Fitch: Jüngste Unwetterschäden könnten Versicherer eine Milliarde Euro kosten

Die Unwetter der vergangenen zwei Wochen werden die Versicherungsbranche nach Einschätzung von Experten bis zu einer Milliarde Euro kosten. Die meisten Schäden dürften die Versicherungen von Wohngebäuden, Hausrat und Autos betreffen, teilte die Ratingagentur Fitch am Dienstag mit.

Wasser, soweit das Auge reicht: Nach tagelangen Regenfällen stieg die Elbe im Sommer 2002 über die Ufer und überflutete Häuser.
Fitch geht davon aus, dass die durch die Unwetter entstandenen Schäden das Jahresbudget der Versicherer für Naturkatastrophen aufbrauchen könnten.

Ein kleinerer Teil entfalle auf Betriebsunterbrechungen in entsprechend versicherten Unternehmen. Angesichts der betroffenen Regionen dürften vor allem die Versicherungskammer Bayern und die SV Sparkassen-Versicherung tief in die Tasche greifen müssen, schätzt Fitch.

Schäden sind höher als bisher geschätzt

Die gesamtwirtschaftlichen Schäden dürften den Experten zufolge deutlich höher ausfallen. So decke nur rund jeder dritte Vertrag in der deutschen Wohngebäudeversicherung die sogenannten Elementarschäden durch Naturgefahren ab. Viele der Flutschäden entstanden allerdings durch Starkregen in Gegenden, die sonst nicht als Hochrisiko-Gebiete für Hochwasser gelten.

Für solche Gebäude seien solche Versicherungen billiger zu haben, sodass der Anteil der versicherten Schäden den Experten zufolge höher ausfallen könnte als bei der letzten großen Flutkatastrophe 2013. Vor wenigen Tagen hatte bereits der Versichererverband GDV allein vom 27. bis 30. Mai entstandene Schäden auf 450 Millionen Euro beziffert.

Eine Milliarde Schadenbudget

Aus Sicht von Fitch würden versicherte Schäden von einer Milliarde Euro das gesamte Schadenbudget für Naturkatastrophen aufbrauchen, das die Analysten für 2016 in ihren Prognosen vorgesehen haben.

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Von den Beitragseinnahmen der Schaden- und Unfallversicherer dürfte nach Abzug der Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb daher weniger übrigbleiben als bisher gedacht. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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