Krankenkassen geben mehr für freiwillige Angebote aus

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen haben sich in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt. Das geht nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch) aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die die Linken-Gesundheitspolitikerin Birgit Wöllert angefordert hat.

Das Gesetz lässt zu, dass jede Kasse per Satzungsänderung weitere Angebote machen darf. Dazu gehören unter anderem Gesundheitskurse wie Rückenschule und Pilates.
Das Gesetz lässt zu, dass jede Kasse per Satzungsänderung weitere Angebote machen darf. Dazu gehören unter anderem Gesundheitskurse wie Rückenschule und Pilates.

Demnach gaben die Krankenkassen 2016 für die sogenannten Satzungsleistungen 1,5 Milliarden Euro aus. Im Jahr 2012 waren es lediglich 780 Millionen Euro, also etwas mehr als die Hälfte.

Alle gesetzlichen Krankenkassen bieten einen einheitlichen Leistungskatalog. Das Gesetz lässt aber zu, dass jede Kasse per Satzungsänderung weitere Angebote machen darf. Dazu gehören etwa die Homöopathie, Gesundheitskurse wie Rückenschule und Pilates, Leistungen von Osteopathen sowie Schutzimpfungen für Auslandsreisen.

Wöllert kritisierte diese Entwicklung. Zur Mitgliederwerbung und Kundenbindung erhöhten die Kassen permanent die Ausgaben für Satzungsleistungen, sagte sie der Zeitung. „Viele dieser Leistungen sind medizinisch nicht notwendig und im Nutzen zweifelhaft“, fügte sie hinzu. Das Geld fehle dann für die Regelversorgung „an allen Ecken und Enden“. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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