Trend zur Überschuss-Absenkung in der BU

Laut einer aktuellen Studie des Hannoveraner Analysehauses Franke und Bornberg haben von 49 untersuchten Versicherern zwischen 2002 und 2012 mindestens 26 in einem Versicherten-Teilbestand ihre Überschüsse in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abgesenkt.

Absenkungen von BU-Überschüssen kommen nicht nur in Einzelfällen vor, sondern betreffen viele Versicherer und Kunden.

Zwischen 2007 und 2012 wurden bei 14 Unternehmen Absenkungen beobachtet, wobei die größte einmalige Absenkung bei 29 Prozent lag.

Die Analyse betrachtet Versicherer mit Überschuss-Absenkungen, wobei neben laufenden Überschüssen, die direkt auf den Zahlbeitrag wirken, auch Schlussüberschüsse und Bonusrentenmodelle untersucht wurden.

Harter Preiskampf in der BU

Die Ergebnisse der Studie sind für Geschäftsführer Michael Franke wenig überraschend. Seit Jahren herrscht ein harter Preiskampf in der BU bei gleichzeitig hohem Qualitätsniveau.

Grundsätzlich ist ein veränderter Risikoverlauf gegenüber der kalkulierten Erwartung ursächlich für die Absenkung von Risikoüberschüssen im Bereich der BU.

Schwankungen sind zwar nicht pauschal zu verurteilen, sondern als normaler Ausgleichsmechanismus des Kalkulationssystems zu verstehen. Dennoch zeigt sich in den ermittelten Absenkungstrends Grund zur Besorgnis hinsichtlich der langfristigen Stabilität der BU-Kalkulation.

Quelle: Franke & Bornberg

Überschussbeteiligung nicht Mittel des Wettbewerbs“

Absenkungen von Überschüssen in der BU kommen somit nicht nur in Einzelfällen vor, sondern betreffen viele Versicherer und Kunden. Dabei konstatiert Franke: „Die Überschussbeteiligung sollte nicht als Mittel des Wettbewerbs ausgereizt werden, denn der Kunde trägt das Risiko einer möglichen Beitragserhöhung bis zum Bruttoniveau.“

Insbesondere Berater und Vermittler seien gefordert, Preisaspekte zurückzustellen und stattdessen eine nachhaltige Prämien- und Produkt­entwicklung einzufordern.

Die Studienautoren erwarten außerdem einen zunehmenden Trend zur Absenkung in den kommenden Jahren. (nl)

Foto: Shutterstock

 

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