Der Verrat an der Riester-Rente

Politiker und Verbraucherschützer schießen sich aktuell auf die Riester-Rente ein und erklären, das Produkt sei gescheitert. Betrachtet man die nüchternen Fakten, ist das nicht verwunderlich. Doch die sind nur ein Teil der Wahrheit. Die Pradetto-Kolumne

Oliver Pradetto, Blau direkt
„Die Riester-Rente ist nicht gescheitert, sie wird verraten.“

‚Die staatliche Riester-Rente ist gescheitert‘ hört man derzeit rauf und runter. Als ob irgendwo jemand ein Loch aufgemacht hätte, schießen sich Politiker und Verbraucherschützer jetzt auf Riester ein.

Wenn man sich die nüchternen Fakten anschaut, wundert einen das nicht: Teilweise dauert es bis zu drei Jahrzehnte, bis das Kapital auch nur den eingezahlten Beitrag wieder erreicht. Unfassbar.

Der Urheber der Misere ist der Staat

Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Die Riester-Rente wurde überhaupt nur eingeführt, damit die Rentenküzungen, die der Staat selbst vollzogen hat über private Sparleistungen abgefangen werden konnten. Die Regeln für die Riester-Rente hat der Staat selbst vorgegeben.

Später haben die Staaten weltweit ihre Ausgaben- und Geldpolitik so verändert, dass die Zinsen immer weiter abgesunken sind, so dass die Garantiezinsen abgesenkt werden mussten, aber auch die Überschüsse einbrachen. Urheber der Misere ist also der Staat selbst.

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Wenn Politiker nun die Riester-Rente verteufeln und die Schuld damit den Produktanbietern zuschieben, kaschieren sie geschickt, dass sie dem Bürger erst die Rente kürzten, sie aufforderten jene Kürzungen privat auszugleichen, nur um ein paar Jahre später die privaten Sparbemühungen auch noch einkassieren zu wollen.

Seite zwei: Deutschland-Rente als Antwort auf Riester-Misere?

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