Altersvorsorge: Hanse Merkur tritt auf die Bremse

Der Versicherer Hanse Merkur verdient nur gut jeden vierten Euro mit Altersvorsorgeprodukten, dennoch standen die Themen Riester & Co. im Mittelpunkt der diesjährigen Bilanzpressekonferenz in Hamburg. Dabei haderte Unternehmenschef Eberhard Sautter mit der politischen Debatte in der Rentenfrage.

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Der Vorstand der Hanse-Merkur Versicherungsgruppe (von links): Dr. Andreas Gent, Eric Bussert, Eberhard Sautter (Vorsitz), Heinz-Gerhard Wilkens (Pressesprecher), Holger Ehses, Raik Mildner

Im vergangenen Jahr konnte die Hanse Merkur ein sattes Beitragswachstum von 28 Prozent im Geschäftsfeld Altersvorsorge erzielen – die Einnahmen stiegen von 377 Millionen Euro auf 483 Millionen Euro, was knapp einem Viertel (24 Prozent) der Gesamteinnahmen entsprach.

Alles gut am Dammtor? Nun ja.

Letztere überstiegen erstmals in der Firmengeschichte die Zwei-Milliarden-Marke (2,04 Milliarden Euro) – ein Ziel, das sich der Versicherer eigentlich erst für 2018 gesteckt hatte. Also alles gut am Dammtor? Nun ja, die Mienen im Vorstand wären sicherlich etwas aufgehellter, wenn da nicht die allumgreifende Unsicherheit in der Lebensversicherung wäre.

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„Bewusst auf die Bremse treten“

Im Segment Altersvorsorge trug vor allem das Einmalbeitragsgeschäft mit einem Beitragszuwachs von 44,5 Prozent auf 302 Millionen Euro zum Erfolg bei. Doch damit ist es künftig wohl vorbei: Man werde das Einmalbeitragsgeschäft in der Lebensversicherung deutlich zurückfahren und generell im Neugeschäft mit Altersvorsorgeprodukten „bewusst auf die Bremse treten“, erklärte Hanse-Merkur-Chef Eberhard Sautter am Dienstag vor Pressevertretern.

Unmut über politischen Kurs in der Altersvorsorge

Nach einem Blick auf das Neugeschäftsvolumen 2015 im Segment Altersvorsorge könnte man fast schon von einer Vollbremsung sprechen – 43 Prozent weniger standen hier im Vergleich zum Vorjahr zu Buche – aber mit diesem Bild wollte Sautter die Situation natürlich nicht beschreiben: Im Lebensversicherungsgeschäft gehe man „verhalten vom Gas runter“ bis sich das Umfeld verbessert habe, sagte der Unternehmenschef. In Zeiten, in denen die Riester-Rente „tot geschrieben“ werde, so Sautter, und in denen nicht zu erkennen sei, wo die Bundesregierung in der Altersvorsorge hinwolle, „macht es Sinn, zu warten“.

Seite zwei: Riester-Rente versus Betriebsrente

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