26. August 2015, 12:41
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Ein Jahr LVRG: Makler beurteilen Geschäftslage pessimistisch

Versicherungsmakler stellen seit Inkraftreten des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) vor gut einem Jahr mehrheitlich Verschlechterungen bei Vergütung (85 Prozent) und Stornohaftung (78 Prozent) fest. Dies ergab eine YouGov-Befragung im Auftrag der Maklermanagement.ag unter unabhängigen Vermittlern.

LVRG: Makler beurteilen Geschäftslage pessimistisch

Jürgen Riemer, Maklermanagement.ag: “Die Umfrage belegt nicht, dass die reduzierten Abschlussvergütungen durch erhöhte Bestandscourtagen voll umfänglich kompensiert werden.”

Wie die Online-Maklerbefragung “Vermittler-Puls 2015” von Mitte Juli zeigt, haben fast alle Lebensversicherer (92 Prozent) die Vergütungsvereinbarungen mit den Maklern seit Anfang 2015 geändert, wenn auch oftmals noch nicht umgesetzt. Das Ergebnis sorgt in der Vermittlerschaft für Ernüchterung. “Ihr diesjähriges Vermittlungsgeschäft beurteilen die Makler eher pessimistisch”, teilte die Maklermanagement.ag, eine Vertriebsservice-Gesellschaft der Basler Versicherungen, in Hamburg mit.

Je kleiner das Maklerbüro, desto rückläufiger das Geschäft

Demnach stellen zurzeit 59 Prozent der Befragten fest, dass ihr Lebensversicherungsgeschäft abnimmt (siehe Grafik). “Je kleiner das Maklerbüro ist, desto stärker wird ein rückläufiges Geschäft verzeichnet”, erklären die Maklerbetreuer. “Während 68 Prozent der Einzelmakler von weniger Geschäft im Vergleich zu 2014 ausgehen, sind es bei den Maklerbüros mit mehr als vier Beschäftigten nur 51 Prozent der Befragten.”

LVRG: Makler beurteilen Geschäftslage pessimistisch

59 Prozent der befragten Makler stellen fest, dass ihr Lebensversicherungsgeschäft abnimmt. Quelle: Vermittler-Puls 2015, Maklermanagement.ag, n = 234.

Massive Konsolidierungswelle erwartet

So verwundere es nicht, fahren die Studienautoren fort, dass die Mehrheit der Makler (77 Prozent) wie bereits 2014 auch in diesem Jahr “eine massive Konsolidierungswelle auf sich zukommen sieht”. Dabei sind die Befürchtungen bei den Einzelmaklern am größten. Neue Vertriebschancen durch das LVRG sehen laut Umfrage eher die größeren Maklerbüros.

Makler-Tenor: LVRG verfehlt sein Ziel

Aus Sicht der Makler habe das LVRG sein Ziel in Richtung mehr Verbraucherschutz verfehlt, heißt es weiter. Der Grund: Das Gesetz führe weder zu mehr Fairness und Gerechtigkeit für die Verbraucher, sagen 73 Prozent der Befragten, noch habe es die Altersvorsorgeprodukte für die Verbraucher überhaupt erst wieder attraktiv gemacht, meinen 87 Prozent der Makler.

Seite zwei: “Abschlussprovisionen teilweise sehr deutlich gesenkt”

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Coronakrise: Welche Versicherungsverträge besonders gefährdet sind

Fast jeder vierte Bundesbürger hat derzeit weniger Geld zur Verfügung als vor der Corona-Pandemie. Zugleich zeigen sich viele Verbraucher sparaktiver als vor der Krise – allen voran jüngere Menschen. Das hat Folgen, auch für Versicherungsverträge. Welche Policen besonders gefährdet sind.

mehr ...

Immobilien

Wird der Immobilienkauf durch Corona schwieriger?

Höhere Preise, knappes Angebot – und jetzt auch noch Corona: Gut jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) vertritt die Meinung, dass der Erwerb von Wohneigentum in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden ist. Drei Viertel glauben, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista unter 1.000 Bundesbürgern.

mehr ...

Investmentfonds

Klage gegen EY auf 195 Millionen Euro Schadensersatz

Der Insolvenzverwalter der Maple Bank hat die Wirtschaftsprüfer von EY wegen angeblich falscher Beratung bei den umstrittenen “Cum-Ex”-Geschäften zu Lasten der Staatskasse auf 195 Millionen Euro Schadensersatz verklagt.

mehr ...

Berater

Trägt ein Erbe alle finanziellen Risiken?

Kann der Erbe einen Pflichtteilsanspruch wegen einer strittigen Forderung noch nicht abschließend beziffern, muss er den Pflichtteilsanspruch trotzdem ausgleichen. Das Risiko, einen überzahlten Betrag nicht mehr zurückfordern zu können, trägt der Erbe, entschied das OLG Koblenz in seinem Beschluss vom 14.8.2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

US Treuhand bringt neuen US-Publikumsfonds

Die US Treuhand legt mit dem „UST XXV“ einen neuen Fonds für private Investoren auf. Über den Alternativen Investmentfonds (AIF) können sich deutsche Anleger ab einer Anlagesumme von 20.000 US-Dollar an Immobilien in Metropolregionen überwiegend im Südosten der USA beteiligen.

mehr ...

Recht

Weiterbildungspflicht – ohne Ausreden!

Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Maklerin in Franken absolvierte Weiterbildungszeiten nachweisen muss. Dieser hatte versucht, sich u.a. wegen eines abgeschlossenen zweiten juristischen Staatsexamens dagegen zu wehren. Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Ein Beitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...