Anzeige
13. November 2017, 06:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pensionsfonds: Dem Teufelskreis entkommen

Trotz des Betriebsrentenstärkungsgesetzes bleiben die niedrigen Zinsen eine Herausforderung für Unternehmen mit Pensionsverpflichtungen.
Eine liquiditätsschonende Lösung ist die Auslagerung auf einen Pensionsfonds.

Gastbeitrag von Michael Hoppstädter, Geschäftsführer der Longial GmbH

Pensionsfonds: Dem Teufelskreis entkommen

Michael Hoppstädter: “Durch die Auslagerung auf einen Pensionsfonds werden die Versorgungspflichten in jedem Fall mit Kapital unterlegt.”

Ein Unternehmen muss in der Regel für den jährlichen Aufwand für die Altersversorgung folgende Faktoren berücksichtigen: das Betriebsergebnis, zu dem insbesondere der Dienstzeitaufwand gehört, der Zinsaufwand und der Zinsänderungsaufwand.

Der Dienstzeitaufwand spiegelt den in diesem Geschäftsjahr vom Mitarbeiter erdienten Teil seiner Betriebsrente wider. Bei einer Pensionszusage, die zum Beispiel fünf Euro monatliche Rente je Dienstjahr zusagt, ist er der Gegenwert dieser zusätzlichen fünf Euro, die der Mitarbeiter im Geschäftsjahr erdient hat.

Der Zinsaufwand ergibt sich aus der Rückstellung zu Beginn des Geschäftsjahres und dem anzusetzenden Zinssatz zu Beginn des Jahres.

Aufwände hängen mit Zinssatz zusammen

Der Zinsänderungsaufwand betrachtet den Unterschied zwischen dem zunächst angenommenen Zinssatz zum Jahresbeginn sowie dem tatsächlich angesetzten Zins zum Ende des Geschäftsjahres.

Diese Aufwandspositionen muss das Unternehmen in seiner Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) berücksichtigen. Der Dienstzeitaufwand findet sich im Betriebsergebnis wieder, der Zinsaufwand im Finanzergebnis.

Für den Zinsänderungsaufwand hat das Unternehmen ein Wahlrecht, ob dieser im Betriebs- oder Finanzergebnis ausgewiesen wird. Zins- und Zinsänderungsaufwand hängen also unmittelbar mit dem anzusetzenden Zinssatz zusammen.

Besonders negativ wirkt sich aus, dass der für die handelsrechtliche Bewertung anzusetzende Zinssatz seit Jahren kontinuierlich sinkt – und ein Ende des Sinkfluges ist nicht abzusehen.

Durchschnittszinsreform hilft nur kurzfristig

Die Europäische Zentralbank (EZB) sendet zwar erste Signale, dass die Zinswende kommt. Allerdings wird sich eine Wende äußerst langsam auf die Bewertung von Pensionsverpflichtungen auswirken. Das liegt an der Vorschrift im Handelsgesetzbuch (HGB).

Demnach muss der Rechnungszins für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen aus dem Durchschnitt eines Referenz-Marktzinses gebildet werden:

Im März 2016 wurde zwar der für dieses Verfahren geltende Paragraf 253 HGB reformiert, indem von einem sieben- auf einen zehnjährigen Durchschnittszins umgestellt wurde.

Doch diese Reform hat den Unternehmen nur eine kurze Zeit zum Luftholen verschafft. Denn der neue zehnjährige Durchschnittszins fällt inzwischen ähnlich dramatisch wie der alte siebenjährige.

Seite zwei: Folgen des Durchschnittszinses

Weiter lesen: 1 2 3 4

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

MyBusinessApp: HDI standardisiert Antragsprozess für Firmen-versicherungen

Angebotsanfragen für Firmenversicherungen kosten Makler viel Zeit. Zahlreiche Prozessschritte, komplexe Risikofragebögen. Dazu kommen immer wieder Rückfragen der gewählten Anbieter. Hier setzt die MyBusinessApp von HDI an. Sie standardisiert und vereinfacht Datenerhebung wie Anfrageprozess. Egal bei welchem Versicherer.

mehr ...

Immobilien

Aareal Bank: Neugeschäft läuft besser als erwartet

Ein überraschend gutes Neugeschäft stimmt die Aareal Bank weiter optimistisch. Für das laufende Jahr rechnet der im M-Dax notierte Finanzierer gewerblicher Immobilien weiterhin mit einem Betriebsergebnis zwischen 260 und 300 Millionen Euro. Von der Türkei-Krise sieht sich das Institut nur wenig betroffen.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Wirtschaft wächst weiter

Wirtschaftswachstum trotz schwacher Exporte; die Konjunktur Deutschlands entwickelte sich im zweiten Quartal überraschend gut. Das liege nicht nur am hohen privaten Konsum und Unternehmensinvestitionen. Für das Gesamtjahr 2018 ist die Prognose jedoch weniger positiv als die Entwicklung des ersten Halbjahres.

mehr ...

Berater

Bankberater genießen hohes Vertrauen

Junge Bundesbürger zeigen beim Thema Geldanlage trotz Online-Affinität und großem Informationsangebot im Internet ein starkes Bedürfnis nach persönlicher Beratung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Postbank-Studie, für die 3.100 Personen befragt wurden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate hält nach weiteren Asset Managern Ausschau

Die Corestate Capital Holding, die Mitte 2017 den Fondsanbieter Hannover Leasing übernommen hat, ist im ersten Halbjahr 2018 kräftig gewachsen – und sieht sich nach weiteren Akquisitionen um.

mehr ...

Recht

Bauern müssen bei Rentenbeginn Hof nicht abgeben

Landwirte dürfen vom Staat nicht dazu verpflichtet werden, bei Renteneintritt ihren Hof abzugeben. Dies sei verfassungswidrig, entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss vom 23. Mai über zwei Verfassungsbeschwerden.

mehr ...