Anzeige
11. Oktober 2016, 10:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pharmabranche warnt vor Arznei-Stopp für Schwerkranke

Kurz vor dem geplanten Beschluss der Bundesregierung zu einem neuen Arzneimittelgesetz warnt die Pharmabranche vor Risiken für Schwerkranke.

Groehe Bundestag HenningSchacht 300dpi in Pharmabranche warnt vor Arznei-Stopp für Schwerkranke

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU)

Die Patienten sollten Medikamente, die oft die einzige Behandlungsalternative seien, von den Krankenkassen nicht mehr bekommen, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa), Birgit Fischer, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Hintergrund ist, dass teure Medikamente von der Verordnung ausgeschlossen werden sollen, wenn sie nach offizieller Bewertung nicht besser wirken als andere. Laut vfa sind es aber oft formale Gründe, wegen denen diesen Mitteln ein Zusatznutzen im offiziellen Bewertungsverfahren noch nicht zugesprochen werde.

Das geplante Gesetz zur Stärkung der Arzneimittelversorgung soll an diesem Mittwoch das Bundeskabinett passieren, wie aus Regierungskreisen verlautete. “Dieses Gesetz ist ein reines Spargesetz, das reale Gefahren für Patienten verursacht”, meinte Fischer. “Betroffen wären beispielsweise Patienten, die an Brust- oder Hautkrebs, Diabetes, Epilepsie, Multiple Sklerose oder psychischen Störungen leiden.”

Bei diesen Krankheitsbildern sind Ärzte laut vfa dringend auf ein breites Spektrum von Behandlungen angewiesen – etwa wenn ein Arzneimittel im Einzelfall nicht wirkt oder nicht vertragen wird.

Das geplante Gesetz ist Ergebnis eines großangelegten “Pharma-Dialogs” zwischen Gröhe und Pharma-Industrie, Wissenschaft und Gewerkschaften. Mit dem geplanten Kabinettsbeschluss startet das parlamentarische Verfahren. Die Krankenkassen hatten moniert, Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) würde der Pharmaindustrie zu weit entgegenkommen.

Preisbremse bei Arzneimitteln geplant

Fischer warnte zudem vor einer “kassengesteuerten Arztinformation” und “Rationierung durch die Hintertür”. Tatsächlich sollen Ärzte künftig verstärkt über Arzneimittel informiert werden. Sie sollen automatisch Hinweise bekommen, welche Mittel genau für welche Patientengruppen passen.

Mit dem Gesetz will die Regierung zudem eine neue Preisbremse bei Arzneimitteln einführen. Der Umsatz für ein neues Mittel soll auf 250 Millionen Euro im ersten Jahr begrenzt werden. Heute können neue Mittel zunächst zum frei von den Pharmafirmen festgesetzten Preis verkauft werden, bevor sie offiziell bewertet und bevor über ihren Erstattungspreis verhandelt wird.

Apotheker sollen bessergestellt werden

Manche Mittel erzielen im ersten Jahr enorme Bruttoumsätze. Dazu zählt Harvoni gegen Hepatitis C mit 783 Millionen Euro, Sovaldi ebenfalls gegen Hepatitis C mit 495 Millionen und Tecfidera gegen Multiple Sklerose mit 326 Millionen Euro.

Mit dem Gesetz will Gesundheitsminister Gröhe auch Apotheker besserstellen, wie unter anderem die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” berichtet hatte. So solle ihre Vergütung um 100 Millionen Euro steigen. Zudem wolle Gröhe Rabattverhandlungen zwischen Krankenkassen und Apothekern über speziell für Krebspatienten hergestellte Medikamente verbieten. (dpa-AFX)

Foto: Bundesregierung/Henning Schacht

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

“Silver Surfer” erobern das WorldWideWeb

Die Digitalisierung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist eines der Ergebnisse der Studie “D21-Digital-Index 2018 / 2019”, die die Initiative D21 heute gemeinsam mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie präsentiert.

mehr ...

Immobilien

Dr. Klein: Boom im Osten, Rekorde im Norden

Ob nun Hamburg, Hannover, Berlin oder Dresden – im Norden und Osten der Bundesrepublik steigen die Immobilienpreise in allen Metropolregionen an. Trotzdem gibt es deutliche Preisunterschiede.

mehr ...

Investmentfonds

Kryptowährungen: Schwankende Coins an Gold binden

Seit jeher suchen Menschen Stabilität. Bei Währungen, der Basis unseres Wirtschafts- und sozialen Lebens ist dies nicht anders. Das hart verdiente und ersparte Geld soll nicht durch Inflation oder andere Unwägbarkeiten entwertet werden.

Gastbeitrag von Harald Seiz, Karatbars International GmbH

mehr ...

Berater

Kartellwächter: Mastercard muss Millionenstrafe zahlen

Der Kreditkartenanbieter Mastercard muss wegen Verstößen gegen EU-Kartellvorschriften 570 Millionen Euro bezahlen. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Auf den US-Konzern könnten zudem Schadenersatzklagen zukommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ernst Russ AG verliert beide Vorstände auf einen Schlag

Sowohl der Vorstandssprecher Jens Mahnke als auch Vorstandsmitglied Ingo Kuhlmann werden im Juni beziehungsweise Ende März aus der Ernst Russ AG (ehemals HCI Capital) ausscheiden. Ein bisheriges Aufsichtratsmitglied springt ein.

mehr ...

Recht

Pflegeunterhalt: Wenn Kinder für ihre Eltern haften

Die Deutschen werden immer älter. Damit wächst auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Die Kosten hierfür sind hoch. Vielfach benötigen Eltern in diesem Fall die finanzielle Hilfe ihrer Kinder. Für diesen Fall gibt es genaue Regeln, wie eine Übersicht des Arag-Rechtsschutzes zeigt.

 

mehr ...