5. Juli 2016, 13:34
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BU-Abschluss: “Leider wird zu früh aufgegeben”

Sven Hennig, Versicherungsmakler und Spezialist für Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU), über die richtige BU-Absicherung für Menschen mit Vorerkrankungen, den Nutzen einer FIV und die Frage, wie Leistungsanträger mit einem sogenannten Kulanz-Angebot ihres BU-Versicherers umgehen sollten.

BU-Abschluss: Leider wird zu früh aufgegeben

Sven Hennig, Versicherungsmakler aus Bergen auf Rügen: “Es kann durchaus sinnvoll sein, ein Kulanz-Angebot vom Versicherer anzunehmen.”

Cash.: Nicht jeder Berufstätige, der eine BU wünscht, bekommt auch eine. Was raten Sie Ihren Kunden, wenn diese ihre Arbeitskraft trotz Vorerkrankungen absichern möchten?

Hennig: Zunächst einmal geht es darum, die Möglichkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung auszuloten. In vielen Fällen ist es auch mit Vorerkrankungen möglich, einen entsprechenden Versicherungsschutz zu bekommen. Leider wird am Markt zu früh aufgegeben und oftmals werden dann halbherzig Alternativprodukte angeboten, obwohl ein Berufsunfähigkeitsprodukt mit einem entsprechenden Ausschluss oder einen Zuschlag die bessere Alternative wäre.

Aus dem Grunde ist der Rat immer zunächst einmal alle Möglichkeiten auszuschöpfen, und Überlegungen zu Versicherungsschutz mit einem entsprechenden Zuschlag oder Ausschluss in den Vordergrund zu stellen. Ist all dies nicht zu bekommen, so ist eine Absicherung gegen Krankheiten in Verbindung mit einem angemessenen Versicherungsschutz gegen Unfallfolgen und natürlich die Absicherung des Pflegerisikos ebenfalls eine Möglichkeit. Hier wird zwar nicht der vollständige Berufsunfähigkeitsschutz abgebildet, dennoch lassen sich mit einer richtigen Kombination viele Bereiche abdecken.

Um einen erschwinglichen Invaliditätsschutz abseits der oftmals teuren BU zu ermöglichen, setzen manche Versicherer auf ein relativ neues Absicherungskonzept – die funktionelle Invaliditätsversicherung (FIV). Wie bewerten Sie den Nutzen einer FIV, etwa im Vergleich zu einer Dread-Disease-Absicherung?

Wie schon in der ersten Frage erläutert: Alle anderen Produkte neben der Berufsunfähigkeitsversicherung sind für die Masse der Kunden nur eine Ausweichlösung. Einzig und allein selbstständige mit sehr differenzierten Berufsbildern und damit keinem klar definierten Beruf sollten über alternative Produkte zu Beginn nachdenken. Ein Konzept wie die funktionale Invaliditätsversicherung ist ebenfalls nur eine Ausschnittsdeckung. Sollte sich der Versicherungsschutz anderweitig darstellen lassen, so ist diese Absicherung im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorzuziehen. Ob die FIV oder die Schwere Krankheiten Vorsorge die bessere Wahl ist, hängt entscheidend von dem Einzelfall ab. Ein umfangreicher Schutz bei bestimmten Krankheitsbildern kann sogar die bessere Wahl sein.

Seite zwei: Was tun bei einem Kulanz-Angebot?

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