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17. November 2016, 09:42
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Studie: Bürgerversicherung würde Zehntausende Arbeitsplätze kosten

Die Einführung einer gesetzlichen Bürgerversicherung könnte Zehntausende Arbeitsplätze in der Privaten Krankenversicherung (PKV) kosten. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten neuen Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Studie: Bürgerversicherung würde Zehntausende Arbeitsplätze kosten

Die Einführung einer gesetzlichen Bürgerversicherung könnte Zehntausende Arbeitsplätze in der PKV kosten.

Eine solche von SPD, Grünen und Linken favorisierte gesetzliche Krankenversicherung für alle würde je nach Ausstiegsszenario dazu führen, dass in der PKV zwischen 22.700 und 51.000 Stellen abgebaut werden müssten. Dieser Stellenabbau entspräche einer Größenordnung von etwa dem Drei- bis Sechsfachen der aktuell bei Tengelmann-Kaiser bedrohten Belegschaft, ergibt sich aus der Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Dort mussten nach Gewerkschafts-Angaben 8.000 der 15.000 Mitarbeiter mit Entlassung rechnen. Die Studie geht von etwa 68.000 Beschäftigten (2014) im Bereich der PKV aus. Die Studie geht von etwa 68.000 Beschäftigten (2014) im Bereich der PKV aus. Die Verluste lägen also zwischen knapp einen Drittel und rund drei Vierteln der Jobs bei den privaten Krankenversicherern. In der PKV sind rund neun Millionen Menschen versichert. Der PKV-Verband wies wiederholt darauf hin, das jeder Euro in der PKV weitere 2,10 Euro an zusätzlicher Bruttowertschöpfung in anderen Unternehmen bewirke. Und mit jedem einzelnen Arbeitsplatz seien weitere 4,6 Arbeitsplätze verbunden.

PKV muss sich im Wahljahr auf Angriffe einstellen

Im Wahljahr 2017 muss sich die PKV wieder auf Angriffe aus SPD und Opposition einstellen. Der für Gesundheitspolitik zuständige SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach kündigte bereits an, dass für seine Partei die “paritätische Bürgerversicherung” ein Riesenthema werde. Damit strebt die SPD eine gesetzliche Krankenversicherung für alle Bürger an und die Abschaffung der privaten.

Ähnlich wollen die Grünen eine Krankenversicherung von allen für alle. Ihre Bürgerversicherung bezieht alle Bürgerinnen und Bürger in die Solidargemeinschaft ein – auch gut verdienende Angestellte, Selbstständige, Abgeordnete und Beamte. Zur Finanzierung werden alle Einkommen herangezogen – neben den Löhnen, Gehältern und Renten auch die Einkommen aus Vermietung und Verpachtung sowie Gewinne.

Bürgerversicherung soll Zwei-Klassen-Medizin überwinden

Auch nach den Vorstellungen der Linken zahlen bei einer Bürgerversicherung alle in eine Kasse ein, egal ob Hartz-IV-Empfängerin, Postbote, Manager oder Lehrerin. Berücksichtigt werden auch nicht nur Arbeitseinkommen, sondern auch Einkommen aus Vermögen und Grund- und Hausbesitz. Sozialdemokraten, Grüne und Linke gehen davon aus, auf diese Weise die nach ihrer Meinung in Deutschland vorherrschende Zwei-Klassen-Medizin überwinden zu können.

Eine ähnliche Studie, die 2013 im Auftrag der Gewerkschaft Verdi erstellt wurde, hatte nach Angaben der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” von damals ein noch deutlicheres Ergebnis und sorgte im Gewerkschaftslager für enormes Aufsehen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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4 Kommentare

  1. Es ist natürlich schade, dass unser solidarisch aufgebautes kostenlose Schulsystem beim Leserbriefschreiber Felix Kubens so völlig versagt hat.
    Das Wort SOLIDARITÄT scheint in seiner gesellschaftlichen Bedeutung nicht ansatzweise verstanden und rechnen kann er leider auch nicht.
    Das deutsche Durchschnittseinkommen 2016 liegt bei BRUTTO 3.083,25 EUR). Da glaubt offenbar jemand, dass man z.B. mit 40% über diesem Durchschnittsverdienst schon zu den “geschröpften Besserverdienern” gehört.
    Da lachen sich die Arbeitgeberverbände zusammen mit den DAX-Vorständen und den Steuerumgehenden Multinational-Konzernen schlapp.
    Die freuen sich deshalb nach Abschaffung der Linken schon alle schon darauf, die Steuern für Besserverdiener zu senken oder in die Länder umzuleiten, in die der 40%-Mehrverdiener so gerne zum Billigangebot verreist.
    Mensch Herr Kubens – auf in Trumps Amerika – da werden alle Ihre Wünsche wahr!

    Kommentar von Gabriele Fenner — 21. November 2016 @ 13:29

  2. Nichts als ideologisch verbohrtes Gerede! Die GKV hat im Vegrleich zur PKV auf die letzten 10 Jahre gesehen höhere Beitragssteigerungen “hingelegt” durch ständige Erhöhungen der BBG und immer stärkere Reduzierung der Leistungen. Wenn das so weitergeht, und genau das scheint auch meinen Vor-Kommentatoren vorzuschweben, zahlen wir bald alle monatlich (zu) viel Geld in die GKV bzw. dann Bürgerversicherung ein – für Nichts. Beim Zahnarzt ist es heute schon so. Wann verstehen diese “Linken” endlich, dass man ein Problem nicht dadurch löst, indem man es einfach nur auf eine größere Anzahl von Personen ausdehnt? Und was bitte ist an dem derzeitigen GKV-System gerecht, wonach derjenige, der mehr verdient, auch mehr einzahlen muß, aber nicht mehr oder bessere Leistungen dafür bekommt (bis zu bestimmten Höchstgrenzen)? Wo sonst zahlt man für ein und dasselbe (Wirtschaftsgut, Dienstleistung, Versicherung, Pauschalreise, …) mehr als andere, nur weil man etwas mehr Einkommen hat? Das hat schon lange nichts mehr mit Solidarität zu tun, es ist schlicht ungerecht und abzulehnen. Gleiche Leistung, gleicher Preis. Ich wollte Sie mal sehen, wenn Sie plötzlich beim Klamottenkauf oder der Reisebuchung Ihren Gehaltszettel vorlegen müssen und einen 20 % igen Zuschlag zahlen müssen, weil Sie 20 % mehr verdienen als den in Deutschland üblichen Durchschnittslohn. Oder 30, 40 …%. Darüber sollten Sie mal nachdenken, bevor Sie solchen Unsinn verbreiten.

    Kommentar von Felix Kubens — 17. November 2016 @ 19:14

  3. Ich selbst bin privat Krankenversichert, meine Frau aber gesetzlich ! Diese Zweiklassengesellschschaft ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Jeder hat die Möglichkeit sich auf Wunsch (so lange er gesund ist) privat zusätzlich zu versichern. Ich würde meinen Status sofort für eine Bürgerversicherung aufgeben!

    Kommentar von Norman Stiehler — 17. November 2016 @ 16:18

  4. Diese einseitige Betrachtung verschweigt, dass für einen großen Teil der in den PKV-Unternehmen Beschäftigten in der Bürgerversicherung neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dass ausgerechnet eine angeblich gewerkschaftsnahe Stiftung hier nicht aufklärt, spricht für sich. Von cash-online hätte ich mir zumindest eine journalistische Aufklärung gewünscht

    Kommentar von Gabriele Fenner — 17. November 2016 @ 12:53

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