Nahles-Rente: Mehr Schaden als Nutzen

Bundesministerin Andrea Nahles plant ein Parallelsystem zur bewährten betrieblichen Altersversorgung einzuführen, um die Betriebsrente stärker zu verbreiten. Dabei wäre es sinnvoller, das bestehende System zu verbessern.

Gastbeitrag von Fabian von Löbbecke, Talanx Pensionsmanagement

Fabian von Löbbecke; HDI: “Nur bei einer individuellen bAV können zusätzliche Leistungen wie die Absicherung bei Berufsunfähigkeit oder Dotierungsbausteine für Führungskräfte eingeschlossen werden. Das bietet die Tarifrente nicht.”

Rund die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland besitzt eine betriebliche Altersversorgung (bAV).

In kleineren und mittelständischen Unternehmen ist die Zahl der bAV-Besitzer noch geringer.

Daher will die Große Koalition die bAV gerade in diesen Unternehmen stärken. Schließlich steigt die Lebenserwartung, während die gesetzliche Rente immer weiter sinkt.

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, ließ erforschen, was Arbeitgeber und Arbeitnehmer von der Betriebsrente abhält.

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bAV: Kein Bedarf bei Mitarbeitern?

Die wichtigsten Ergebnisse: Die meisten Arbeitgeber bieten eine bAV nicht an, weil sie bei ihren Mitarbeitern keinen Bedarf sehen. Die meisten Arbeitnehmer wiederum sagen, sie hätten keine bAV, weil ihr Arbeitgeber ihnen keine anbietet – und das, obwohl Mitarbeiter seit 2002 einen Rechtsanspruch darauf haben.

An zweiter Stelle nennen Arbeitgeber zu hohe Kosten, zudem wird gesagt, dass es zu komplex beziehungsweise zu aufwändig sei, eine bAV einzuführen.

Ministerin Nahles plant nun eine Lösung, die das Ganze leider nicht einfacher, sondern noch komplexer macht. Ihre Idee: Neben die bestehende bAV soll eine zusätzliche, neue Tarifrente gesetzt werden, komplett haftungsfrei für Arbeitgeber.

Kern des Konzepts: Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften gründen per Tarifvertrag einen gemeinsamen Versorgungsträger, der für die  Beschäftigten die Garantie der eingezahlten Beiträge übernimmt, anstelle des sonst üblichen Arbeitgebers.

Seite zwei: Tarifrente soll Wunder wirken

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