Anzeige
Anzeige
21. Januar 2016, 14:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Leistungsablehnung des BU-Versicherers – und jetzt?

Stellt der Versicherungsnehmer bei seinem Versicherer einen Leistungsantrag auf Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente, so sollte er eine mögliche Ablehnung des Versicherers nicht einfach ungeprüft hinnehmen.

Gastbeitrag von Björn Thorben M. Jöhnke, Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte

Berufsunfähigkeit: Leistungsablehnung des Versicherers – und jetzt?

“Nicht immer ist die Leistungsablehnung des Versicherers rechtlich haltbar oder gar gerechtfertigt.”

Sofern der Versicherungsnehmer für sich genommen eine Berufsunfähigkeit (BU) annimmt und dieses auch mit medizinischen Argumenten untermauern kann, so besteht die Möglichkeit, dass der Versicherungsnehmer einen Antrag auf Leistungen aus dem Versicherungsvertrag beim Versicherer stellt.

Unbedingt überprüfen lassen, ob der Versicherer nicht im “Unrecht” ist

Hierbei sollte der Versicherungsnehmer wissen, dass mit Eintritt der Berufsunfähigkeit auch keine Beiträge (Prämien) mehr zu leisten sind. Ebenfalls ist es möglich, dass der Versicherer Sonderleistungen vertraglich schuldet, wie zum Beispiel im Falle einer Wiedereingliederung. Dieses muss aber vertraglich vereinbart worden sein und steht in den Bedingungen.

Stellt der Versicherungsnehmer bei seinem Versicherer einen Leistungsantrag, so sollte er eine mögliche Ablehnung des Versicherers nicht einfach ungeprüft hinnehmen, sondern unbedingt überprüfen lassen, ob der Versicherer nicht im “Unrecht” ist. Fraglich ist nämlich meist, ob die Leistungsablehnung rechtlich überhaupt haltbar ist.

Versicherer kann vom Vertrag zurücktreten

Auch kommt es relativ häufig vor, dass Versicherer versuchen, sich vom Versicherungsvertrag zu lösen. Dieses kann der Versicherer nur, wenn ihm ein Recht dazu zusteht. Beispielsweise kann der Versicherer den Vertrag wegen einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung anfechten. Der Versicherungsvertrag wäre in diesem Fall “weg”. Auch könnte der Versicherer vom Vertrag zurücktreten oder den Vertrag gar kündigen.

Alle diese Gestaltungsrechte haben jedoch unterschiedliche Voraussetzungen. Auch müssen diese Rechte durch den Versicherer explizit erklärt werden. Ob die einzelnen Voraussetzungen überhaupt vorliegen, steht meist noch auf einem anderem “Blatt Papier” und sollten zwingend überprüft werden.

Diese vorgenannten Rechte kann der Versicherer aber auch nur ausüben, wenn er vorher den Versicherungsnehmer über die Folgen belehrt hat. Nicht nur, dass diese Gestaltungsrechte für sich genommen juristisch überprüft werden sollten, auch die Belehrung des Versicherers sollte genauer geprüft werden. Denn nicht selten liegt eine unzureichende Belehrung vor, so dass die Geltendmachung dieser Gestaltungsrechte bereits nicht durchgreift.

Seite zwei: Wie mit dem “scharfen Schwert” Arglistvorwurf umgehen?

Weiter lesen: 1 2

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

ÖPPs sollen für bessere Einkommensabsicherung sorgen

Öffentlich-private Partnerschaften (“Public-private-Partnership”) zwischen Regierung, Unternehmen, Versicherungsgesellschaften und Einzelpersonen können der entscheidende Lösungsansatz sein, um Lücken in der Einkommensabsicherung zu schließen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Zurich Versicherung.

mehr ...

Immobilien

Einzelhandel: Modebranche vor dem Umbruch

Die Anforderungen der Kunden an den Einzelhandel ändern sich. Damit ändern sich auch die Ansprüche der Mieter. Welche Herausforderungen die Branche erwartet und welche Vorstellungen die Mieter von Handelsimmobilien von der Zukunft haben, hat der Investor in Handelsimmobilien ILG untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

Monega verwaltet neuen Fonds von Wieland Staud

Die Monega Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mbH mit Sitz in Köln hat zusammen mit der Staud Research GmbH, Bad Homburg, und der Greiff capital management AG, Freiburg, den neuen StaudFonds aufgelegt.

mehr ...

Berater

Geldanlage: Deutsche schätzen Renditechancen falsch ein

Viele Bundesbürger haben falsche Vorstellungen von den Renditechancen verschiedener Anlageformen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International hervor. Demnach unterschätzt eine Mehrheit der Deutschen zudem den Zinseszinseffekt bei Fonds.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Krux mit dem Verfallsdatum

Die neueste Cash.-Markterhebung und eine aktuelle Mitteilung der BaFin lenken den Blick auf eine spezielle Vorschrift für Vermögensanlagen-Emissionen. Einsichtig ist diese nicht – und ein Risiko auch für den Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Erbrecht: Ausgleichspflicht bei Berliner Testamenten

Das sogenannte Berliner Testament ist in Deutschland eine der beliebtesten und zahlenmäßig häufigsten Testierformen. In der Praxis kann dabei jedoch zu erheblichen Komplikationen kommen, etwa was die Ausgleichspflichten der Erben angeht.

mehr ...