Run-offs: „Es geht nicht um Sentimentalitäten“

Bei 30 von 84 Lebensversicherern reichen die 2016 erwirtschafteten Erträge aus der Kapitalanlage nicht, um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen und die gesetzliche vorgeschriebene Reserve zu bedienen. Im Vorjahr waren es nur 20 Versicherer. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse von Policen Direkt.

Heute zählt für Versicherte vor allem die Sicherheit der Garantien.
Henning Kühl: „Heute zählt für Versicherte vor allem die Sicherheit der Garantien.“

„Unsere Analyse zeigt, dass die Belastung der Lebensversicherer stark zunimmt“, sagte Henning Kühl, Chefaktuar von Policen Direkt. Mit Blick auf die Run-off-Diskussion sei dieses Ergebnis alarmierend für einige Lebensversicherer.

„Die Zeiten, in denen es um die Höhe von Überschüssen geht, sind Vergangenheit. Heute zählt für Versicherte vor allem die Sicherheit der Garantien. Die gesetzlichen Vorgaben sind da. Hier braucht es keinen politischen Aktionismus“, so Kühl weiter.

VAG muss eingehalten werden

Für den Schutz habe die Finanzaufsicht Bafin die Einhaltung des Paragrafen 13 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) zu gewährleisten. Im Fall eines Run-offs dürften Versicherte nicht schlechter als vorher gestellt sein.

„Das ist Fakt. Es geht jetzt um die Einhaltung bestehender Gesetze und der damit verbundenen Verpflichtungen. Es geht hier nicht um Sentimentalitäten wie Unternehmensnamen“, betonte Kühl. (kb)

Foto: Policen Direkt

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