkasse (LBS) auch immer mehr Investoren dazu, nach sicheren Anlagen auf dem Immobilienmarkt zu suchen.

mehr ...

Investmentfonds

“Fatale Selbstüberschätzung bei Kryptowährungen”

Jeder Dritte Deutsche ist bereit, in Kryptowährungen wie Bitcoin zu investieren. Männer und Frauen haben dabei unterschiedliche Motive. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie ihr Wissen über Kryptowährungen überschätzen. Was viele Investoren nicht beachten:

mehr ...

Berater

Roboadvisor in der Anlageberatung – Sie werden immer besser

Robo-Advisor von Fintech-Unternehmen oder Banken sollen die Anlageberatung beleben und Privatkunden eine komfortable Hilfe bei der Geldanlage bieten. Wie gut die digitalen Helfer sind, zeigt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ), das im Auftrag des Nachrichtensenders n-t 17 Robo-Advisor-Lösungen von 15 Anbietern unter die Lupe genommen hat.

mehr ...

Sachwertanlagen

Fondsbörse warnt erneut vor “Lockangebot”

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG entrüstet sich erneut über ein Angebot, wonach den Anlegern der Kauf ihrer Fondsanteile weit unter dem Zweitmarktkurs angeboten wird. In diesem Fall ist die Diskrepanz besonders groß.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...