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27. Juni 2017, 07:10
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Neuer Lehrgang zum Rentenberater

Die Deutsche Makler Akademie (DMA) und das Campus Institut bieten ab sofort den neuen Sachkundelehrgang Rentenberater/in an. Dieser besteht aus drei Präsenzphasen mit je sechs Tagen sowie einem Tag Präsentationstechniken. Die umfangreichen Inhalte werden in den gesetzlich vorgeschriebenen 150 Unterrichtsstunden in enger Zusammenarbeit mit langjährig erfahrenen Renten-Experten vermittelt.

Hanisch-Campus in Neuer Lehrgang zum Rentenberater

Ulrike Hanisch, Campus Institut: “Das Thema Rentenberatung wird in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen.”

Zu den Fachgebieten, die gelehrt werden, gehören Grundlagen der gesetzlichen Sozialversicherung mit Schwerpunkt Rentenversicherung, das Verfahrens- und Prozessrecht, das breite Aufgabenspektrum eines Rentenberaters sowie die Schnittstelle zur betrieblichen Altersversorgung.

Ein Rentenberater

  •  vereint die Kompetenzen verschiedener Beratungsfelder,
  •  analysiert unabhängig und individuell die Versorgungssituation seines Klienten,
  •  erstellt sozialversicherungsrechtliche Beurteilungen für Unternehmen und Privatpersonen,
  •  unterstützt bei Statusfeststellungsverfahren,
  •  verfasst Gutachten zum Versorgungsausgleich,
  •  ist Vertrauensperson und Vertretung des Mandanten vor Sozial- und Landesgerichten.

Zielgruppe des Lehrgangs sind Personen, die eine hochqualifizierte haupt- oder nebenberufliche Tätigkeit als Rentenberater/-in anstreben. Hierzu zählen vor allem Versicherungs- und Bankkaufleute, Steuer- und Rechtsfachwirte, Steuerberater und Rechtsanwälte sowie bAV- und Personalexperten.

Erfassung anrechenbarer Zeiten wird komplizierter

“Durch die steigende Zahl an Erwerbstätigen kurz vor dem Renteneintritt wird das Thema Rentenberatung in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen”, erklärt Ulrike Hanisch, Vorstand des Campus Institut. Zudem machen die Erwerbsbiografien durch häufige Arbeitgeberwechsel sowie Eltern- und Erziehungszeiten die Erfassung der anrechenbaren Zeiten immer komplizierter.

Joachim Zech, Geschäftsführer der DMA, betont: “Die bewährte Kooperation zwischen den beiden renommierten Weiterbildungsanbietern garantiert eine unabhängige Fachqualifikation auf höchstem Niveau.” Bereits seit Oktober 2016 kooperieren beide Institute bei den Studiengängen Betriebswirt/-in bAV (FH) und Finanzfachwirt/-in (FH) sowie den Lehrgängen Generationsberater/in (IHK) und Fachmann/-frau Immobiliardarlehensvermittlung (IHK). (fm)

