29. Oktober 2015, 16:44
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Riester und Diesel – zwei Namen, ein Schicksal?

Riester-Rente: Ein lukratives Produkt

Eines steht fest: Die Riester-Rente ist hinsichtlich der Rendite für den Sparer nahezu unschlagbar. Nicht nur für den Geringverdiener, sondern nahezu für jeden. Das belegen Berechnungen, die das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) im Rahmen des jährlichen Riester-Renten-Ratings durchführt. Dies gilt ganz besonders in der aktuellen Niedrigzinsphase.

Wenn der Staat über die EZB das Zinsniveau auf diesem niedrigen Stand hält – und dazu ist er aufgrund der enormen Schuldenlast gezwungen – muss man auch den Staat an seiner Altersvorsorge beteiligen. Das gelingt über die Riester-Rente ganz hervorragend. Die Gesamtrendite aus einem Riester-Vertrag setzt sich nämlich aus der “Zinsrendite”, also aus der unterlegten Kapitalanlage, sowie immer stärker aus der “Förderrendite” aus Zulagen beziehungsweise Steuerersparnis zusammen. Diese Förderrendite ist im Gegensatz zur Zinsrendite bei Riester höchst attraktiv.

Vier Prozent Rendite

Ein Durchschnittsverdiener mit einem Kind kann durch diesen Effekt immerhin noch rund vier Prozent Rendite nach Steuer erzielen. Bei einem Ehepaar mit zwei Kleinkindern kann die Rendite auf einen Vertrag der Frau auch über acht Prozent betragen, bei einem gemeinsamen Jahreseinkommen von 50.000 Euro. Dabei gilt die Faustregel: Je geringer das Jahresbrutto, desto höher die Förderquote. Im Vergleich zu nicht geförderten Sparalternativen ist Riester unschlagbar.

Selbst wenn man nur den aktuell unterlegten Höchstrechnungszins von 1,25 Prozent als Anlageergebnis unterstellt, erzielen Riester-Policen immer noch Nettorenditen von über drei Prozent p.a. Aber auch Gutverdiener profitieren über die komplette steuerliche Förderung der Riester-Beiträge. Folglich gibt es nahezu nur Gewinner, unabhängig davon, ob man über ein hohes oder niedrigeres Einkommen verfügt. Bei einer Laufzeit von 20 bis 30 Jahren ist zudem davon auszugehen, dass das Zinsniveau wieder steigen wird. Das wird sich dann wiederum positiv auf die Rendite eines Riester-Vertrags auswirken.

Sparer haben die Wahl zwischen vielen Produkten

Wenn man verstanden hat, dass das Grundprinzip der Riester-Rente positiv ist und sich insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen für den Sparer auszahlt, dann geht es in die nächste Ebene: die Produktauswahl. Das Angebot an Riester-Verträgen ist sehr groß und reicht von Bankspar- und Fondssparplänen über Bausparverträge bis zu den am stärksten vertretenen Rentenversicherungen. In seinem siebten Rating zu Riester-Rentenversicherungen hat das IVFP aktuell 74 Tarife von 47 Anbietern auf bis zu 85 Einzelkriterien untersucht.

Die Gesamtnote setzt sich wie in allen anderen Analysen auch aus vier Teilbereichsnoten (Unternehmensqualität, Rendite, Flexibilität sowie Transparenz & Service) zusammen. Die Einteilung der Produkte erfolgte in drei Kategorien: klassische Tarife, fondsgebundene Tarife mit Beitragserhaltsgarantie (fmb) sowie die Kategorie “Comfort”. Zu den führenden Anbietern im Riester-Renten-Rating 2015 zählen neben Allianz, Alte Leipziger und Stuttgarter auch HDI, R+V, Nürnberger sowie PB. Unter http://www.vorsorge-finanzplanung.de/Riester-Rating2015 stehen die Ergebnisse online zur Verfügung. Unter www.einfach-mehr-Vorsorge.de/Riester-Tariffinder besteht zudem die Möglichkeit, sich anhand des Riester-Tariffinders das passende Produkt ermitteln zu lassen.

Autor Frank Nobis ist Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung in Altenstadt.

Foto: IVFP

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1 Kommentar

  1. Sehr schöner Beitrag; Allerdings müßten am “Riester” noch ein paar Reparaturen und Modernisierungen durchgeführt werden, dann schnurrt er so richtig…

    Kommentar von Nils Fischer — 30. Oktober 2015 @ 12:38

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