27. April 2017, 07:01
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Lebensversicherung widerrufen: So gehen Sie vor

Zunächst muss geprüft werden, ob der Vertrag im entsprechenden Zeitraum geschlossen wurde und ob eine korrekte Widerspruchsbelehrung enthalten ist. Wichtig ist außerdem, dass mindestens eine Kopie der Originalpolice vorliegt. Dann muss der Widerruf bei der Versicherung eingereicht und mit einer BGH-konformen Forderungsberechnung die gezahlten Beiträge zuzüglich eines Nutzungszinses zurückgefordert werden. Der Nutzungszins ist pauschal nicht zu beziffern, hier sind viele Details wie Laufzeit, Versicherer, Produkte und vieles mehr zu berücksichtigen. Der Nutzungszins ist allerdings häufig sehr attraktiv und übertrifft die im Produkt realisierten Renditen oft deutlich.

Gibt es etwaige Hürden?

Die meisten Versicherer reagieren nicht auf die Widerspruchsschreiben. Somit ist neben dem bürokratischen Aufwand auch eine mögliche gerichtliche Auseinandersetzung sehr wahrscheinlich. Damit es möglichst zu keiner Niederlage kommt, ist die Abwicklung über Experten mit spezialisierten Rechtsanwälten empfehlenswert. Auch von oft angebotenen Musterschreiben für Widerrufe, wie Sie im Internet zu finden sind, können wir aus Erfahrung nur abraten.

Wer hilft?

Inzwischen gibt es einige Anbieter, die sich auf die Rückabwicklung von betroffenen Altersvorsorgeverträgen spezialisiert haben. Dieses Angebot wird richtig effektiv, wenn Endkunden dies gemeinsam mit Finanzdienstleistern nutzen. Die Experten können den Kunden bestmöglich beraten und gemeinsam mit spezialisierten Anbietern dann die Rückabwicklung einleiten.

Der Autor Dennis Potreck ist CEO und Mitgründer von Motion8. Das Unternehmen hat einen bewährten Geschäftsprozess für automatisierte Rückabwicklungen von ineffektiven Lebens- und Rentenversicherungen entwickelt. 

Foto: Motion8 & Shutterstock

 

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