Anzeige
20. Juni 2018, 11:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BKA: Kfz-Diebstähle gehen zurück

Die Zahl der dauerhaft gestohlenen Kraftfahrzeuge ist in Deutschland leicht zurückgegangen. Dies geht aus der vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Kfz-Kriminalitätstatistik 2017 hervor.

Shutterstock 420540211 in BKA: Kfz-Diebstähle gehen zurück

Die Zahl der Kfz-Diebstähle geht laut BKA zwar zurück, doch die Täter gehen immer raffinierter vor.

Demnach wurden im Vorjahr 19.026 Personenkraftwagen (Pkw) dauerhaft entwendet, knapp ein Prozent weniger als im Jahr 2016. Beim Diebstahl von Lastkraftwagen (Lkw) ging die Fallzahl um 22,4 Prozent zurück. 2017 wurden bundesweit 1.190 LKW dauerhaft entwendet.

Bemerkenswert: Knapp die Hälfte aller Autodiebstähle ereigneten sich 2017 in Berlin und Nordrhein-Westfalen. Dennoch gingen auch dort laut BKA die Fallzahlen leicht zurück. In Berlin um 4,8 Prozent auf 4.620 Autos. In Nordrhein-Westfalen sank die Zahl um 2,4 Prozent auf 4.249 Fahrzeuge. Deutliche Anstiege zu 2016 verzeichneten Sachsen-Anhalt (plus 26,8 Prozent) und Thüringen (plus 19,1 Prozent).

Die Hälfte aller Diebstähle in Berlin und NRW

Die Belastung der Länder im Osten Deutschlands führt das BKA auf die Nähe zu den potenziellen osteuropäischen Absatzmärkten zurück. Von dort aus werden die gestohlenen Fahrzeuge und Fahrzeugteile auch in weiter entfernte Regionen Zentralasiens, darunter Tadschikistan und Usbekistan, verschoben. Ein weiterer Absatzmarkt ist Nordafrika. Für die Verschiebung von Kraftfahrzeugen über den Seeweg etablierte sich Westafrika zunehmend als Zielort. Darüber hinaus wurde im Jahr 2017 erstmals die Region Südostasien als Absatzmarkt festgestellt.

Besonders beliebt bei den Autoknackern: Vor allem hochpreisige Fahrzeuge wie Sportwagen und SUVs. Die Präferenz liegt dabei besonders auf den deutschen Herstellern VW, Audi, BMW und Mercedes: Rund 62 Prozent der aktuellen Fahndungen zu dauerhaft abhanden gekommenen Pkw entfielen auf diese Marken. Bei den Delikten Diebstahl, Unterschlagung und Hehlerei von Kfz wurden 2017 insgesamt 16.954 Tatverdächtige registriert. Davon waren rund 60 Prozent deutsche Staatsangehörige.

Zudem gehen die Täter äußerst professionell vor. Die Überwindung von elektronischen Sicherungseinrichtungen, der Fahrzeugtransport, die Zerlegung der Fahrzeuge, die Fälschung von Fahrzeugpapieren sowie der Weiterverkauf erfordern eine umfassende Logistik. In der Regel agieren die verschiedenen Ebenen einer Tätergruppierung dabei voneinander abgeschottet, was die polizeiliche Ermittlungsarbeit erschwert.

Keyless-Entry auch bei Dieben beliebt

Die BKA-Statistik zeigt auch, wie trickreich die Kfz-Diebe mittlerweile vorgehen: Beliebt sei zum einen das so genannte „Dublettenfahrzeug“. Dabei werden die Fahrzeugidentifizierungsnummern der gestohlenen Wagen gefälscht. Verwendet werden hierfür gestohlene Originale ausländischer Blanko-Dokumente.

So entsteht eine „Dublette“, die den Anschein erweckt, es handele sich um einen regulären Gebrauchtwagen. Mit der Methode gelinge es den Tätern, Fahrzeuge, die in Westeuropa entwendet worden sind, wieder auf dem deutschen, beziehungsweise westeuropäischen Markt zu verkaufen – was den Erlös gegenüber Verkäufen in Osteuropa oder Afrika deutlich steigert.

Zum anderen bedienten sich die Täter der so genannten Funkstreckenverlängerung bei Fahrzeugen mit einem „Keyless-Entry“-System. Dabei nutzen sie elektronische Tools, die den Fahrzeugschlüssel simulieren. Die Autohersteller haben bereits Gegenmaßnahmen ergriffen, um diese Art der Tatbegehung zu verhindern, jedoch zeigt die Vorgehensweise deutlich, dass Autodiebe in der Lage sind, ihre Taten an neue Technologien anzupassen.

Ein gestohlener PKW kostet die Versicherer laut Berechnungen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft im Schnitt 16.400 Euro. Für den Diebstahl elektronischer Bauteile wie Airbags oder Bordcomputer zahlten die Kfz-Versicherer durchschnittlich rund 4.100 Euro. (dr)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Axa hält Überschussbeteiligung konstant bei 2,9 Prozent

Die Axa Lebensversicherung AG und ihre Tochter, die DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung, haben als erste Lebensversicherer die Überschussbeteiligung für das Jahr 2019 veröffentlicht. Laut Unternehmensangaben bleibt die laufende Verzinsung bei 2,9 Prozent.

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: Preise entwickeln sich extrem unterschiedlich

Im vergangenen Jahr haben sich die Wohneigentumspreise in Deutschland überaus heterogen und weitestgehend verhaltener als im Vorjahr entwickelt. Das vermeldet aktuell der Immobilienverband IVD.

mehr ...

Investmentfonds

Raum für eine staatliche Kryptowährung?

Schweden plant, im nächsten und übernächsten Jahr die e-krona einzuführen. Darüber, ob man eine von der Zentralbank initiierte Kryptowährung braucht, sprachen Kerstin af Jochnick von der schwedischen Zentralbank und Professor Sandner von der Frankfurt School of Finance. Die ersten Eindrücke vom Faros Institutional Investors Forum.

mehr ...

Berater

JDC verkündet Kooperationsabsicht und will weiter wachsen

Die Jung, DMS & Cie. Pool GmbH, Tochter der JDC Group AG, und die Bavaria Wirtschaftsagentur GmbH, ein Unternehmen der Bayerischen Motoren Werke AG (BMW) unterzeichnen Absichtserklärung zur Kooperation. Das wurde während eines Pressegesprächs in Frankfurt bekannt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Et hätt noch immer jot jejange: Wirtschaft unvorbereitet auf Brexit

Laut Theresa May ist der Gordische Knoten bei den Brexit-Verhandlungen durchschlagen. Ob der Kompromiss das britische Parlament passiert, darf bezweifelt werden, bringen sich doch Mays Gegner bereits in Position.

mehr ...