10. November 2017, 09:54
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Katastrophen trüben Gewinnpläne der Allianz

Die Hurrikan-Serie und andere Katastrophen haben auch bei Europas größtem Versicherer Allianz im Sommer deutliche Spuren hinterlassen. Für das Gesamtjahr rechnet Vorstandschef Oliver Bäte nur noch mit einem operativem Ergebnis “in der oberen Hälfte der Zielspanne” von 10,3 bis 11,3 Milliarden Euro. Dabei hatte er erst Anfang August das “obere Ende” ins Visier genommen.

Hv2016 01 in Katastrophen trüben Gewinnpläne der Allianz

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte

Analysten hielten dies auch zuletzt noch für realistisch. Jetzt will das Management die Aktionäre mit einem weiteren Aktienrückkauf über bis zu zwei Milliarden Euro bei Laune halten. Am Aktienmarkt hielt sich die Reaktion auf die Neuigkeiten in Grenzen. Im nachbörslichen Handel legte der Allianz-Kurs zuletzt um ein halbes Prozent im Vergleich zum Schluss des Xetra-Hauptgeschäfts zu.

Hauptgrund für den Gewinnrückgang im Sommer waren die Zerstörungen durch Naturereignisse wie die Hurrikane “Harvey”, “Irma” und “Maria”. So musste die Allianz den Angaben zufolge im dritten Quartal für Naturkatastrophen-Schäden in Höhe von 529 Millionen Euro geradestehen. Der operative Gewinn fiel deshalb in dieser Zeit mit 2,5 Millionen Euro rund 17 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich sank der Quartalsgewinn um 17 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

Dabei musste die Allianz in allen Sparten Rückgänge hinnehmen. Die katastrophengeplagte Schaden-Unfall-Sparte warf 28 Prozent weniger operativen Gewinn ab als im Vorjahreszeitraum. Im Gegensatz zu den großen Rückversicherern wie Munich Re und Hannover Rück reichten die Prämieneinnahmen bei der Allianz jedoch aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote blieb mit 96,9 Prozent noch merklich unter der kritischen 100-Prozent-Marke.

Kein Mangel an Kapitalpolstern

In der Lebens- und Krankenversicherung sank der operative Gewinn im Jahresvergleich um zehn Prozent. Die Allianz führte dies auf weniger realisierte Gewinne aus Kapitalanlagen und ungünstige Wechselkurse in den USA zurück.

An dicken Kapitalpolstern mangelt es der Allianz trotz der jüngsten Katastrophenschäden nicht. Mit dem Rückkauf eigener Aktien will der Konzern jetzt erneut eine Milliardensumme an die Anteilseigner zurückgeben. Das Programm soll diesmal bis zu zwei Milliarden Euro umfassen und in der ersten Jahreshälfte 2018 umgesetzt werden.

Erst im Februar hatte die Allianz ein Rückkaufprogramm im Umfang von drei Milliarden Euro aufgelegt, nachdem der Konzern keine geeigneten Ziele für eine große Übernahme gefunden hatte. Anfang August leitete der Vorstand dann mit einem Milliarden-Deal den Einstieg bei dem britischen Versicherer Liverpool Victoria an. (dpa-AFX)

Foto: Allianz

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GDV: Entscheidung der Fed handelt gegen steigenden politischen Druck

Gestern entschied sich Jerome Powell dazu, seinen Kurs der Zinspolitik fortzusetzen. Die Auswirkungen für Deutschland scheinen geringer als gedacht zu sein .Ein Kommentar von Klaus Wiener, Chefvolkswirt des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

mehr ...

Immobilien

Auch Eigenleistungen, Bausparvertrag oder Riester-Rente sind Eigenkapital

Eine Finanzierung der eigenen vier Wände sollte mit 15 Prozent Eigenkapital auf sichere Beine gestellt werden. Dabei zählt hier nicht nur das Ersparte. Auch Eigenleistungen wie Tapezieren oder Malern können als Eigenkapital angerechnet werden und machen den Hausbau so für Normalverdiener mit geringen Ersparnissen möglich.

mehr ...

Investmentfonds

Schwache Wirtschaft, niedrige Inflation, hohe Staatsverschuldung: Europa in der Krise?

Seit Anfang des Jahres häufen sich die negativen Wirtschaftsmeldungen: Immer weiter werden Konjunkturprognosen nach unten korrigiert und im Mai entfernte sich auch die Inflation wieder deutlich von der 2- Prozent-Zielmarke der EZB. Gleichzeitig sind die hohen Verschuldungsquoten und Reformstaus vieler europäischer Staaten bedenklich. Ein Kommentar von Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG.

mehr ...
20.06.2019

Powells Balanceakt

Berater

Nachbearbeitungspflichten: Burnout des Vertreters schränkt Wahlrecht nicht ein!

Das OLG Köln hat kürzlich darüber entschieden, ob der Vertreter Provisionen auch dann zurückzuzahlen hat, wenn er aus gesundheitlichen Gründen selbst keine Nachbearbeitung vorgenommen hat. Ein Gastbeitrag von Jürgen Evers, EversRechtsanwälte für Vertriebsrecht .

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...