8. August 2018, 13:02
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Dax-Unternehmen: Pensionsverpflichtungen steigen leicht

Im ersten Halbjahr 2018 stieg der Umfang der Pensionsverpflichtungen der Dax-Unternehmen leicht um ein Prozent. Laut dem Beratungsunternehmen Willis Towers Watson (WTW) lässt sich diese Entwicklung auf Veränderungen im Zins- und Inflationsumfeld zurückführen.

Dax-Unternehmen: Pensionsverpflichtungen steigen leicht

Durch die steigende Lebenserwartung der Menschen ist ein weiterer moderater Anstieg der Pensionsverpflichtungen zu erwarten.

Im gleichen Zeitraum seien die Pensionsvermögen um 0,3 Prozent gesunken. In der Folge habe der Ausfinanzierungsgrad (das Verhältnis von Pensionsvermögen zu -verpflichtungen) leicht nachgegeben und liege nun bei 66,6 Prozent.

Zu diesem Ergebnis komme die Modellberechnung “German Pension Finance Watch” von WTW. Nachdem die Lebenserwartung in Deutschland weiter steige, seien kürzlich die Sterbetafeln aktualisiert worden. Diese seien eine der Grundlagen für die Berechnung der Höhe der Pensionsverpflichtungen.

Auf dieser Basis werden viele Unternehmen ihre Pensionsverpflichtungen neu berechnen – sie werden voraussichtlich um 1,5 bis 2,5 Prozent steigen. Einzig der Gesetzgeber versperre sich der für Pensionswerke üblichen “Wartung” der Berechnungsgrundlagen.

Er halte unverändert an einem überhöhten steuerlichen Rechnungszins fest, dessen Verfassungskonformität derzeit geprüft werde.

Regelmäßige Wartung notwendig

“Dass sich der Ausfinanzierungsgrad entlang der Parameter Rechnungszins, Inflationserwartung und Performance der Kapitalanlagen bewegt, ist völlig normal”, erklärt Dr. Heinke Conrads, die bei WTW das Beratungsgebiet “betriebliche Altersversorgung” (bAV) in Deutschland und Österreich verantwortet.

Die bAV-Expertin führt weiter aus: “Die Lebenserwartung, die bei der Berechnung des Verpflichtungsumfangs zugrunde gelegt wird, wird ebenfalls regelmäßig überprüft. Eine solche ‘Wartung’ ist für alle Berechnungsgrundlagen notwendig und sinnvoll.”

Sie führe im Ergebnis dazu, dass Pensionsverpflichtungen realistisch berechnet und solide finanziert werden können, was gut für Unternehmen, Mitarbeiter und Betriebsrentner sei.

Rechnungszins ist realitätsfern

Lediglich an einem Punkt verharren die Pensionswerke in einem erzwungenen Stillstand: “Der Rechnungszins, den Unternehmen beim Ansatz ihrer Pensionsverpflichtungen in der Steuerbilanz heranziehen müssen, liegt seit 37 Jahren bei sechs Prozent.”

Damit sei er schon lange fern der Realität an den Kapitalmärkten. Hier sei der Gesetzgeber dringend gefragt, seinen “Wartungsarbeiten” ebenfalls nachzukommen.

Laut der Modellberechnung von WTW stiegen die Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne im ersten Halbjahr um ein Prozent auf 385,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig seien die spezifisch für die Pensionen vorgehaltenen Planvermögen um 0,3 Prozent auf 257,1 Milliarden Euro gesunken.

Seite zwei: Inflationserwartung steigt leicht an

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Munich Re fürchtet starke Hurrikan-Saison im Atlantik

Die bevorstehende Hurrikansaison im Nordatlantik wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Geowissenschaftlern vermutlich heftiger als üblich ausfallen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wären schwere Sturmtreffer auf Land besonders problematisch, warnte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Freitag.

mehr ...

Immobilien

Nach Neuregelung der Maklercourtage: Forderung nach Sachkundeprüfung für Makler

Durch die Neuregelung der Maklerprovision ist eine Steigerung der Qualität und Professionalisierung der Maklerbranche zu erwarten. Dazu gehört nach Meinung von Re/Max Germany auch ein Examen noch Meisterbrief die für den Maklerberuf bislang nicht nötig seien.

mehr ...

Investmentfonds

Wie wahrscheinlich sind negative Zinssätze?

Negative Zinssätze sind wieder in den Schlagzeilen. Die Märkte haben begonnen, die Chance einzupreisen, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of England gezwungen sein werden, die Zinsen zu senken und die Nullgrenze zu durchbrechen, um ihre Wirtschaft zu stützen und den wachsenden disinflationären Druck auszugleichen. Aber wie wahrscheinlich ist dies und warum wird jetzt darüber gesprochen? Ein Kommentar von Colin Finlayson, Co-Manager des Kames Strategic Global Bond Fund

mehr ...

Berater

Corona: KI als Sofortsicherheit für Soforthilfe

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sorgen dafür, dass die digitale Transformation an Fahrt aufnimmt. Daraus ergeben sich aber auch neuartige Problemstellungen. Die Betrugsversuche bei den online zu beantragenden Corona-Hilfen zeigen in beispielhafter Weise, welche das sind und wie sie zu lösen wären. Gastbeitrag von Frank S. Jorga, WebID Solutions

mehr ...

Sachwertanlagen

Bisher kaum Corona-Prospektnachträge bei Publikums-AIFs

Nur drei Prospekte von geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger, die vor der Corona-Krise aufgelegt wurden und sich noch in der Platzierung befinden, wurden bislang durch spezielle Risikohinweise zu den möglichen Folgen der Pandemie ergänzt.

mehr ...

Recht

BVDW sieht Gefahr eines „Digitalen Lockdown“

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sein Urteil im Fall Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die Planet49 GmbH gesprochen. Demnach reicht eine bereits vorangekreuzte Checkbox nicht aus, um den Anforderungen an eine Einwilligung beim Setzen von Cookies zu entsprechen. Dies war zu erwarten. Der BGH hat aber nicht eindeutig darüber entschieden, ob prinzipiell eine Einwilligung des Nutzers für den Einsatz von Cookies zur Erstellung von Nutzerprofilen für Zwecke der Werbung oder Marktforschung  erforderlich ist.

mehr ...