1. November 2017, 14:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GKV: Kassen müssen über Beitragserhöhung informieren

Wird der kassenindividuelle Zusatzbeitrag erhöht, müssen die Versicherten darüber und über ihr eintretendes Kündigungsrecht informiert werden. So lautet ein aktuelles Urteil des Landgerichts Hamburg.

GKV: Kassen müssen über Beitragserhöhung informieren

Laut Landgericht Hamburg klärte die HEK ihre Kunden nicht ausreichend über ihr Kündigungsrecht auf.

Wie die Verbraucherzentrale Hamburg in einer Pressemitteilung vom 01. November erklärt, wurde die Hanseatische Krankenkasse (HEK) rechtskräftig verurteilt, ihre Mitglieder in die Irre geführt zu haben.

Dies beziehe sich vorrangig auf ein Schreiben der HEK an ihre Kunden zum Jahreswechsel 2015/16, in dem eine Erhöhung des kassenindividuellen Zusatzbeitrags nicht erwähnt und folglich auch das dadurch eintretende Kündigungsrecht verschwiegen wurde.

Mangel an Ehrlichkeit und Korrektheit

Das Schreiben der HEK teile den Versicherten nur mit, dass ihr Zusatzbeitrag “weiterhin unter dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag liegt”, und spreche vom Kündigungsrecht nur insofern, dass die HEK “Freunden und Verwandten” empfohlen werden solle, deren Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge erhöhen.

Da die Kasse dem Landgericht zufolge keinen ausreichenden Zusammenhang zwischen der Erhöhung des Zusatzbeitrags und einem Kündigungsrecht herstellt, erfüllt sie nicht die diesbezüglichen, gesetzlichen Voraussetzungen.

“Wir nehmen nicht an, dass die HEK, die sich als Business-Kasse unter den gesetzlichen Krankenkassen versteht, das alles aus Unkenntnis tat”, so Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die sprichwörtliche Ehrlichkeit und Korrektheit Hamburger Kaufleute suche man hier jedenfalls vergebens. (bm)

Foto: Shutterstock

Mehr Beiträge zum Thema GKV:

GKV: Zusatzbeitrag sinkt im kommenden Jahr

Gesundheitssystem: Gute Qualität, hohe Kosten

Fehlzeiten-Report: Psychische Erkrankungen nehmen überproportional zu

1 Kommentar

  1. …und das bedeutet für die Betroffenen was?

    Kommentar von Alexander Gretzinger — 2. November 2017 @ 16:06

Ihre Meinung



 

Versicherungen

OVB will Expansion und Wachstum vorantreiben

Die OVB Holding AG präsentierte ihren Aktionären auf der Hauptversammlung eine gute vertriebliche Entwicklung und einen planmäßigen Ergebnisverlauf. »Bei der Strategieumsetzung erreichten wir im Jahr 2018 wichtige strategische Fortschritte. Unser Ziel ist es, neue Ertragschancen zu erschließen und unsere Marktposition in Europa weiter auszubauen«, sagt Mario Freis, Vorstandsvorsitzender der OVB Holding AG.

mehr ...

Immobilien

Grundsteuer: Nicht alle freuen sich über die Reform

Laut aktuellen Medienberichten steht die Große Koalition vor einer Einigung bei der Reform der Grundsteuer. Der Kompromiss sieht vor, dass die Länder die bundeseinheitliche Grundsteuer mit eigenen Regelungen ergänzen dürfen. Der ZIA sieht dies nur beschränkt positiv. Über die Gründe.

mehr ...

Investmentfonds

DWS: Berichte über eine Schwäche des US-Arbeitsmarkts sind stark übertrieben

Zurzeit richten sich wieder einmal alle Augen auf die amerikanische Zentralbank. Deren Ankündigung, drei Jahre nach Beginn der Zinserhöhungen eine Pause einzulegen, trug im Januar 2019 maßgeblich zur Trendwende an den Märkten bei. Als Anfang Mai die erwartete Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China ausblieb und die Märkte daraufhin mit erneuten Kursverlusten reagierten, waren es wieder die Worte von Zentralbankern, die für Beruhigung sorgten.

mehr ...

Berater

Urlaub: So kommen Sie sicher ans Ziel

Wenn die Deutschen verreisen, ist das Auto ihr liebstes Verkehrsmittel. 2018 fuhren 41,7 Prozent damit in den Urlaub. Wenn das Urlaubsziel nicht gerade um die Ecke liegt und Kinder an Bord sind, kann die Anfahrt schnell zur Nervenprobe werden. Wie Sie sicher ankommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds-HV: Aktionäre stimmen für weiteren Wachstumsschub

Mit einer Präsenz von rund 78 Prozent des Grundkapitals wurden auf der Hauptversammlung der Lloyd Fonds AG alle Beschlüsse zu den 12 Tagesordnungspunkten mit Zustimmungsquoten über 98 Prozent gefasst.

mehr ...

Recht

BFW: Enteignete Unternehmen bauen nicht

Berlin hatte vor einigen Tagen, wie von uns berichtet, als erstes Bundesland die Enteignung von Wohneigentum angekündigt. Aufgrund akuten Wohnungsmangels ist das Thema in den letzten Wochen ganz oben auf der Agenda. Nun meldet sich der auch BFW Landeverband Berlin/Brandenburg dazu und warnt davor, große private Wohnungsunternehmen zu enteignen.

mehr ...