3. März 2016, 11:07
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fondspolicen: Kapitalmarkt versus Deckungsstock

Unter Marktbeobachtern wird der neue “Das beste aus beiden Welten”-Ansatz der Versicherer bei Index- und Fondspolicen kontrovers diskutiert. Der Vorwurf lautet sinngemäß: Viele neue Policen werden als kapitalmarktnah angepriesen, sind aber in Wahrheit immer noch sehr deckungsstocklastig aufgebaut.

Deckungsstock

Die Devise “Rendite-mit-Sicherheit-versöhnen” stößt laut Fonds-Experte Professor Dr. Frank W. Mühlbradt an Grenzen.

So ist der Kunde etwa bei Hybrid-Produkten oftmals nur zu einem geringen zweistelligen Prozentsatz in freien Fonds investiert, während der größte Teil seines Guthabens im Deckungsstock oder im Wertsicherungsfonds schlummert.

Kunde bekommt Zerrbild

Die mögliche Folge: Der Kunde bekommt ein Zerrbild von seiner tatsächlichen Partizipation an einer positiven Kapitalmarktentwicklung. Spielt also das schicke Label “Fondsbindung” vor allem den Marketing-Zielen der Versicherer in die Karten?

Soweit würde Fonds-Experte Professor Dr. Frank W. Mühlbradt vom Münchener Analysehaus Finanz Research nicht gehen, allerdings macht er auch keinen Hehl daraus, dass die Devise “Rendite-mit-Sicherheit-versöhnen” an Grenzen stößt: “Im Absatz von Finanzprodukten, also auch bei Lebensversicherungen mit Sparprozess, macht es sich sicher gut, wenn auf attraktive Renditechancen bei Nullrisiko verwiesen wird. Wenn aber eine Bruttobeitragsgarantie gegeben wird, ist die Aussicht auf hohe Renditen beim Sparprozess eine Fiktion. Anders formuliert: Höhere Renditen lassen sich ‚in the long run‘ ausschließlich mit der Übernahme von Risiko erzielen – da lässt sich nichts versöhnen, sondern es handelt sich um eine ökonomische Gesetzmäßigkeit.”

Zu zaghafte Kapitalmarktorientierung?

Thomas A. Fornol, Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland und Leiter Intermediärvertrieb, will sich den Schuh nicht anziehen, wonach die Unternehmen in puncto Kapitalmarktorientierung zu zaghaft vorgehen würden – zumindest für sein Haus schließt er dies aus: “Wir gehen mit Swiss Life Maximo tatsächlich einen besonders innovativen Weg, der sich von anderen Produkten am Markt deutlich unterscheidet”, betont Fornol.

So habe man bei der Entwicklung der Fondspolice, die im Sommer 2014 zunächst als Direktversicherung in der betrieblichen Altersversorgung an den Start ging, sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Kunden von den Chancen der Kapitalmärkte “in vollem Umfang” profitieren können. Dies zahle sich aus, so Fornol.

“Insbesondere seit der Einführung von Maximo im Sommer 2015 für die dritte Schicht als Privatrente und für die erste Schicht als Basisrente haben wir nochmals deutlich zugelegt und unsere ursprünglichen Erwartungen übertroffen.” Der Swiss-Life-Manager versichert, dass die Renditechancen bei Maximo bei gleicher Risikoklasse höher seien als bei “klassischen Policen, indexbasierten Versicherungen oder sonstigen Hybridmodellen”.

Seite zwei: Ganz ohne Garantie geht es nicht

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Mit Aktien sicher in die Rente

Aktien tragen in anderen Ländern wesentlich dazu bei, den Lebensstandard der Menschen im Alter zu sichern. Das ist das Ergebnis der Studie des Deutschen Aktieninstituts „Altersvorsorge mit Aktien zukunftsfest machen – Was Deutschland von anderen Ländern lernen kann“, die heute veröffentlicht wurde.

mehr ...

Immobilien

Lange Zinsbindung und höhere Beleihung bei Immobilienfinanzierungen

Die durchschnittliche Darlehenssumme für Immobilienfinanzierungen stagniert im Mai – auf Rekordniveau: Wie im Vormonat beträgt sie eine knappe viertel Million Euro (248.000 Euro). Die Standardrate, die für eine Finanzierung von 150.000 Euro und 80 Prozent Beleihungsauslauf mit zwei Prozent Tilgung und 10 Jahren Zinsbindung errechnet wird, beträgt 448 Euro. Das sind 22 Euro mehr als im April. Damit liegt sie unter dem Mittelwert von 2018 und entspricht in etwa der durchschnittlichen Rate in 2017.

mehr ...

Investmentfonds

VanEck listet den ersten eSports ETF an der Deutschen Börse

VanEck gab heute das Listing des VanEck Vectors Video Gaming and eSports UCITS ETF an der Deutschen Börse bekannt. Damit bietet der Asset Manager den ersten ETF in diesem innovativen Geschäftsfeld über Xetra an.

mehr ...

Berater

Warum Digitalisierung die Chance bietet, historische Schwächen von Versicherungen zu beheben

Versicherungsschutzlücken in reifen Märkten könnten durch die Stärkung des Vertrauens in die Versicherer verringert werden, so eine Kundenbefragung von The Geneva Association, der globalen Organisation der Chief Executive Officers (CEOs) von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Sehr positive Resonanz der Gläubiger auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter

Die Gläubiger in den Insolvenzverfahren der deutschen P&R Gesellschaften haben sehr positiv auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter reagiert. Bislang haben schon über 95 Prozent der Gläubiger bzw. deren anwaltliche Vertreter ihre Zustimmung zum Vergleich über die Forderungsfeststellung erklärt. Insgesamt wurden in den vier Insolvenzverfahren über 80.000 Schreiben an rund 54.000 Gläubiger verschickt.

mehr ...

Recht

Rendite statt Leerstand

Viele Unternehmen halten große Freiflächen oder Nachverdichtungsflächen vor, um auf dem Gelände weiter expandieren zu können. Ob und wann der zusätzliche Raumbedarf eintritt, steht oft in den Sternen. Viele Raumreserven liegen dauerhaft brach. Hinzu kommt: Die fortschreitende Geschäftsentwicklung ändert auch den Raumbedarf. Es werden also Konzepte gebraucht, die solche Zustände vermeiden.

mehr ...