Foto: Campus Institut

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4 Kommentare

  1. Ein Rentenberater ist ein “Anwalt” für Rentenrecht. Das gesetzliche Rentenrecht ist eines der komplexesten Materien im Deutschen Recht. Ich habe bei meiner Weiterbildung (nicht Ausbildung) zum Rentenberater erleben dürfen, wie die Fortbildungsmaßnahme abgelaufen ist. Viele der Kursteilnehmer hatten vorher noch nie etwas mit Paragrafen, Auslegung und Gesetzen zu tun. Daher kann ich die Kritik meiner Vorredner sehr gut verstehen. Ich habe allein für meinen Fachanwalt für Sozialrecht mehrere 5 Stunden-Klausuren schreiben dürfen. Nicht jeder hat es geschafft. An mein erstes und zweites Staatsexamen nicht zu denken. Rentenberater müssen sich in der komplizierten Materie des Rentenrechts auskennen und zwar wie ein Anwalt. Eines meiner Hauptkritikpunkte ist, dass der Rentenberater auch eine praktische Ausbildung nachweisen muss. In vielen Bundesländern wird dieser Punkt viel zu lax gehandhabt. Wenn ich da überlege, dass ich hunderte Fälle und Praxisnachweise für den Fachanwalt nachweisen musste, werden neue Rentenberater defacto von manchen Zulassungsbehörden irgendwie durchgewungen. Ohne dass diese “Kollegen oder Kolleginnen” ein Sozialgericht je von innen gesehen haben. Es geht um das Vertrauen in diesen ehrbaren Beruf und das Vertrauen, was uns unsere Kunden entgegenbringen. Den Beruf des Rentenberaters und das theoretische Rüstzeug können nicht in 4 Wochen Lehrgang erlernt werden. Dazu braucht es Jahre!
    Rentenberater dürfen selbstverständlich nicht in Interessenkonflikte kommen. Wer für Versicherungen als defacto abhängiger Vertreter arbeitet und noch nebenbei als Rentenberater tätig ist, dass kann nicht gut gehen. Oft vergessen die Rentenberater, dass sie sich einem erheblichen persönlichen Haftungsrisiko aussetzen, wenn sie in anderen Feldern Dienste anbieten, die nichts mit der Rente oder in Verbindung mit einer gesetzlichen Rente stehen. Dafür leistet im Haftungsfall die Berufshaftpflichtversicherung nicht.
    Im übrigen der Berufsstand hat schon heute mit massiven Beschränkungen zu kämpfen, so die Einschränkung der Prozessführungsbefugnis von Rentenberatern durch Sozialgerichte. Ich kann nur hoffen, dass die Kunden den seriösen Rentenberater vom unseriösen Anbieter unterscheiden können!

    Kommentar von Rechtsanwalt und Rentenberater Peter Knöppel — 15. Juli 2017 @ 19:14

  2. Es ist mit dem Berufsrecht der Rentenberater unvereinbar, dass eine, wie auch immer geartete Nähe zu Berufsfeldern außerhalb des Bereiches des RDG hergestellt wird. Weder haupt- noch nebenberuflich. Der Bundesverband BVR weist zu Recht auf die dem Mandanten klar zu umreissende Rechtsberatung bereits vor dem Mandat deutlich hin.
    Nicht umsonst entstammt der große Teil der zugelassenen Rentenberater dem öffentlichen Dienst der Sozialversicherung oder ist akademisch an einer Hochschule vorgebildet.
    Es ist schwer vorstellbar, wie das umfangreiche Themenfeld in einem dreiwöchigen “Lehrgang” vermittelt werden soll und kann.

    Kommentar von Guido A. Knopp — 29. Juni 2017 @ 12:31

  3. Ich kann mich Herrn Schömanns Ansicht anschließen und zwar ohne Wenn und Aber. Wenn suggeriert wird, dass jeder Versicherungskaufmann und jeder Bankkaufmann, nach Abschluss des Sachkundelehrgangs als gerichtlich registrierter Rentenberater tätig sein kann, eine anspruchsvolle Vertretung vor Sozial- und Landessozialgerichten bieten kann und vergleichbar der Tätigkeit eines Anwaltes gesehen werden soll, dann wird das über kurz oder lang auf alle qualifizierten Rentenberater ein schlechtes Licht werfen. Damit wird man den Anforderungen dieses Berufsstandes nicht gerecht. Es ist eben mehr und gerade nicht, als nur zu prüfen, ob die bestehenden privaten Versicherungen ausreichen. Woher sollen Bankkaufleute und Versicherungskaufleute Erfahrung in Verwaltungs- und Verfahrensrecht haben??

    Kommentar von Schönau-Rumm, Ursula Diplom-Verwaltungswirtin (FH) und Rentenberaterin — 29. Juni 2017 @ 12:27

  4. Ich halte eine Ausbildung zum Rentenberater durch das Unternehmen das eine deutliche Nähe zum Vertrieb und Verkauf von Versicherungen hat für mehr als fragwürdig. Rentenberater sind ein Organ der Rechtspflege und nicht umsonst im Rechtsdienstleistungsregister eingetragen und sollten niemals Versicherungen egal welcher Art vermitteln oder verkaufen dürfen, denn sonst steht das Interresse des Mandanten nicht mehr im Vordergrund sondern die zu verdienende Provision.
    Das kann nicht gut gehen und wirft dannnein schlechtes Bild auf den Berufsstand

    Kommentar von Roland Schömann — 29. Juni 2017 @ 12:13

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