Ein Jahr LVRG: Makler beurteilen Geschäftslage pessimistisch

Versicherungsmakler stellen seit Inkraftreten des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) vor gut einem Jahr mehrheitlich Verschlechterungen bei Vergütung (85 Prozent) und Stornohaftung (78 Prozent) fest. Dies ergab eine YouGov-Befragung im Auftrag der Maklermanagement.ag unter unabhängigen Vermittlern.

Jürgen Riemer, Maklermanagement.ag: „Die Umfrage belegt nicht, dass die reduzierten Abschlussvergütungen durch erhöhte Bestandscourtagen voll umfänglich kompensiert werden.“

Wie die Online-Maklerbefragung „Vermittler-Puls 2015“ von Mitte Juli zeigt, haben fast alle Lebensversicherer (92 Prozent) die Vergütungsvereinbarungen mit den Maklern seit Anfang 2015 geändert, wenn auch oftmals noch nicht umgesetzt. Das Ergebnis sorgt in der Vermittlerschaft für Ernüchterung. „Ihr diesjähriges Vermittlungsgeschäft beurteilen die Makler eher pessimistisch“, teilte die Maklermanagement.ag, eine Vertriebsservice-Gesellschaft der Basler Versicherungen, in Hamburg mit.

Je kleiner das Maklerbüro, desto rückläufiger das Geschäft

Demnach stellen zurzeit 59 Prozent der Befragten fest, dass ihr Lebensversicherungsgeschäft abnimmt (siehe Grafik). „Je kleiner das Maklerbüro ist, desto stärker wird ein rückläufiges Geschäft verzeichnet“, erklären die Maklerbetreuer. „Während 68 Prozent der Einzelmakler von weniger Geschäft im Vergleich zu 2014 ausgehen, sind es bei den Maklerbüros mit mehr als vier Beschäftigten nur 51 Prozent der Befragten.“

59 Prozent der befragten Makler stellen fest, dass ihr Lebensversicherungsgeschäft abnimmt. Quelle: Vermittler-Puls 2015, Maklermanagement.ag, n = 234.

Massive Konsolidierungswelle erwartet

So verwundere es nicht, fahren die Studienautoren fort, dass die Mehrheit der Makler (77 Prozent) wie bereits 2014 auch in diesem Jahr „eine massive Konsolidierungswelle auf sich zukommen sieht“. Dabei sind die Befürchtungen bei den Einzelmaklern am größten. Neue Vertriebschancen durch das LVRG sehen laut Umfrage eher die größeren Maklerbüros.

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Makler-Tenor: LVRG verfehlt sein Ziel

Aus Sicht der Makler habe das LVRG sein Ziel in Richtung mehr Verbraucherschutz verfehlt, heißt es weiter. Der Grund: Das Gesetz führe weder zu mehr Fairness und Gerechtigkeit für die Verbraucher, sagen 73 Prozent der Befragten, noch habe es die Altersvorsorgeprodukte für die Verbraucher überhaupt erst wieder attraktiv gemacht, meinen 87 Prozent der Makler.

Seite zwei: „Abschlussprovisionen teilweise sehr deutlich gesenkt“

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