8. Juni 2017, 11:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Nicht jede Klausel macht Sinn”

Die geringe Verbreitung von BU-Policen ist auch deshalb so ärgerlich für die Versicherer, weil ihre Produkte nach Einschätzung von Analysten noch nie so leistungsfähig waren wie heute. Doch es gibt auch Kritikpunkte.

DPP07DC0A14111614 in Nicht jede Klausel macht Sinn

Michael Franke: “Wichtig ist eine durchgängig hohe Qualität der Bedingungen.”

Das Missverhältnis ist offensichtlich: Zwar ist statistisch gesehen jeder fünfte Bundesbürger vom Schicksal betroffen, berufsunfähig zu werden. Doch nur etwa ein Fünftel der Deutschen verfügt über eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Offenbar verdrängen viele Deutsche das Risiko – oder sie vertrauen auf die Leistungen der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente. Die liegt aber oft unter einem Drittel des letzten regulären Monatsgehalts und reicht nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu wahren.

Schuld an der geringen Marktdurchdringung von BU-Policen sind aber nicht nur die Kunden, sondern auch die Versicherer, wie Ellen Ludwig betont, Geschäftsführerin des Analysehauses Ascore: “Einerseits liegt das natürlich am Kunden, der nicht die Notwendigkeit für den Abschluss einer BU sieht oder zu lange gewartet hat, sprich zu alt ist, Vorerkrankungen hat und eventuell andere Versicherungen vorgezogen hat oder nicht das nötige Kleingeld aufbringen kann. Denn eine BU kostet ein bisschen was. Es liegt aber auch an den Versicherern, die in den letzten zehn Jahren einen Wettbewerb um die guten Kunden, also die ganz gesunden in der Risikoberufsgruppe 1 und 2, gestartet haben. Um diese gab es einen richtigen Kampf, die anderen wurden eher links liegen gelassen.” Das Problem ist also auch hausgemacht.

Gestiegene Transparenz

Die geringe Verbreitung ist auch deshalb so ärgerlich für die Versicherer, weil ihre BU-Policen noch nie so leistungsfähig waren wie heute. Das sagt jedenfalls Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke & Bornberg. Er muss es wissen, denn seine Analysegesellschaft führt regelmäßig BU-Ratings durch. “1995, als unser erstes Rating entstand, gab es gerade einmal zwei Berufsgruppen – eine für kaufmännisch tätige und die andere für körperlich arbeitende Menschen. Frauen mussten pauschal 50 Prozent mehr zahlen als Männer und Tarifstandards lagen noch in weiter Ferne. Diese Zeiten sind passé”, erklärt er. Nicht zuletzt als Ergebnis kritischer Ratings und gestiegener Transparenz hätten sich verbraucherfreundliche Standards im Markt etabliert.

Seite zwei: Folgen des schleppenden Absatzes

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Gott sei Dank haben sich die Produkte in den letzten Jahren verbessert und die Prämien reduziert. Allerdings ist es bei Vorsorgeprodukten immer so, dass man dem Kunden etwas verkauft was er nicht greifen kann. Vielleicht entscheiden sich deshalb die jungen Leute lieber für einen Handyvertrag mit einem tollen Iphone oder Samsung anstatt sich für das selbe Geld monatlich gegen das wohl größte finanzielle Risiko abzusichern. Bei den älteren ist es übrigens genauso…

    Kommentar von Günstige Berufsunfähigkeitsversicherung — 8. Juni 2017 @ 12:04

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...