„Die Politik steht zur Riester-Rente“

Manche Experten rechnen damit, dass sich Fintechs oder auch Internet-Riesen wie Google langfristig gegen die klassischen Versicherer durchsetzen werden, weil sie weniger Altlasten mitschleppen müssen. Ist das eine realistische Prognose?

Gebhart: Ganz ohne Zweifel gewinnen der Verkauf über Internet und digitale Medien zunehmend an Bedeutung. Wir glauben aber nach wie vor, dass der Verkauf von beratungsintensiven Versicherungsleistungen – vor allem im Bereich der Altersvorsorge – auch in Zukunft auf den persönlichen Kontakt von Mensch zu Mensch angewiesen ist.

Nur so können individuelle Kundenbedürfnisse richtig aufgenommen, eingeschätzt und in passgenaue Versicherungsleistungen umgesetzt werden.

Das schließt den Einsatz moderner Kommunikationsformen natürlich mit ein, wie beispielsweise ein onlinebasiertes Kundeninformationsportal, Videoberatung und Vertriebsschulungen auf geeigneten Internetplattformen.

Wir beobachten die technische Entwicklung laufend und bedienen uns dort, wo es für die Kunden und unsere Vertriebspartner sinnvoll ist.

Das Jahr 2017 hat bereits einige politische Reformen gebracht, die auch die Angebote Ihres Hauses betreffen, zum Beispiel das Betriebsrentenstärkungsgesetz. Sind Sie mit den politischen Lösungen zufrieden?

Gebhart: Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz möchte der Gesetzgeber die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung fördern. Gerade angesichts der demografischen Herausforderungen, vor denen Deutschland steht, ist auch dieses Ziel sozialpolitisch sehr zu begrüßen.

Auch aus Sicht der Versicherungswirtschaft öffnen die Erhöhung des Förderrahmens, die Geringverdienerförderung oder der Freibetrag bei der Grundsicherung im Alter vertriebliche Potenziale.

Inwieweit sich die reine Beitragszusage im Sozialpartnermodell durchsetzt, wird man erst zeitversetzt bewerten können, da vorgelagert zunächst die Tarifverträge zu verhandeln sind.

Aus Sicht unseres Hauses freut mich ganz besonders die Erhöhung der Grundzulage für Riester-Verträge von 154 Euro auf 175 Euro. Dies macht „Riestern“ zukünftig nicht nur für Kunden attraktiver, sondern zeigt, dass die Politik auch in Zukunft zu Riester steht.

Dieses Signal gibt den Vertriebspartnern wie auch den Kunden Sicherheit, auch angesichts der politischen Diskussion des vergangenen Jahres um alternative Fördermodelle.

Lesen Sie das vollständige Interview im aktuellen Cash.Special Versicherungen 2/2017.

Interview: Kim Brodtmann

Foto: WWK Versicherungen

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