Anzeige
1. August 2016, 16:24
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Biometrische Risiken: “Tod und Unfall weniger wahrscheinlich, in der Folge aber verheerend”

Philip Wenzel, Versicherungsmakler beim Kemnather Maklerunternehmen Freche, über die Absicherung der Lebensrisiken, das Nachfrageverhalten seiner Kunden und die Frage, inwieweit sich Nachfrage und tatsächlicher Bedarf decken.

Biometrische Risiken: Tod und Unfall weniger wahrscheinlich, in der Folge aber verheerend

Philip Wenzel: “Die Absicherung des Einkommens ist für jeden wichtig, der mit seiner Arbeitskraft seinen Lebensunterhalt bestreitet. Das dürften die meisten sein, also ist die BU für die meisten der wichtigste Schutz.”

Cash.: Wie stellt sich für Makler derzeit der Markt für biometrische Absicherungsprodukte im Vergleich zum Bereich der Altersvorsorge dar?

Wenzel: Die Produkte werden im Segment der Absicherung der Lebensrisiken teilweise immer bedarfsgerechter, während ich als Makler bei der Altersversorgung dem Kunden durch eine ehrliche Berechnung der zu erwartenden Rente derzeit nur enttäuschen kann. Die Zeiten von sechs Prozent nach Kosten und mehr ohne Risiko sind vorerst vorbei.

Die Marktforscher von YouGov befragten kürzlich Makler zur Resonanz bei biometrischen Versicherungsprodukten. Die höchste Nachfrage erzielten demnach folgende Produkte (siehe Grafik): Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), Risikolebensversicherung, Private Unfallversicherung, Private Pflegezusatzversicherung, Krankentagegeldversicherung. Deckt sich dies mit Ihrer Erfahrung?

Im Privatkundenbereich sind wir auf die Arbeitskraftabsicherung spezialisiert, weshalb die BU schon am häufigsten angefragt wird. Die Risikolebensversicherung wird aber von Kundenseite energischer verfolgt, weil diese häufig als Sicherheit für die Finanzierung einer Immobilie notwendig ist. Bei der BU muss da schon noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, vor allem weil die Prämie den Kunden empfindlicher trifft, als es bei der Risikolebensversicherung der Fall ist.

Deckt sich die Reihenfolge der nachgefragten Produkte eigentlich auch mit dem Bedarf in der Bevölkerung?

Die Absicherung des Einkommens ist für jeden wichtig, der mit seiner Arbeitskraft seinen Lebensunterhalt bestreitet. Das dürften die meisten sein, also ist die BU für die meisten der wichtigste Schutz. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die BU kein 100-prozentiger Schutz ist. Es bleibt das Risiko, den Grad von 50 Prozent nicht zu erreichen und dennoch kein Einkommen mehr erzielen zu können. Vor diesem Hintergrund muss der Vermittler die Angst vor Ausweichprodukten, wie der Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeits-Versicherung verlieren. Diese sind im Schutzumfang je nach Kunde mal mehr mal weniger eingeschränkt im Verhältnis zur BU. Allerdings sind diese Versicherungen immer noch besser als überhaupt keine BU.

Biometrische Risiken: Tod und Unfall weniger wahrscheinlich, in der Folge aber verheerend

Innerhalb des Produktsegments “Biometrie” werden BU-Versicherungen am stärksten bei Maklern nachgefragt.

Die Risiken Tod und Unfall sind weniger wahrscheinlich, in der Folge aber verheerend – wie das in Bedarf zu übersetzen ist, darf jeder selbst entscheiden. Das Thema Pflege ist ein sehr, sehr wichtiges Thema und sollte früh gelöst werden. Die Bedrohung steigt mit dem Alter, die Beiträge auch. Deshalb sollte der Vermittler hier auf eine frühe Lösung drängen. Wer das Thema über einen hohen Cashflow auch im Alter lösen kann, benötigt die Versicherung nicht – aber das dürfte eher eine Minderheit sein.

Interview: Lorenz Klein

Foto: freche versicherungsmakler GmbH & Co. KG

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Theoretisch ist die Lösung BU + Biometrie sehr gut.
    Wenn aber nicht einmal genug Geld für die BU da ist……..
    Für den Akademiker mit 1+ in der Regel ja nicht problematisch, beim Handwerker schauts da nicht ganz so gut aus.
    Aber Träumen muß ja erlaubt sein.

    Kommentar von Wilfried Strassnig — 2. August 2016 @ 09:53

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

PKV: Die besten Anbieter nach Service und Konditionen

Durch einen Vergleich der Tarife können Privatversicherte monatlich mehrere Hundert Euro sparen, teils ohne Abstriche bei den Leistungen in Kauf nehmen zu müssen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) hervor.

mehr ...

Immobilien

Hypoport erweitert Geschäftsbereiche durch Übernahme von FIO Systems

Die Hypoport AG übernimmt die Leipziger FIO Systems AG und erweitert damit ihr Leistungsspektrum. FIO Systems ist ein Spezialanbieter webbasierter Branchenlösungen für die Finanz- und Immobilienwirtschaft.

mehr ...

Investmentfonds

Hemmer neuer Vertriebs-Chef bei Carmignac

Der französissche Asset Manager Carmignac ernennt Nils Hemmer zum Country Head für Deutschland und Österreich. Mit Sitz in Frankfurt wird er im Juli die Leitung des deutschen und österreichischen Geschäfts übernehmen.

mehr ...

Berater

Prominente Unterstützung für Insurtech Ottonova

Der digitale Krankenversicherer Ottonova hat Seriengründer, Tech-Investor und TV-Star Frank Thelen (“Die Höhle der Löwen”) als Unterstützer gewonnen. Seine Beteiligungsfirma Freigeist Capital ist allerdings nicht direkt an Ottonova beteiligt.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Sehr attraktives Marktumfeld mit historisch günstigen Schiffswerten”

Die Ernst Russ AG (vormals HCI Capital) hat das Geschäftsjahr 2017 mit Gewinn abgeschlossen und nach eigener Darstellung die strategische Neupositionierung erfolgreich fortgesetzt. Dazu zählen auch wieder Schiffe.

mehr ...

Recht

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...