6. Juli 2016, 10:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Munich-Re-Chef sagt noch längeres Rekord-Zinstief voraus

Die Turbulenzen nach dem Brexit-Votum werden nach Ansicht von Munich-Re-Chef Dr. Nikolaus von Bomhard die Welt auf absehbare Zeit im Zinstief halten. “Bisher dachte ich an ein bis zwei Jahre, aber das geht wohl über diesen Zeitraum hinaus”, so von Bomhard.

Munich-Re-Chef sagt noch längeres Rekord-Zinstief voraus

Munich Re-Konzernchef Nikolaus von Bomhard

Die US-Notenbank werde es in diesem Jahr wohl bei einer Erhöhung belassen, und die Europäische Zentralbank (EZB) habe keinen Grund, ihre Geldpolitik zu ändern, sagte der Chef des weltgrößten Rückversicherers am Dienstagabend in München. . “Dazu passt ein schwaches britisches Pfund”, sagte von Bomhard. “Die Frage ist: Wie lange schauen die anderen zu?” Ein Währungskrieg ist seiner Ansicht nach nicht ausgeschlossen.

Brexit: “Weckruf, den man nicht verstreichen lassen darf”

Politisch wertet von Bomhard die Entscheidung der Briten zum EU-Austritt als einen “Weckruf, den man nicht verstreichen lassen darf”. Die Europäische Union habe ein Demokratiedefizit. Der europäische Rat sei “demokratisch gesehen ein Unding”, die Kommission demokratisch “nicht wirklich legitimiert”. Um solche Mängel zu beheben, müsse die Politik die europäischen Verträge “noch einmal anfassen”. Dabei brauche es nach der Erfahrung mit Griechenland auch ein Insolvenzrecht für Staaten. Zudem müsse man den Wählern wieder klarmachen, für was die EU eigentlich gut sei.

Für sich selbst betrachtet die Munich Re den Brexit bisher nicht als großes Ereignis. “Der Kapitalmarkt hat eigentlich vernünftig reagiert”, sagte von Bomhard. Da der Rückversicherer stärker im Dollar engagiert sei, wirke sich die Schwächung des britischen Pfunds sogar leicht positiv aus. Sollte aus der Unsicherheit allerdings eine Finanzkrise entstehen, “dann sind auch wir betroffen”, räumte er ein.

Lebensversicherer konzentrieren sich auf neuartige Verträge

Schon das Zinstief macht der Branche seit Jahren zu schaffen, vor allem in der Lebensversicherung. Dort fällt es den Unternehmen zunehmend schwerer, die in der Vergangenheit versprochenen hohen Garantiezinsen für ihre Kunden am Finanzmarkt zu erwirtschaften. Die Munich-Re-Tochter Ergo schickt ihre Vertragsbestände der klassischen Lebensversicherung daher in die Abwicklung und konzentriert sich wie andere Versicherer auf neuartige Verträge ohne Garantiezins. (dpa-AFX)

Foto: Munich Re

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Plug & Play: Die führende Plattform für Makler, Mehrfachagenten und Banken

Mode, Essen, Musik, Filme, Reisen und sogar Medikamente – mittlerweile gibt es nahezu alles im Internet zu kaufen. Und auch das Geschäft mit Online-Dienstleistungen wie etwa die Taxi-Bestellung, der Leihwagen oder das Ausleihen hipper eScooter oder eRoller läuft mit Hilfe entsprechender Apps inzwischen reibungslos.

mehr ...

Immobilien

Gehälter können bei Mietsteigerungen nicht mithalten

Der Wohnungsmarkt hierzulande ist angespannt, vor allem in den Metropolen. Wie stark sich die Mieten im Vergleich zu den Gehältern entwickelt haben, zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen.

mehr ...

Investmentfonds

EZB: Zinstief könnte zum Risiko für Finanzstabilität werden

Europas Währungshüter nehmen verstärkt mögliche negative Folgen ihres Nullzinskurses in den Blick. “Die Nebenwirkungen der Geldpolitik werden immer offensichtlicher, das müssen wir berücksichtigen”, sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos bei der Vorstellung des aktuellen Finanzstabilitätsberichts der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. “Wir müssen uns mehr auf die Nebenwirkungen konzentrieren.”

mehr ...

Berater

Christian Kunz wechselt von DNL zu TSO

Christian Kunz wird zum 1. Dezember 2019 als Sales & Marketing Manager bei der TSO Capital Advisors GmbH beginnen und die Verantwortung für den Vertrieb verschiedener Investmentprodukte der TSO-Gruppe im deutschen Markt übernehmen. Sein Vater Wolfgang Kunz sieht sich indes zu einer Klarstellung veranlasst.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Immobilienfonds Jamestown 31 legt rasant los

Der US-Fondsanbieter Jamestown hat für seinem Fonds 31 innerhalb weniger Wochen ein beachtliches Volumen platziert und die ersten Immobilieninvestitionen getätigt. Es handelt sich dabei um drei Büro- und Einzelhandelsobjekte in San Francisco, Atlanta und Boston, in die insgesamt eine Viertel-Milliarde US-Dollar Eigenkapital fließt.

mehr ...

Recht

Thomas Cook: Auch österreichische Verbraucherschützer verklagen Bundesrepublik

Nach der Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook sowie diverser Tochterunternehmen klagt nun auch der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) gegen den deutschen Staat auf Staatshaftung. Vertreten wird der Verein durch die Anwaltskanzlei Kälberer & Tittel aus Berlin.

mehr ...