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25. November 2016, 09:59
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bAV-Reform: GDV lehnt Garantieverbot ab

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieht beim Entwurf für das Betriebsrentenstärkungsgesetz in wichtigen Punkten Verbesserungsbedarf.

HGF Schwark CF0113860 in bAV-Reform: GDV lehnt Garantieverbot ab

Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des GDV

Während höhere Zuschüsse und Freibeträge für Geringverdiener aus Sicht des GDV in die richtige Richtung gehen, sei insbesondere das gesetzgeberische Verbot jeglicher Garantien im Sozialpartnermodell kontraproduktiv.

“Eine reine Beitragszusage verknüpft mit einem Garantieverbot würde Arbeitnehmer selbst in der Rentenphase den Schwankungen der Kapitalmärkte aussetzen, ohne dass sie sich dagegen absichern können. Das wird die betriebliche Altersversorgung eher schwächen als stärken”, kritisierte Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des GDV.

Kritisch bewertet der Verband zudem die vorgesehene Verknüpfung von Modellen automatischer Entgeltumwandlung mit dem Sozialpartnermodell. Vielmehr sollte nach Ansicht des GDV jeder Arbeitgeber autonom in seinem Betrieb Modelle nutzen können, nach denen seine Beschäftigten automatisch in die Entgeltumwandlung einbezogen werden, sofern sie nicht aktiv widersprechen.

Zu einer größeren Verbreitung der bAV dürften laut GDV hingegen die Neuregelungen für Geringverdiener beitragen. Neben dem staatlichen Zuschuss gelte dies vor allem für den Freibetrag für Betriebs- und Riester-Renten, die künftig nicht mehr voll auf Leistungen der Grundsicherung im Alter angerechnet würden.

Verbesserungen bei der Riester-Rente gefordert

Bei der Riester-Rente bleibe über den Freibetrag und die geplante leichte Anhebung der Riester-Zulage um elf Euro hinaus noch drängender Bedarf für Verbesserungen. Insbesondere notwendig bleibe eine Anhebung des Riester-Deckels, der die maximale Einzahlung in einen Riester-Vertrag trotz der dynamischen Einkommensentwicklung nunmehr seit vielen Jahren auf 2.100 Euro pro Jahr begrenzt.

Wegen dieser starren Beschränkung könnten schon heute viele Arbeitnehmer nicht mehr die vom Gesetzgeber vorgesehenen vier Prozent ihres versicherungspflichtigen Einkommens in einen Riester-Vertrag einzahlen, kritisierte der GDV. Damit könne Riester die bei der gesetzlichen Rente entstehenden Lücken für viele Kunden nicht mehr wie geplant auffüllen. (kb)

Foto: GDV

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1 Kommentar

  1. Auch ich bin der Meinung, dass man die bisherigen Durchführungswege und Zusagearten nicht verändern sollte.
    Auf kurze Sicht kann das ja funktionieren was man im Ministerium für Arbeit und Soziales plant, nur die Folgen in der Zukunft sollte man auch bedenken, denn so werden sowohl Geringverdiener und normale Arbeitnehmer dem vollen Kapitalanlagerisiko ohne jegliche Garantie auf das eingebrachte Kapital in den ” Zockermodus ” gebracht. Keiner der Partner trägt hier noch eine Verantwortung außer dem zwangsverpflichteten Arbeitnehmer und zuguter letzt dann auch die Vermittler, die selbstverständlich als schwächstes Glied dann, wenn die eingezahlten Beiträge die ja durchaus auch einen Totalverlust erleiden können verloren sind , die Haftungsfrage zu klären haben.
    Nein, es sollte so bleiben wie bisher, nur die Fördermöglichkeiten sollten angepasst werden.
    Bei vielen Gesprächen ist doch eine Tatsache nicht von der hand zu weisen, das geld reicht schon jetzt nicht oder nur eben gerade so , wenn nun auch noch ein Gehaltsverzicht das netto schmälert ist das nicht finanzierbar. Das kommt bei vielen ” gering und Normalverdienern regelmäßig im Tagesgeschäft zum Ausdruck und ist der Hauptgrund warum die bestehende angebotene bAV trotz betrieblicher Zuschüsse nicht genutzt wird.
    Die meisten Arbeitgeber sind für das Thema bav durchaus offen gegenüber, aber wenn ein An keinen Verzicht akzeptiert kann man ihn auch nicht dazu zwingen.
    Eine Kernfrage ist und bleibt, wer haftet bei Verlusten ?

    Kommentar von Uwe Hummel — 28. November 2016 @ 10:48

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