Anzeige
18. Januar 2018, 11:38
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Insurtech: Nicht immer rechtskonform

Auch auf dem Versicherungsmarkt geht die Digitalisierung in Form von Insurtech-Angeboten mit großen Schritten voran. Doch dabei gibt es oft altbekannte, rechtliche Probleme. So wurde der Versicherungsmakler Clark Germany Gmbh kürzlich abgemahnt.

Insurtech: Nicht immer rechtskonform

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg will die Neuerungen auf dem digitalen Versicherungsmarkt im Auge behalten.

Das Interesse der Verbraucher an digitalen Versicherungsangeboten ist groß und immer häufiger werden Verträge online abgeschlossen, die Abmahnung der Clark Germany GmbH zeigt laut Verbraucherzentrale jedoch, dass altbekannte Probleme auch in Zeiten der Digitalisierung weiterhin auftauchen.

So habe man in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Clark erhebliche Rechtsmängel feststellen können, durch die Verbraucher benachteiligt worden waren.

Anbieter handelt gegen Kundeninteresse

Unter anderem habe der Anbieter seine Haftung, ebenso wie die seiner Dienstleister, für grobe Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz ausschließen wollen, beispielsweise bei technischen Fehlern der Software oder Wartungsarbeiten auf der Plattform.

Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, erklärt: “So könnte es durchaus passieren, dass Verbraucher Probleme mit dem Abschluss oder der Deckung ihres Versicherungsvertrags bekommen und das Unternehmen im Schadensfall nicht haftet, weil es sich auf technische Probleme beruft, die eigentlich in seinem Verantwortungsbereich liegen.“

Darüber hinaus habe das Unternehmen sich in den AGB herausgenommen, diese bei einer Änderung des Marktes einseitig anpassen zu können. “Dass es dabei nicht darum geht, die Interessen von Verbrauchern zu berücksichtigen, liegt auf der Hand“, sagt Grieble.

Digitaler Markt unter Beobachtung

Auch ein vermuteter Missbrauch von Daten sei laut den Bedingungen des Versicherers sowohl sofort als auch schriftlich zu melden gewesen. Nach aktueller Gesetzeslage dürfen Anbieter in solchen Fällen jedoch höchstens auf die Textform bestehen, worunter auch eine E-Mail falle.

Die Clark Germany GmbH hat der Verbraucherzentrale zufolge inzwischen eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben und darf die beanstandeten Klauseln nicht länger verwenden.

Da auch bei elementaren Veränderungen des Versicherungsmarktes rechtliche Grundlagen eingehalten werden müssen, will die Zentrale den digitalen Markt weiter beobachten: “Wichtig ist, dass die Versicherungsbedingungen und damit die Verbraucherrechte auf dem Weg in die Digitalisierung nicht auf der Strecke bleiben. (bm)

Foto: Shutterstock

Mehr Beiträge zum Thema Insurtechs:

Insurtech: Gründungsboom ungebrochen

Insurtech-Boom: Versicherer geben sich gelassen

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

DVAG: Ursachen der Marktbereinigung

Noch vor sieben Jahren gab es in der Bundesrepublik 263.000 Versicherungsvermittler – heute beläuft sich ihre Zahl gerade noch auf 204.000. Welche Ursachen dieser enorme Rückgang hat, erklärt Dr. Helge Lach von der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG).

mehr ...

Immobilien

BGH: Kündigungsschutz für langjährige Mieter

Nach 37 Jahren in ihrer Wohnung sollen Mieter aus Bochum ausziehen – vor dem Bundesgerichtshof (BGH) wehren sie sich am Mittwoch um 10.00 Uhr gegen die Kündigung. Das Haus hatte bis 2012 der Stadt gehört, dann wurde es verkauft.

mehr ...

Investmentfonds

“Damoklesschwert über Theresa May”

Großbritannien hat verkündet, dass es einen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen mit der EU gibt. Doch fehlt Theresa May noch die Zustimmung des eigenen Kabinetts und es gibt einflussreiche Gegenstimmen.

mehr ...

Berater

NordLB: Sachsen-Anhalt könnte Anteile verringern

Im Ringen um eine Zukunft der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank (NordLB) hat Sachsen-Anhalt als Miteigentümer noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Es würden alle denkbaren Optionen geprüft, sagte Finanzminister André Schröder (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate wächst weiter und erhöht Gewinnprognose

Die Corestate Capital Holding S.A. mit Sitz in Luxemburg, unter anderem Muttergesellschaft des deutschen Asset Managers Hannover Leasing, ist in den ersten neun Monaten des Jahres weiter gewachsen. Das Konzernergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast vervierfacht.

mehr ...

Recht

Et hätt noch immer jot jejange: Deutsche Wirtschaft nicht auf Brexit vorbereitet

Laut Theresa May ist der Gordische Knoten bei den Brexit-Verhandlungen durchschlagen. Ob der Kompromiss das britische Parlament passiert, darf bezweifelt werden, bringen sich doch Mays Gegner bereits in Position. Für den Fall, dass der Deal scheitert, dürfte die deutsche Wirtschaft Probleme bekommen. Denn ein Großteil der Unternehmen ist nicht auf ein No-Deal-Szenario im Zuge des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU vorbereitet.

mehr ...