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10. April 2017, 06:25
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Riester-Comeback durch Vereinfachung

Die private Altersvorsorge bedarf dringend einer Stärkung. Die Riester-Rente steht mit über 16 Millionen Verträgen bereits auf einem beachtlichen Fundament und hätte durch eine Gemeinschaftsanstrengung von Politik und Anbietern die Chance auf ein Comeback verdient. 

Die Weirich-Kolumne

Riester

Professor Dieter Weirich, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA): “Statt an unbezahlbaren Zukunftsvisionen wie der Hebung des Rentensicherungsniveaus herumzubasteln, sollten sich die politisch Verantwortlichen mit Konzepten für eine Riester-Frischzellenkur beschäftigen.”

Rente mit 63 nach 45 Versicherungs-Jahren, Mütterrente, Rentenangleichung zwischen Ost und West, Stärkung der Betriebsrenten – mangelnden Eifer bei der Altersvorsorge kann man der Großen Koalition nicht vorwerfen.

Vergessen haben aber die Partner in dieser nun zu Ende gehenden Legislaturperiode, dass die Alterssicherung auf drei Säulen steht, der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Vorsorge.

Unberechtigte Problematisierung

Die Riester-Rente hätte durch eine Gemeinschaftsanstrengung von Politik und Anbietern durchaus die Chance auf ein Comeback, ist sie doch eine zukunftsgerichtete ordnungspolitische Lösung.

Statt über Verbesserungen bei der Riester-Förderung nachzudenken, wurde diese Form der privaten Vorsorge aber unberechtigterweise problematisiert, auch wenn es im Betriebsrenten-stärkungsgesetz jetzt bescheidene Ansätze zur Attraktivierung dieser Angebote gibt.

So wurde die entsprechende Zulage von 154 auf 165 Euro im Jahr erhöht. Besonders kurios ist die Abneigung in der SPD gegenüber dem Riester-Sparen, handelt es sich bei dieser Innovation doch um einen Impuls zu mehr Eigenverantwortung aus der “politischen Werkstatt” des früheren Gewerkschaftsführers und SPD-Arbeitsministers Walter Riester.

Er erleidet damit das gleiche Schicksal wie sein damaliger Kanzler Gerhard Schröder, der mit der Agenda 2010 Deutschland vom kranken Mann Europas in den führenden Wirtschafts-Motor des Kontinents verwandelt hat und sich vor seinen Genossen dafür rechtfertigen muss.

Weiterführende Ziele statt Rückabwicklung

Wer wie zahlreiche Sozialpolitiker der SPD und der Linken die Rückabwicklung von Riester forderte und damit die Verbraucher unverantwortlich verunsicherte, braucht sich über die zurückgehende Anziehungskraft der Riester-Offerten nicht zu wundern.

So gab es 2016 den schwächsten Zuwachs seit 2002. Mit 16,542 Millionen abgeschlossenen Riester-Verträgen lag die Anzahl nur noch um 0,4 Prozent über dem Stand von Ende 2015. Die Rentenversicherungen gingen sogar um 0,8 Prozent zurück, die Anzahl der staatlich geförderten Banksparverträge fiel im Vorjahresvergleich sogar um 3,7 Prozent.

Seite zwei: In jeden fünften Riester-Vertrag wird nicht mehr eingezahlt

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4 Kommentare

  1. @Reiner
    Steht doch im Artikel, weshalb der Prof. so etwas schön redet.
    “Prof. Dieter Weirich ist neben Klaus Morgenstern Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), einer in Berlin angesiedelten Denkfabrik für Generationengerechtigkeit, die von Unternehmen der Finanzwirtschaft getragen wird.”
    Wes Brot ich ess, des Lied ich sing…
    Mich wird es bis an mein Lebensende ärgern, dass ich über einen sogenannten “Vermögensberater” so einen vollkommen überteuerten Mist mal abgeschlossen habe.
    Hier sollte mal in den Nachbarländern nachgeschaut werden, wie die gesetzliche Rentenversicherung umgebaut werden muss. Der umlagenfinanzierte Rente ist das sicherste und vernünftigste System. Und wer will, kann sich ja immer noch zusätzlich privat versichern.
    Es ist doch schon der Ansatz von Riester vollkommen falsch. Die private Rente muss mit staatlichen Subventionen gefördert werden, damit sie besser ist (eher: besser sein soll) als die staatliche Rente. Dümmer geht es nimmer.

    Kommentar von Jürgen Häußler — 18. November 2017 @ 22:38

  2. Ich habe komplette Berechnungen durchgeführt und von der Steuer- Rechtsabt. einer Versicherung prüfen lassen. Meine Berechnungen auch steuerlich in der Rentenphase wurden bestätigt. Das Ergebnis habe ich nur kurz mitgeteilt. Rechnen sie mir das Gegenteil vor.

    Kommentar von Reiner — 13. April 2017 @ 18:52

  3. wer die Riesterrente verteufelt und sagt die müßte abgeschafft werden, spricht meines Erachtens puren Schwachsinn,denn es gibt zur Zeit nichts wesentlich besseres.

    Kommentar von Heinrich Röhrle — 13. April 2017 @ 18:39

  4. Riesterrente muss abgeschafft werden. Zu viele Nachteile und nicht für jeden geeignet. Zu kompliziert und zu viele Zulagen werden garnicht gezahlt. Selbst viele Berater haben keine Ahnung. Die nachgelagerte Besteuerung schlägt immer stärker zu, da auch die Renten immer mehr besteuert werden. Altersvorsorge zu fördern geht anders und einfacher. Beiträge absetzbar und Renten bleiben steuerfrei bei voller Vererbbarkeit. Das geht auch bei den jetzigen geringen Zinsen. Jetzt sind die Kosten für Riester zu hoch. Kosten höher als die Zinsen und fressen selbst einen großen Teil der Zulagen auf. Gewinner sind die Versicherungen und der Riestersparer ist der Verlierer. Wie kann man als Professor nur so etwas gut reden?

    Kommentar von Reiner — 10. April 2017 @ 20:09

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