Warum Riestern wichtig bleibt

Altersvorsorge wird zum Politikum: Runde Tische, Deutschlandrente, Rückabwicklung der Riester-Rente oder gleich die große Rentenreform – die Sicherung der finanziellen Zukunft könnte sich zum Wahlkampfthema entwickeln. Grund genug besteht. Gastbeitrag von Tobias Haff, Procheck24.

Haffkopie
„Die Riester-Rente ist im Kern ein wegweisendes Konzept.“

Die Prognosen zur Altersarmut sind erschreckend. Die EZB hat das Zinsniveau in den Nullbereich gedrückt und will es dort auch halten. Damit kommt die Lebensversicherung als private Vorsorgemaschine aus dem Takt. Garantien jeglicher Art werden teuer oder zehren derart an der Rendite, dass sie die Vorsorge uninteressant machen.

Es wird spekuliert, ob die Versicherungswirtschaft das nächste systemische Risiko für die Finanzwelt darstellt. Es ist an der Zeit, nicht nur über punktuelle Maßnahmen, sondern über Konzepte nachzudenken, wie die Vorsorgemotivation gefördert werden kann.

Riester-Debatte sorgt für Schwung

Andernfalls wird die Altersarmut zum nächsten großen Thema. Die „Riester-Debatte“ sorgt dabei für Schwung. Vor 15 Jahren ging es noch um die Einführung, heute führt der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer die Abschaffung und Rückabwicklung in die Überlegungen ein. Das verleiht der Diskussion zwischen Befürwortern und Kritikern eine ganz neue Dimension.

Trotz Dauerkritik bezüglich Transparenz, Kosten und tatsächlicher Rendite in der breiten Öffentlichkeit hat sie an Popularität nicht verloren. Interessanterweise konnte sie trotz schlechter Publicity im Schlussquartal des letzten Jahres wieder wachsen.

Nach jüngst veröffentlichten Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ging es um rund 110.000 Verträge nach oben. Immerhin sind nun rund 16,5 Millionen Verträge im Bestand. Vor allem der Wohn-Riester sorgt für Wachstum.

Kompliziertheit ist größte Schwäche

Grund dafür ist die Art und Weise, wie die Altersvorsorge unterstützt wird: durch eine direkte Förderung. Beim Wohn-Riester sind die Auswirkungen auf die Tilgung und den damit schnelleren Erwerb des Eigenheims nachvollziehbar. Mit dem Begriff „Tilgungsturbo“ lässt sich das Produkt gut erklären. Altersvorsorge lebt davon, vom Kunden verstanden zu werden. Je komplexer das Produkt, um so mehr ist der Berater gefragt, es dem Kunden verständlich zu machen.

Die strukturelle Schwäche der Riester-Rente ist deren Kompliziertheit. Hier wurde zwar 2005 mit dem Alterseinkünftegesetz nachgebessert. Trotzdem bleibt erheblicher Erklärungsbedarf. Ein Kundenkreis von „mittelbar“ und „unmittelbar“ zulagenberechtigten Personen klingt zwar weit gefasst, ob alle Voraussetzungen zutreffen, muss trotzdem ermittelt werden.

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Ob und wie die Zulage oder die steuerliche Förderung vorteilhafter sind und welche Beiträge mindestens oder höchstens abhängig vom Bruttolohn in welchem Bemessungsjahr einzuzahlen sind, um ein Optimum zu erhalten: Das lässt sich nur durch viel Rechnen herausfinden. Wenn man es dann auch noch verpasst, einen Zulagenantrag zu stellen, war alles Rechnen umsonst. Hier ist der Berater gefordert.

Seite zwei: Riester-Rente im Kern wegweisend

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